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ATP-Stats: Wo Thiem 2020 richtig gut war

In wichtiger Kategorie muss sich Thiem 2020 nur einem Superstar geschlagen geben:

ATP-Stats: Wo Thiem 2020 richtig gut war Foto: © getty

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Die ungewöhnlichste Saison der ATP Tour liegt hinter uns. Wie auf so vielen anderen Ebenen auch prägte die Coronavirus-Pandemie das Tennis-Jahr 2020.

Monatelang konnte im Frühjahr gar nicht spielt werden. Nach dem Restart wurden nur wenige Turniere ausgetragen, bei denen die Athleten mit speziell eingerichteten "Bubbles" vor einer Corona-Infektion geschützt wurden.

Trotzdem konnten immerhin drei Grand-Slam-Turniere, die ATP Finals und einige andere Events ausgetragen werden. Unter anderem die Erste Bank Open in Wien und die Generali Open in Kitzbühel.

Genug Stoff also, um auch eine aussagekräftige Jahres-Bilanz aufbereiten zu können. Wir haben euch alle wissenswerten Statistiken zur abgelaufenen Saison übersichtlich aufbereitet. Wer sind die besten Aufschläger, wer die besten Rückschläger und wer hat Nerven aus Drahtseil? In den folgenden Zeilen beantworten wir euch alle Fragen:

1st Serve

Wenig überraschend ist auch im Jahr 2020 wieder einmal der baumlange John Isner der Spieler mit der höchsten Quote beim ersten Aufschlag. Fast drei von vier ersten Aufschlägen landen beim 2,08 Meter großen Aufschlag-Riesen im Feld. An diese Bestmarke kommt kein Konkurrent heran. Von den absoluten Top-Spielern schafft nur der mit 1,98 Metern ebenfalls mit einer ordentlichen Körpergröße bedachte Alex Zverev den Sprung in die Top 10. Dominic Thiem ist auf Rang 22 gut mit dabei und noch knapp vor Rafael Nadal und Stefanos Tsitsipas zu finden. Auffällig schwach agieren in diesem Bereich die beiden Russen Daniil Medvedev und Andrey Rublev. Wobei der steile Aufstieg Rublevs zu Saisonende auch mit der höheren Aufschlag-Percentage Hand in Hand ging.

Platz Spieler Land 1st Serve
1. John Isner USA 71,0%
2. Corentin Moutet FRA 68,8%
3. Dusan Lajovic SRB 68,5%
4. Pablo Carreno Busta ESP 67,8%
5. Nick Kyrgios AUS 67,7%
6. Alex Zverev GER 67,6%
7. Gael Monfils FRA 66,7%
8. Yoshihito Nishioka JPN 66,7%
9. Alejandro Davidovich Fokina ESP 66,6%
10. Casper Ruud NOR 66,4%
17. Novak Djokovic SRB 65,0%
22. Dominic Thiem AUT 64,6%
25. Stefanos Tsitsipas GRE 64,3%
27. Rafael Nadal ESP 64,2%
63. Daniil Medvedev RUS 60,2%
67. Andrey Rublev RUS 59,5%

1st Serve Won

Was bringt es schon, den ersten Aufschlag ins Feld zu bringen, wenn der Rückschläger damit leichtes Spiel hat? Richtig, nicht allzuviel. Dementsprechend hat die Quote der gewonnenen Punkte beim ersten Service natürlich ebenfalls eine sehr hohe Aussagekraft. Von den Top-Spielern fällt in dieser Statistik dementsprechend auch kein Akteur wirklich ab. Dominic Thiem ist mit 74,2 Prozent auf Position 27 eher etwas weiter hinten zu finden. Beeindruckend sind in jedem die Fall die über 80 Prozent von Milos Raonic - nicht umsonst wird der Kanadier von seinen Konkurrenten als jener Spieler mit den gefährlichsten Aufschlägen bezeichnet.

Platz

Spieler Land 1st Serve Won
1. Milos Raonic CAN 83,6%
2. Sam Querrey AUS 80,1%
3. Jo-Wilfried Tsonga FRA 79,4%
4. John Isner USA 79,3%
5. Reilly Opelka USA 79,3%
6. Matteo Berrettini ITA 78,7%
7. Nick Kyrgios AUS 78,5%
8. Jan-Lennard Struff GER 78,1%
9. Feliciano Lopez ESP 77,8%
10. Vasek Pospisil CAN 77,4%
15. Daniil Medvedev RUS 76,6%
17. Andrey Rublev RUS 76,5%
18. Stefanos Tsitsipas GRE 75,9%
19. Novak Djokovic SRB 75,7%
23. Alex Zverev GER 75,3%
25. Rafael Nadal ESP 75,2%
27. Dominic Thiem AUT 74,2%

Gewonnene Aufschlag-Games

Die bekannten Aufschlag-Kanoniere werden ihrem Ruf gerecht: Über 90 Prozent ihrer Service-Games können Raonic und Isner über die Saison hinweg für sich entscheiden. An die 90 Prozent kratzt auch Roger Federer, dessen Werte allerdings verzerrt sind, da er heuer nur sechs Matches bestreiten konnte. Die Top-Spieler sind fast allesamt in den Top 20 zu finden. Nur Alex Zverev kann trotz seines starken Aufschlags nicht ganz vorne mitmischen. Gut jedes fünfte Aufschlag-Game muss der Deutsche abgeben. Da hat Zverev noch Luft nach oben.

Platz Spieler Land Gewonnene Aufschlag-Games
1. Milos Raonic CAN 93,5%
2. John Isner USA 92,9%
3. Reilly Opelka USA 90,0%
4. Roger Federer SUI 89,8%
5. Rafael Nadal ESP 88,6%
6. Nick Kyrgios AUS 88,5%
7. Matteo Berrettini ITA 88,1%
8. Novak Djokovic SRB 86,6%
9. Stefanos Tsitsipas GRE 86,1%
10. Jo-Wilfried Tsonga FRA 85,4%
13. Daniil Medvedev RUS 85,0%
16. Dominic Thiem AUT 84,8%
17. Andrey Rublev RUS 84,3%
41. Alex Zverev GER 80,3%

Gewonnene Return-Games

Das Top-Trio dieser Kategorie hatten nach dieser Saison wohl schon die meisten auf  dem Schirm: Rafael Nadal, Diego Schwartzman und Novak Djokovic erwiesen sich im Jahr 2020 als die gefährlichsten Rückschläger auf der Tour. Nadal holte sich mit 35,4 Prozent mehr als jedes dritte Game als Return-Spieler. Schwartzman und Djokovic folgen knapp dahinter. Dominic Thiem verpasst als 23. knapp die Top 20 in dieser Kategorie: Er holt sich knapp jedes vierte Game als Rückschläger. 

Platz Spieler Land Gewonnene Return-Games
1. Rafael Nadal ESP 35,4%
2. Diego Schwartzman ARG 32,6%
3. Novak Djokovic SRB 31,4%
4. Roberto Bautista Agut ESP 28,5%
5. Filip Krajinovic SRB 27,7%
6. Kei Nishikori JPN 27,7%
7. David Goffin BEL 27,6%
8. Marton Fucsovics HUN 27,3%
9. Daniil Medvedev RUS 27,1%
10. Andrey Rublev RUS 26,9%
15. Alex Zverev GER 26,2%
23. Dominic Thiem AUT 24,8&
45. Stefanos Tsitsipas GRE 21,0%

Verwertete Break-Chancen

Bekanntlich entscheiden die "Big points", wer am Ende als Sieger den Platz verlässt. Und Breakchancen gehören da mit Sicherheit meistens dazu. Kein Wunder, dass die Superstars Rafael Nadal und Novak Djokovic in dieser Kategorie ganz vorne zu finden sind. Nick Kyrgios bestritt in dieser Saison wegen der Coronavirus-Pandemie nur neun Partien - dementsprechend ist sein hoher Wert in jedem beeindruckend, aber auch mit Vorsicht zu genießen. Dominic Thiem kann immerhin 41,7 Prozent seiner Breakbälle verwerten und kommt damit als 17. in die Top 20 dieser Wertung. Klares Schlusslicht ist übrigens Aufschlag-Kanonier John Isner, der nur etwas mehr als jeden vierten Breakball für sich nützen kann.

Platz Spieler Land Verwertete Breakchancen
1. Nick Kyrgios AUS 48,2%
2. Rafael Nadal ESP 46,9%
3. Novak Djokovic SRB 45,9%
4. Fabio Fognini ITA 44,5%
5. Roberto Carballes Baena ESP 44,4%
6. Filip Krajinovic SRB 44,4%
7. Diego Schwartzman ARG 43,6%
8. Tommy Paul USA 43,4%
9. Albert Ramos-Vinolas ESP 43,4%
10. Adrian Mannarino FRA 42,9%
12. Daniil Medvedev RUS 42,7%
17. Dominic Thiem AUT 41,7%
26. Andrey Rublev RUS 40,4%
29. Alex Zverev GER 40,3%

Abgewehrte Breakbälle

Je besser der Aufschlag, umso leichter gelingt natürlich die Abwehr eines Breakballs - keine Frage. Dementsprechend finden sich auch im Ranking der abgewehrten Breakchancen die besten Aufschläger ganz vorne. Allerdings spielt bei solchen Momenten auch die mentale Ebene eine wichtige Rolle. Wenn das Herz zu rasen beginnt, weil dem Gegner nur mehr ein Punkt zum vorentscheidenden Break fehlt, dann kann die Hand des Aufschlägers richtig schwer werden. Hier sticht vor allem Rafael Nadal hervor: Während der spanische Superstar bei den Aufschlag-Statistiken eher im Mittelfeld zu finden ist, schafft er es hier auf Rang acht. Dominic Thiem verpasst als 22. knapp die Top 20. Sehr weit hinten ist in dieser Statistik vor allem Alex Zverev zu finden.

Platz Spieler Land Abgewehrte Breakbälle
1. John Isner USA 74,5%
2. Milos Raonic CAN 74,4%
3. Roger Federer SUI 70,8%
4. Matteo Berrettini ITA 69,7%
5. Feliciano Lopez ESP 69,2%
6. Stan Wawrinka SUI 68,5%
7. Vasek Pospisil CAN 67,6%
8. Rafael Nadal ESP 67,1%
9. Reilly Opelka USA 66,7%
10. Marin Cilic CRO 66,3%
12. Novak Djokovic SRB 65,6%
18. Stefanos Tsitsipas GRE 64,8%
22. Dominic Thiem AUT 64,2%
25. Andrey Rublev RUS 63,7%
44. Daniil Medvedev RUS 61,4%
61. Alex Zverev GER 57,4%

Gewonnene Tiebreaks

Der König der Tiebreaks heißt eindeutig Novak Djokovic! Unglaubliche 85,7 Prozent seiner gespielten Tiebreaks konnte der serbische Weltranglisten-Erste in diesem Jahr für sich entscheiden. Damit ist er der unangefochtene Meister dieser Kategorie. London-Sieger Daniil Medvedev ist Siebenter, kann aber schon nur mehr eine Quote von 64,1 Prozent vorweisen. Dominic Thiem landet mit 58,9 Prozent auf Position 18. Von den Top-Spielern agierte Andrey Rublev am schlechtesten: Der Russe gewann 2020 nicht einmal jedes zweite Tiebreak und kommt mit 48,9 Prozent nur auf Rang 45.

Platz Spieler Land Tiebreak-Gewinn-Quote
1. Novak Djokovic SRB 85,7%
2. Roger Federer SUI 78,3%
3. Richard Gasquet FRA 66,7%
4. Pablo Andujar ESP 66,7%
5. Diego Schwartzman ARG 65,6%
6. Jo-Wilfried Tsonga FRA 65,0%
7. Daniil Medvedev RUS 64,1%
8. Felix Auger-Aliassime CAN 64,0%
9. Andreas Seppi ITA 63,2%
10. Frances Tiafoe USA 62,5%
12. Stefanos Tsitsipas GRE 61,8%
18. Dominic Thiem AUT 58,9%
19. Rafael Nadal ESP 58,6%
23. Alex Zverev GER 57,4%
45. Andrey Rublev RUS 48,9%

Gewonnene Entscheidungs-Sätze

Wer hat die besten Nerven, wenn es in die entscheidende Phase einer Partie geht? Der Meister dieses Fachs ist zumindest im Jahr 2020 Rafael Nadal. 83,3 Prozent seiner Entscheidungssätze konnte der Spanier heuer für sich entscheiden. In absoluten Zahlen verlor er überhaupt nur eine einzige Partie im dritten oder fünften Satz und zwar jene im Halbfinale der ATP Finals in London gegen den späteren Gewinner Andrey Medvedev. Auf Platz zwei befindet sich schon Dominic Thiem, der auf 74,1 Prozent kommt und bekannterweise ebenfalls in London gegen Medvedev im Entscheidungssatz den Kürzeren zog. Medvedev selbst hatte kurioserweise vor den ATP Finals keine großartige Bilanz: Selbst nach London landet er mit einer Gewinn-Quote von 55,2 Prozent gerade einmal auf Position 37. Stefanos Tsitsipas kommt mit 45,9 Prozent überhaupt nur auf Rang 67. 

Platz Spieler Land Gewonnene Entscheidungs-Sätze
1. Rafael Nadal ESP 83,3%
2. Dominic Thiem AUT 74,1%
3. Salvatore Caruso ITA 71,5%
4. Alexander Bublik KAZ 70,0%
5. Andrey Rublev RUS 69,2%
6. Miomir Kecmanovic SRB 69,2%
7. Cristian Garin CHI 68,0%
8. Guido Pella ARG 66,7%
9. Laslo Djere SRB 66,7%
10. Borna Coric CRO 65,5%
17. Novak Djokovic SRB 61,9%
33. Alex Zverev GER 56,3%
37. Daniil Medvedev RUS 55,2%
67. Stefanos Tsitsipas GRE 45,9%

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