"Kitzbühel hat größten Platz in meinem Herzen"

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Nach einem Jahr Pause begibt sich Dominic Thiem in dieser Woche wieder auf die Jagd nach der goldenen Gams.

Erstmals in seiner Karriere möchte sich der 24-jährige Niederösterreicher beim Generali Open Kitzbühel in die Siegerliste eintragen und damit die berühmte Trophäe in die heimische Vitrine holen.

Durch seine Top-Setzung greift Thiem nach einem Freilos erst am Mittwoch ins Geschehen ein. Bei einem Presse-Termin sprach der Weltranglisten-Achte über seine Erwartungen, den österreichischen Tennis-Aufschwung und über die persönliche Bedeutung des Sandplatz-Klassikers in Kitzbühel.

Frage: Du spielst am Mittwoch dein Auftaktmatch in Kitzbühel gegen Sebastian Ofner oder Martin Klizan. Wie fühlst du dich?

Thiem: Ich bin schon seit Samstagabend in Kitzbühel und konnte schon einige Trainingseinheiten abspulen. So gesehen war es ein Vorteil, in Hamburg schon im Viertelfinale auszuscheiden. So habe ich mich gut an die Höhenlage gewöhnen können. Ich hoffe natürlich, dass ich gegen Ofi spielen werde. Er hat mit Klizan aber einen taffen Qualifikanten zugelost bekommen.

Frage: Wie wirkt sich die Höhenlage auf dein Spiel aus?



Thiem: Wie die meisten Spieler gehe ich bei der Bespannung mit ein bis zwei Kilo rauf. Das Wichtigste ist, dass man ein, zwei Trainingstage hat. Irgendwann gewöhnt man sich daran und dann gehen auch auf der Höhenlage die Bälle rein, wenn man voll durchzieht. Wir sind das auf der Tour eh gewohnt, spielen wir doch sicher vier, fünf Mal im Jahr in so einer Höhenlage. Es gibt Spieler wie mich oder Kohlschreiber, denen das taugt und dann gibt es Spieler, denen das nicht taugt – aber die sind eh nicht da.

Frage: Hast du das Viertelfinal-Aus in Hamburg schon analysiert?

Thiem: Das Match gegen Nicolas Jarry war richtig schlecht. So ehrlich muss ich sein. Ich hätte es aber trotzdem gewinnen müssen, da ich zwei Mal im Tiebreak vorne war. Das war richtig bitter. Generell spiele ich gut, bin auch schon seit längerem voll im Training. Ich bin topfit und voll vorbereitet. Die Verletzung von Wimbledon ist schon lange kein Problem mehr. Ich habe einfach nur paar Tage Ruhe gebraucht.

Frage: Inwiefern haben die schlechten Erfahrungen aus Washington im vergangenen Jahr dazu beigetragen, dass du heuer nach einem Jahr Pause wieder nach Kitzbühel gekommen bist?

Kitzbühel ist einfach wunderschön und Washington war letztes Jahr doch etwas bescheiden. Daher fiel mir die Entscheidung leicht.

Thiem erklärt Kitzbühel-Rückkehr

Thiem: Die damalige Erstrunden-Niederlage war nicht der Grund dafür. Ich habe es letztes Jahr einfach mal ausprobiert, weil ich danach in Kanada immer in der ersten Runde verloren habe. Der Ausflug nach Washington hat das aber nicht verbessert. Ehrlich gesagt ist es in Europa einfach viel schöner. Kitzbühel ist einfach wunderschön und Washington war letztes Jahr doch etwas bescheiden. Daher fiel mir die Entscheidung leicht. Auch in Zukunft werde ich wahrscheinlich lieber in Europa auf Sand als in Amerika spielen.

Frage: Was sagst du zur Performance von Jurij Rodionov?

Thiem: Ich habe ihn noch nie gesehen, sondern nur einmal in der Südstadt mit ihm trainiert. Daran kann ich mich aber auch nicht mehr so gut erinnern. Es ist auf jeden Fall eine super Sache, dass ihm das gelungen ist.

Frage: In den letzten Monaten hat es viele Erfolge von österreichischen Spielern gegeben, die sich scheinbar gegenseitig hochpushen. Mit dir als Gallionsfigur an der Spitze: Was sagst du zum aktuellen Aufwärtstrend im heimischen Herren-Tennis?

Thiem: Ich freue mich für jeden Einzelnen. Für das österreichische Tennis kann es nur gut sein, wenn so viele Spieler wie möglich Erfolge feiern. Für den Tennis-Sport schaut es in Österreich derzeit wirklich gut aus.

Frage: Was für eine Bedeutung hat Kitzbühel für dich?

Thiem: Ich habe als Kind immer im Fernsehen zugeschaut und war zum ersten Mal mit neun Jahren vor Ort. Ich habe mal selber bei einem Turnier zwei Karten für das Finale 2005, Verdasco gegen Gaudio, gewonnen. Das war wunderschön. Es war richtig was los. Ab 2010 hab ich dann eh schon selber hier gespielt. Gemeinsam mit Wien hat Kitzbühel den größten Platz in meinem Herzen.

Frage: Wie groß ist der Druck, hier heuer den Titel zu holen?

Thiem: Das Ziel ist natürlich der Titel. Alles andere wäre gelogen. Der Druck ist vielleicht ein bisschen größer, weil ich in Österreich bin. Auf der anderen Seite will ich bei jedem Turnier so gut wie möglich abschneiden. Ich glaube schon, dass ich in dieser Position bin, immer Titel holen zu können. Ich hoffe, dass ich die Atmosphäre nutzen kann, um dieses Ziel zu erreichen.

Textquelle: © LAOLA1.at

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