Thiem nach Sieg über Nadal im Halbfinale

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Dominic Thiem steht erstmals in seiner Karriere im Halbfinale der Australian Open!

Der Weltranglisten-Fünfte besiegt am Mittwoch in der Night Session in der Rod Laver Arena dank einer extrem starken Vorstellung den Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal mit 7:6 (3), 7:6 (4), 4:6, 7:6 (6) und holt damit im 14. Duell mit dem spanischen Superstar den fünften Sieg.

Thiem bekommt es nun im Kampf um einen Platz im Endspiel mit Alexander Zverev zu tun, der sich davor gegen Stan Wawrinka durchsetzte. Im Head-to-Head liegt Thiem gegen den Deutschen klar mit 6:2 voran.

Thiem tritt in die Fußstapfen von Thomas Muster

Für Thiem ist es die erste Vorschlussrunde bei einem Major-Turnier abseits der French Open (zuletzt vier Mal in Folge im Halbfinale von Paris) und das insgesamt fünfte Grand-Slam-Semifinale.

Thiem feiert zudem den vierten Sieg über eine aktuelle Nummer 1 der Welt bzw. den fünften Erfolg im 14. Duell mit Nadal. Der Schützling von Nicolas Massu hat Nadal im sechsten Duell auf Grand-Slam-Ebene erstmals bezwungen.

Thiem tritt 23 Jahre nach Thomas Muster in die Fußstapfen des Steirers, der 1989 und zuletzt 1997 im Halbfinale des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres gestanden war. Thiem überbietet die ehemalige Nummer 1 der Welt allerdings mit nunmehr fünf Major-Semifinali (Muster brachte es auf vier).

Duell gegen Alexander Zverev um das Final-Ticket

Gegen den als Nummer 7 gereihten Alexander Zverev spielt Thiem um sein drittes Major-Endspiel nach zuletzt zwei French-Open-Finali 2018 und 2019.

Für das Halbfinale kassiert Thiem 1,04 Mio. Australische Dollar (638.428,48 Euro) brutto und 720 ATP-Zähler.

Tennis-Krimi von Beginn weg

Die Partie gegen Nadal gestaltet sich von Beginn weg als Tennis-Krimi: In den ersten beiden Sätzen holt sich Nadal Breaks zum 5:3 bzw. 3:2, Thiem kämpft sich jedoch beide Male zum 4:5 bzw. 4:4 zurück und erzwingt jeweils Tiebreaks, in denen er dank starken Schlägen das bessere Ende für sich hat.

"Ich war in beiden Sätzen ein Break zurück und da hatte ich natürlich auch ein bisschen Glück, dass ich das noch drehen konnte. In den Tiebreaks habe ich wirklich gut gespielt", sagt Thiem beim Sieger-Interview mit Jim Courier.

Nadal bleibt aber trotz des für ihn etwas unglücklichen Spielverlaufs dran und lauert im dritten Satz weiter auf seine Chance, die sich ihm bei 5:4 aus Sicht des Spaniers und Aufschlag Thiem bietet. Der Weltranglisten-Erste holt sich das Break und verkürzt auf 1:2 in Sätzen.

Danach hat Nadal das Momentum auf seiner Seite und holt sich im vierten Satz bei 1:0 zwei Breakbälle, Thiem hält aber dagegen, bringt doch noch seinen Aufschlag durch und reißt das Spielgeschehen wieder an sich.

Nadal lässt nicht locker

Mit dem Break zum 2:1 scheint dem Lichtenwörther sogar eine frühe Vorentscheidung zu gelingen. Thiem bestätigt zum 3:1 und lässt in Folge bis 5:4 keine einzige Breakchance mehr zu.

Als er zum Match-Sieg aufschlägt, beginnt die Hand jedoch zu zittern. Nach einem schnellen Punktgewinnn zum 15:0 folgt ein unerzwungener Vorhandfehler. Ein Doppelfehler und zwei weitere Vorhandfehler servieren das Rebreak Nadal quasi auf dem Silber-Tablett.

"Blackout" beim Ausservieren

"Da habe ich mit neuen Bällen serviert - was ich normal sehr mag - und habe leider ein totales Blackout gehabt. Nach dem Doppelfehler begann das Hirn zu rattern. Aber so ist das halt im Tennis. In einem Grand-Slam-Viertelfinale gegen Nadal auf den Sieg zu servieren, dass ist eben eine ganz spezielle Situation", beschreibt Thiem im ServusTV-Interview diese Gefühls-Momente. "Es war ein katastrophales Game, aber ich hab mir nur gedacht, dass ich einfach so weiterspielen muss wie vorher."

Es geht wieder ins Tiebreak und erneut scheint sich Thiem dieses früh sichern zu können. Schnell stürmt er auf 5:2 davon und erarbeitet sich bei 6:4 auch seine ersten beiden Matchbälle. Doch Nadal gibt nicht auf: Per erzwungener Hawkeye-Entscheidung gleicht der Spanier auf 6:6 aus. Das Spiel scheint auf der Kippe, doch Thiem sichert sich mit den nächsten Punkten doch noch den Halbfinal-Einzug.

"Ich bin einfach nur froh, dass es nicht mehr in einen fünften Satz gegangen ist", kann der Niederösterreicher nach dem verwandelten dritten Matchball durchatmen.


Textquelle: © LAOLA1.at

Australierin Barty und Kenin im Halbfinale der Australian Open

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