Nach Busta-Sieg: Thiems Erkenntnis und Fauxpas

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Dominic Thiem ist nach dem Sieg beim ATP World Tour Finale gegen den Spanier Pablo Carreno Busta erleichtert: "Der Sieg schmeckt sehr gut, weil viel daran gehängt ist. Ich merke selbst gerade wie viel besser ich drauf bin, weil ich das Match gewonnen habe."

Der 24-Jährige weiß aber auch, dass er seiner Topform hinterhinkt: "Es geht alles nicht so leicht von der Hand zur Zeit. Und wenn man ein bisschen eine schwierige Zeit hinter sich hat, ist es schwerer, wenn man einem Rückstand hinterherlaufen muss."



Gegen Goffin um Halbfinaleinzug

Österreichs Tennis-Star spielt nun am Freitag (nicht vor 15.00 Uhr MEZ) in London im direkten Duell mit dem Belgier David Goffin um das Halbfinale bei den mit 8 Mio. Dollar dotierten ATP Finals. Der Sieger trifft am Samstag auf Superstar Roger Federer.

Seit inklusive der Fünfsatz-Niederlage im Wimbledon-Achtelfinale gegen Tomas Berdych hatte Thiem von neun Spielen, die in den Entscheidungssatz gingen, acht verloren. Nun hat Thiem einen ganz wichtigen Sieg eingefahren. Für sein Selbstvertrauen, für die Weltrangliste und für die Chance auf noch Größeres in dieser Woche.

Thiem atmete nach dem verwerteten Matchball gegen Carreno Busta tief durch. "Natürlich spielt man in jedem Match um 200 ATP-Punkte, da muss man weit kommen bei großen Turnieren oder bei kleineren Turnieren sogar gewinnen." Zudem glaubte Thiem, es wäre seine einzige Chance auf das Halbfinale gewesen. Er hätte allerdings auch mit einer Niederlage gegen den Spanier, aber einem Sieg über Goffin noch eine theoretische Semifinal-Chance gehabt. Doch diese Taschenrechner-Aufgabe blieb ihm erspart.

Thiem: "Wäre vielleicht sogar wertvoller als ein Grand-Slam-Semifinale"

Sein Spiel gegen Carreno Busta sah der 24-jährige Niederösterreicher ambivalent. "Im ersten Satz habe ich wirklich gutes Tennis gespielt. Dann ist ein bisserl der Faden gerissen, nachdem ich das Break (zum 1:2, Anm.) gekriegt habe. Aber im Endeffekt ist es sehr wichtig, wieder einmal im Entscheidungssatz ein enges Match gewonnen zu haben", erklärte Thiem.

Die Bedeutung des Spiels gegen David Goffin am letzten Spieltag der Gruppe "Pete Sampras" nimmt einen hohen Stellenwert in Thiems bisheriger Karriere ein. "Es ist sicher eines der wichtigsten Spiele, die ich bis jetzt gehabt habe. Ein Semifinale hier ist definitiv mit einem Semifinale bei einem Grand Slam zu vergleichen - vielleicht ist es sogar noch wertvoller, weil man nur gegen Top-Ten-Spieler spielt", weiß Thiem, zähmt sich aber gleich wieder. "Das darf mich alles nicht berühren. Ich muss schauen, dass ich das alles ausblende."

Top 5 per Jahresende fast sicher

Die Chance, dass Thiem das Jahr in den Top 5 beendet, ist nun jedenfalls groß. Mit dem Mittwoch-Sieg ließ er den Kroaten Marin Cilic endgültig hinter sich. Goffin oder Jack Sock (USA) müssten das Turnier schon gewinnen, um ihn noch zu überholen. Platz vier wird wegen des stark aufspielenden Bulgaren Grigor Dimitrow kaum zu halten sein.

Gegen Goffin, der nach dem knappen Sieg über Rafael Nadal am Mittwoch eine bittere 0:6, 2:6-Niederlage gegen Dimitrow einstecken musste, hat Thiem eine 3:7-Bilanz. "Das Head-to-Head ist negativ, aber ich habe gegen ihn auch zwei sehr wichtige Matches gewonnen, das Viertelfinale in Paris und das Finale in Gstaad", konstatierte der achtfache Turniersieger.

Thiem war zwar von der glatten Niederlage Goffins gegen Dimitrow überrascht, er dürfe sich davon aber nicht beeinflussen lasen. "Ich gehe in ein ganz neues Match und versuche irgendwie zu gewinnen und hoffentlich ins Semifinale zu kommen."

Thiem unterläuft Fauxpas

Entwarnung gab Thiem übrigens in Sachen Zehen, weil er im Mittwoch-Match einmal einen Schuh auszog. "Das war eine kleine Dummheit: Ich habe mir die Schuhe zu fest zugebunden und mir ist der große Zeh eingeschlafen", erzählte er grinsend.

Sein Coach Günter Bresnik sieht Goffin am Freitag als "leichten Favoriten". Auch wenn die glatte Niederlage vom Mittwoch auch ihn überrascht hat. "Er hat ein sehr gutes Match gegen Nadal gespielt." Die Stärken Goffins? "Er hat extrem gute Beine, die Fähigkeit, sich zu verteidigen und einen guten Return", analysierte Bresnik.

Thiem und Goffin kennen einander nicht nur von den Matches, sondern auch von sehr vielen Trainings in- und auswendig. Bresnik: "Niemand wird den anderen überraschen." Für Thiem ist die frühe Ballannahme Goffins gefährlich. "Er gibt mir nicht viel Zeit. Ich werde versuchen, ihn als Erster wehzutun und nicht umgekehrt."

Textquelle: © LAOLA1.at

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