Die Vorteile des Trainings am Rad

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Endlich machen wieder Österreicher auf dem Zweirad von sich reden!

Angeführt von Etappensieger Lukas Pöstlberger hat Rot­-Weiß-Rot mit Patrick Konrad, Gregor Mühlberger, Georg Preidler und Felix Großschartner gleich ein Quintett beim Giro d’Italia am Start. Dazu kommt Bernhard Eisel, der bei der Kalifornien-Rundreise in die Pedale tritt.

Wer bei seinem Ausdauertraining auf der Suche nach einer Alternative zum Laufen ist, oder sich auch von den Profis inspiriert fühlt, für den kann der Radsport ein attraktives Betätigungsfeld darstellen, das gewisse trainingstechnische und gesundheitliche Vorteile mit sich bringen kann.

LAOLA1 hat wieder mit Mag. Miriam Biritz-Wagenbichler gesprochen – die 38-Jährige ist Berufsgruppensprecherin der sportwissenschaftlichen BeraterInnen in der Wirtschaftskammer Wien (hier gibt es mehr Details) und hatte bereits wichtige Tipps für Läufer und Wanderer parat.

Nun beschreibt die Sportwissenschaftlerin die wichtigsten Gründe, warum man ernsthaft in Erwägung ziehen sollte, sich aufs Rad zu schwingen:

1. Jede Menge Trainingsmöglichkeiten

Sportwissenschaftlerin Miriam Biritz-Wagenbichler (Foto: mybodyworks.at)

Radfahren ist eine vielseitige Trainingsmethode. Je nach Umgebung, in der man sich auf das Zweirad schwingt – und dem Tempo, in dem man das Ganze angeht – ist der Körper unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt. Am prägnantesten lässt sich das mit dem Unterschied zwischen Rennrad und Mountainbike veranschaulichen, wenngleich man natürlich auch auf der schnittigeren Variante ordentliche Steigungen in Angriff nehmen kann. "Auf hügeliger Strecke hat man ein gutes Kraftausdauertraining, auf flachen Abschnitten spricht man die allgemeine Ausdauer an", unterscheidet Biritz-Wagenbichler. Man trainiert bei ersterem also die Fähigkeit des Körpers, größere Kraft auch über einen längeren Zeitraum wirken zu lassen. "Wenn ich es als Ausgleichsport zu einer anderen Betätigung betreibe, ist immer das gegenüberliegende Pendant zu meiner Hauptsportart zu wählen: So haben etwa Fußballspieler und andere Ballsportler oft keine gute Grundlagenausdauer. Da ist Radfahren sehr naheliegend", sagt die Expertin.

2. Niedrigere Belastung und bessere Regeneration

Nicht nur die Vielseitigkeit kann einen großen Vorteil darstellen. Ganz generell ist das Training am Rad der ideale Einstieg für "Antisportler", die ihren meist nicht ganz freiwillig gewählten Spitznamen ablegen wollen. Die Belastungen sind, wieder im Vergleich zur naheliegenden Alternative Laufen, geringer, weil nur ein Sechstel des eigenen Körpergewichts eingesetzt wird. "Das sieht man auch am Puls. Beim Laufen ist man schnell in höheren Belastungsregionen, während man sich beim Radfahren anstrengen muss, um in Bereiche der 130-140 Schläge pro Minute zu kommen. Die Belastungsspitzen sind niedriger, was z.B. auch für Menschen mit hohem Blutdruck eine gute Sache ist", erklärt Biritz-Wagenbichler. "Für Untrainierte macht es Sinn, sich anfangs auf das Rad zu schwingen", meint sie daher. Allerdings sind auch für etwas gestandenere Sportler positive Aspekte gegeben: So etwa beim Regenerationstraining, welches ebenfalls vom niedrigeren Puls-Level profitiert. Und: Sollte man es nicht auf Gewichtsreduktion anlegen – etwa Menschen, die Muskelaufbau anstreben und nur ergänzend ihre Ausdauer nicht außer Acht lassen wollen – bleibt noch wohlwollend erwähnt, dass der Kalorienverbrauch am Rad nicht so hoch liegt, wie in den Laufschuhen.


Sportwissenschaftliche Beratung näher vorgestellt:

(Text wird unterhalb fortgesetzt)


3. Gesündere Alternative für Risikogruppen

Leider hat der "klassische" Ausdauersport auf zwei Beinen, das Laufen, den unangenehmen Nachteil, Gelenke und Bändern hohen Belastungen auszusetzen. Speziell im höheren Alter können Verschleißerscheinungen und Probleme auftreten, die eine weitere Ausführung schmerzhaft bis unmöglich machen. ­Radfahren kann eine schonende Alternative darstellen. "Menschen mit Knieproblemen und sonstigen Gelenksschmerzen halten nicht viele Vibrationen aus. Da ist Radfahren leichter umzusetzen", sagt Biritz-Wagenbichler. Die allgemeine Annahme, das Zweiradtraining sei – speziell für ältere Menschen – grundsätzlich gesünder, ist aber differenziert zu betrachten. "Etwa bei Osteoporose wären solche Impulse dann doch nützlich, da man sonst nichts für die Knochendichte tut", wirft die Sportwissenschaftlerin ein. Auch in Sachen Haltung muss man sich die Vor- und Nachteile ins Bewusstsein rufen. "Wenn jemand Wirbelsäulenprobleme hat, braucht er ein Rad, auf dem man aufrecht sitzen kann. Der Oberkörper wird vernachlässigt, daher können durch die statische Haltung Schmerzen entstehen oder verschlimmert werden." Dafür gibt es allerdings Lösungen: "Ich würde jedem Radfahrer, der solche Probleme hat, ein zusätzliches Krafttraining empfehlen. Am besten ein funktionales Ganzkörpertraining, damit Rücken und Wirbelsäule gut unterstützt sind."

4. Mehr Abwechslung

Ganz klar: Wem Laufen auch einfach nur zu öde ist, dem sei zur Alternative auf zwei Rädern geraten. Während der durchschnittliche Läufer in einer Stunde einmal die Prater Hauptallee rauf und runter schafft, macht man auf dem Sportdrahtesel locker einen Ausflug nach Korneuburg – um nur einmal ein etwas Wien-zentristisches Beispiel zu wählen. So wird die Ausübung des Sports gleichzeitig zur schönen Nutzung der Freizeit im Grünen. "Manch einer braucht die Geschwindigkeit und den schnellen Wechsel der Umgebung zur Motivation", berichtet die Expertin über ihre Erfahrungen. Außerdem: Wer es sich gut einteilt, kann die Zugluft auch zur zwischenzeitlichen Abkühlung nutzen und muss sich nach getanem Werk nicht unbedingt fühlen, wie ein Wassereis in der prallen Sonne.

Und nicht vergessen: Am 1. Juli beginnt die Tour de France! Mit etwas Trainingsdisziplin in der Zeit bis dahin kann man sich getrost wieder ein paar Tage frei nehmen, um mit den Profis mitzufiebern…

Textquelle: © LAOLA1.at

Expertin klärt auf: Die häufigsten Fehler beim Laufen

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