(Text wird unter dem Video fortgesetzt)
"Im Moment schaut es so aus, dass das alles so bleiben kann. Im Idealfall bessern sich die Corona-Zahlen und die Reisebestimmungen. Wenn das der Fall ist, dann steht einer Rückkehr des Tennis-Sports nichts mehr im Wege", meint der 39-jährige Niederösterreicher.
"Haben extrem guten Job gemacht"
Die Entscheidung über den Neustart wurde im ATP-Council gefällt, das sich neben dem Vorsitzenden Andrea Gaudenzi aus jeweils drei Spieler-Vertretern und drei Turnier-Direktoren (unter anderem der Steirer Herwig Straka) zusammensetzt. Dazu kommt das zwölfköpfige ATP-Player-Council zu dem auch Melzer zählt.
In Video-Konferenzen wurde in den letzten Monaten oft über die Zukunft des Tennis-Sports gesprochen: "Natürlich diskutieren wir intensiv darüber und es gibt viele unterschiedliche Meinungen. Manche sind dafür, dass es so gemacht wird, wie es gemacht wird, manche bringen vielleicht ein paar Gegen-Argumente ein. Im Endeffekt war es dann aber eine einstimmige Entscheidung, dass wir das so durchgebracht haben", gibt Melzer einen kleinen Einblick.
"Ich glaube, dass wir einen extrem guten Job gemacht haben, dass wir Tennis wieder zurückbringen. Viele andere große Sportarten wie Formel 1, NBA oder Fußball haben die Rückkehr schon geschaffft, ich bin froh, dass es nun auch beim Tennis soweit ist. Für uns ist es wichtig, wieder am Platz stehen und die Zuschauer unterhalten zu können."
Besondere Umstände
Melzer selbst stieg am (heutigen) Sonntag erstmals seit der Corona-Pause wieder in ein Flugzeug und brach Richtung New York auf. Wie sich der Vater eines dreijährigen Sohnes dabei fühlt?
"Es ist nicht so, dass ich mit großen Freudensprüngen in den Flieger steige. Ich bin aber schon happy, dass es wieder losgeht und wir wieder spielen können. Dass es ganz andere Umstände sind und es etwas ist, das es so hoffentlich nie wieder geben wird, das ist eh klar. Es sind US Open unter Auschluss der Öffentlichkeit. In einer Bubble, in der du sogar alleine essen gehen und du dich sozial klar distanzieren solltest", weiß Melzer, dass die kommenden Wochen und Monate auch für jemanden mit über 20 Jahren Profi-Tennis-Erfahrung ein Aufbruch zu gänzlich neuen Ufern sein wird.
"Trotzdem hab ich Bock darauf zu spielen, sonst würde ich nicht hinfliegen. Hoffen wir einmal, dass wir nicht viele Fälle kriegen, am besten gar keinen. Und wenn das der Fall ist, hat Tennis einen extrem großen Schritt vorwärts gemacht."
Keine Prognosen möglich
Melzer wird gemeinsam mit seinem französischen Partner Edouard Roger-Vasselin in den Doppel-Bewerben sein Glück versuchen. Aufgrund der langen Pause wagt er es nicht, eine ernsthafte Prognose abzugeben.
"Unser letztes gemeinsames Match war in Dubai im März, jetzt haben wir August. Man verlernt es natürlich nicht, aber es gibt Spieler, die haben mehr und manche haben weniger gemacht. Man wird sehen, wie alle wieder reinfinden in ein Turnier. Wir fliegen am Sonntag nach New York und haben eine Woche Zeit, um uns vorzubereiten. Natürlich müssen wir beide einen negativen Test vorweisen. Dann hoffe ich, dass wir uns gut vorbereiten können und ein paar gute Matches kriegen."
Melzer weiter: "Ich glaube, dass es extrem unvorhersehbar sein wird, wer was gewinnt. Keiner hat miteinander trainiert, viele haben gar nicht trainiert. Ein Oliver Marach hat zum Beispiel in Panama niemanden gehabt, um ein Match zu spielen. Oft ist das aber auch ein Vorteil, weil man locker reingeht. Verlernen tust du es mit 35 Jahren nicht mehr. Wenn der Körper mitspielt, ist alles drinnen", kann sich Melzer, der in seiner Karriere schon zwei Doppel-Grand-Slam-Titel (Wimbledon 2010, US Open 2011) bejubeln konnte, auch den ganz großen Coup vorstellen.
Melzer teilt nicht Thiems Meinung
Dominic Thiem erklärte vor einigen Tagen, dass für ihn ein Grand-Slam-Sieg unter diesen Umständen einen anderen Stellenwert hat, als es ohne Corona der Fall gewesen wäre. Melzer kann dieser Ansicht nicht so viel abgewinnen.
"Da teile ich nicht ganz seine Meinung. Auf der einen Seite ist es natürlich etwas anderes, wenn Rafa (Anm.: Nadal) nicht mitspielt. Roger (Federer) hätte ja sowieso nicht mitgespielt. Derjenige, der die US Open gewinnt, war am Ende derjenige, der sich am besten adaptieren konnte. Das ist auch eine Eigenschaft von einem Tennisspieler, die wichtig ist", sagt Melzer.
Zu seiner Herausforderung erklärt der Niederösterreicher: "Im Doppel ist es ohnehin so, dass mit Ausnahme der Bryan-Brüder alle großen Teams dabei sind. Nur weil eine Paarung nicht mitspielt, ist das jetzt nicht weniger wert. Ich würde mich über einen US-Open-Sieg auch genauso freuen, wie wenn er vor Zuschauer stattfinden würde."
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