Zverev und Rublev kritisieren Corona-Ranking

Zverev und Rublev kritisieren Corona-Ranking Foto: © getty
 

Vor allem auf die weltweit stattfindende ATP-Tour hatte bzw. hat die Coronavirus-Pandemie zwangsläufig große Auswirkungen.

Nicht umsonst adaptierte die ATP im vergangenen Jahr als eine der ersten Maßnahmen unter anderem auch das Ranking-System.

Da viele Turniere nicht stattfanden sowie manche Spieler aufgrund der weltweiten Reiseeinschränkungen nicht zu manchen Events anreisen konnten, erweiterte die ATP den zeitlichen Rahmen, in dem Punkte gesammelt werden konnten.

Nach einigen weiteren Adaptierungen ist es mittlerweile so, dass die Ergebnisse der letzten 24 Monaten (ältere allerdings nur zu 50 Prozent) auf das Punktekonto der Athleten fließen. Erst im August will man wieder zum altbewährten 12-Monats-System zurückkehren.

Für einige Athleten wäre dieser Schritt schon lange überfällig. Vor allem Alexander Zverev äußerte sich in dieser Woche in Acapulco alles andere als positiv über die aktuelle Regelung.

Zverev poltert gegen Ranking-Regelung

"Ich bin der größte Fan von Roger Federer. Aber er hat ein Jahr lang nicht gespielt und steht in der Weltrangliste vor mir. Ich bin in einem Grand-Slam-Endspiel und im Finale eines Masters-1000-Turniers gestanden. Das System ist ein Desaster", polterte der Deutsche, der im aktuellen ATP-Ranking als Siebenter einen Platz hinter dem Sechsten Federer zu finden ist - mit über 700 Zählern Rückstand.

Federer verkündete schon kurz vor dem Ausbruch der Pandemie, dass er sich einer Knie-Operation unterziehen werde (der in Folge eine zweite folgen sollte) und eine längere Turnierpause einlegen müsse. Dementsprechend profitierte der Schweizer Superstar von der neuen Weltranglisten-Regelung, die allerdings wie gesagt sowieso nur vorübergehend günstig ist.

Rublev wäre Nummer drei

Unterstützung erhält Zverev von Andrey Rublev: Der russische Wien-Sieger ist aktuell eines der heißesten Eisen auf der ATP-Tour. Im Vorjahr holte er neben dem Stadthallen-Titel vier weitere. Im ATP-Ranking arbeitete er sich seit Anfang 2020 um 15 Positionen auf Rang acht nach vorne.

Würde man nur die letzten 52 Wochen in die Punkterechnung einbeziehen, würde Rublev allerdings sogar schon hinter Leader Novak Djokovic und Daniil Medvedev schon auf Platz drei aufscheinen.

"Wenn wir das normale System hätten, wäre ich, glaube ich, die Nummer 4 in der Welt (Anm.: Rublev wäre wie zuvor schon geschrieben sogar die Nummer 3). Also was denkt ihr, ist es besser für mich, 8 oder 4 zu sein? Mit dem System, das wir jetzt haben, ist es für mich viel schwieriger, die Nummer 4 zu sein, also hier ist meine Antwort und Meinung."

Für die Spieler ist die Weltrangliste vor allem bezüglich der Setzlisten und in Folge für die jeweiligen Auslosungen bei den Turnieren wichtig. Zudem machen viele Sponsoren ihre Auszahlungen vom Rankingplatz abhängig. Die Diskussionen um die temporären Ranking-Regeln werden uns also wohl bis zur Abschaffung selbiger begleiten.

Thiem würde Platz verlieren

Ausgerechnet für Zverev, der sich derzeit am lautesten über das Corona-Ranking beschwert, hat die Neu-Regelung derzeit übrigens keine Auswirkung: Denn den Platz, den er durchs Federers Rausfall aus der Wertung gewinnen würde, würde er an den in den letzten Monaten so stark aufspielenden Rublev wieder verlieren. Zverev wäre also so oder so die Nummer sieben der Welt.

Österreichs Tennis-Ass Dominic Thiem würde übrigens im 12-Monats-Ranking einen Platz verlieren und auf Position fünf liegen. Dafür hätte der Niederösterreicher allerdings das Jahr 2020 als Nummer zwei beendet und damit auch die Dominanz der "Big Four" in den Top 2 vor Daniil Medvedev beendet.

Spieler aktuelles Corona-Ranking normales Ranking der letzten 52 Wochen
Novak Djokovic 1. 1.
Andrey Medvedev 2. 2.
Rafael Nadal 3. 4.
Dominic Thiem 4. 5.
Stefanos Tsitsipas 5. 6.
Roger Federer 6. -
Alex Zverev 7. 7.
Andrey Rublev 8. 3.
Diego Schwartzman 9. 8.
Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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