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Die größten Skandale des Sportjahres 2018

Das Sportjahr 2018 brachte naturgemäß einige Highlights, doch auch eher Unschönes.

Die größten Skandale des Sportjahres 2018 Foto: © GEPA

Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu.

Aus österreichischer Sicht gab es natürlich einige Highlights zu bewundern, wie die Medaillen-Jagd bei den Olympischen Spielen, einen Dominic Thiem im Finale der French Open, oder den Europa-League-Lauf des FC Red Bull Salzburg.

Allerdings wo Licht ist, da ist auch Schatten. Auch das Jahr 2018 ist nicht von Skandalen in der Welt des Sports verschont geblieben. Wir werfen einen Blick zurück auf die Aufreger und Skandale im Sportjahr 2018.

Missbrauchsvorwürfe im ÖSV

Den Österreichischen Skiverband (ÖSV) holte ein lange zurückliegendes Delikt eines aktuellen Trainers ein. Der ÖSV trennte sich von einem Mitarbeiter, der vor seiner Tätigkeit im Verband in einen von mehreren Männern verübten massiven sexuellen Übergriff an einer jungen Frau verwickelt war.

Vom Vorwurf der Vergewaltigung war der Mann freigesprochen worden, als "mindergewichtige Verurteilung" schien er in der Strafregisterbescheinigung nicht auf. "Es gibt Vorfälle, die mögen juristisch verjähren, aber nicht moralisch", begründeten ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel und Sport-Direktor Hans Pum die Maßnahme.

Auch gegen Österreichs bereits verstorbenen Jahrhundertsportler Toni Sailer wurden Missbrauchsvorwürfe erhoben. Die ebenfalls mit Anschuldigungen konfrontierte Ski-Trainer-Legende Charly Kahr sprach in seinem eigenen Fall von Verleumdung.

Kahr bemüht verschiedene Gerichte, er klagte die "Süddeutsche Zeitung" u.a. wegen Verletzung der Unschuldsvermutung, der Prozess am Wiener Landesgericht wurde auf Jänner vertagt.

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Ebenfalls noch nicht abgeschlossen ist sein Prozess gegen eine ehemalige Skirennläuferin und deren Ehemann wegen übler Nachrede am Bezirksgericht Bludenz, wo auch Ex-Skistar Annemarie Moser-Pröll als Zeugin aussagte. Weiterverhandelt wird im Jänner. Ein Verfahren in Leoben gegen Kahr wegen Vorwürfen sexueller Übergriffe wurde wegen Verjährung eingestellt.

Eine vom ÖSV im November 2017 als Reaktion auf die auftauchenden Missbrauchsvorwürfe eingesetzte Expertenkommission stellte keine Hinweise auf systematischen sexuellen Missbrauch und sexuelle Gewalt innerhalb der Verbandsstrukturen fest.

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck schloss ihrerseits ihre Ermittlungen zu den Vorwürfen in der Skihauptschule Neustift ab, ins Visier der Staatsanwaltschaft geriet u.a. der ehemalige Heimleiter. Im April wurde im Landesgericht Leoben ein Trainer der Ski-Akademie Schladming wegen Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses zu einem Jahr Haft verurteilt.

Doping und Korruption im Biathlon

Erschüttert wurde indes im April der Biathlon-Sport. Die Zentrale Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption (WKSTA) ermittelte wegen Dopings, Betrugs und Geschenkannahme gegen die IBU sowie russische Betreuer und Sportler. Anders Besseberg trat als Verbandspräsident zurück, bestritt aber die Vorwürfe.

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Im Visier ist die WM im Februar 2017 in Hochfilzen, die Behörden informierten diesen Dezember während des Weltcups ebendort die Russen über die Einleitung von Doping-Ermittlungsverfahren gegen fünf Athleten und fünf Betreuer.

Die Korruptionsvorwürfe reichen jedoch bis 2012 zurück. Russische Dopingsünder sollen gedeckt und 65 Doping-Proben vertuscht worden sein. Bei der Vergabe der WM 2021 im September 2016 zugunsten der russischen Stadt Tjumen sollen Bestechungsgelder geflossen sein. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) stoppte im Juni sämtliche Zahlungen an die IBU, gab die Gelder im November aber wieder frei.

Beim IBU-Kongress in Porec wurde im September der Schwede Olle Dahlin für vier Jahre als neuer Präsident gewählt, es liegt an ihm, den Verband aus der Krise zu führen. Eine unabhängige externe Kommission unter der Führung des britischen Anwalts Jonathan Taylor wurde installiert, die Zusammenarbeit mit der International Testing Agency vereinbart.

Der russische Verband muss für eine Rückkehr als vollwertiges IBU-Mitglied zwölf strenge Kriterien erfüllen, bis mindestens 2022 werden keine Biathlon-Wettkämpfe in Russland stattfinden.

Nordkoreas Teilnahme an den Olympischen Spielen

Begonnen hat 2018 allerdings mit einem positiven Aufreger, denn Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un erwog bei seiner Neujahrsansprache neben einer Eskalation des Konflikts mit Südkorea auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Pyeongchang.

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Letztlich war Nordkorea mit Sportlern bei den Winterspielen und den Paralympics vertreten, es wurden teilweise auch gemeinsame Teams gestellt. Die Zeichen deuten daraufhin, dass Nordkorea von nun an dauerhaft zur Olympischen Familie gehören will, im Raum steht auch eine gemeinsame Bewerbung von Nord- und Südkorea für die Austragung der Sommerspiele 2032.

Machtwechsel im IMSB

Kein Stein auf dem anderen blieb auch im renommierten Institut für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung (IMSB) in der Südstadt.

Das IMSB geht mit einen neuem, interimistischer Vorstand ins neue Jahr, die im FPÖ-geführten Sportministerium tätigen Philipp Trattner und Christian Günther fungieren bis März 2019 als Präsident bzw. Vizepräsident.

Hans Holdhaus als Direktor und Hans Holdhaus junior als Geschäftsführer der Tochtergesellschaft IMSB Consult waren wegen Unregelmäßigkeiten entlassen worden. Sie setzen sich dagegen rechtlich zur Wehr.

Eine Prüfungskommission klärt derzeit die offenen Fragen rund um die Fördergeldverwendung im IMSB. Anti-Doping-Experte Holdhaus senior war 1982 Gründer des Instituts und dann Geschäftsführer.

Immer wieder Ärger mit der FIFA

Nicht zur Ruhe kommt auch der Fußball-Weltverband (FIFA). Verbandspräsident Gianni Infantino sah sich nach Berichten in der Wochen-Zeitung "Der Spiegel" unter Berufung auf Football-Leaks-Dokumente allerdings als Opfer einer kontinuierlichen Diffamierungskampagne und stritt jedes Fehlverhalten ab.

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Ihm werden unlautere Absprachen mit den Bossen der Top-Clubs Paris Saint-Germain und Manchester City in seiner Zeit als UEFA-Generalsekretär angelastet sowie die durch E-Mails dokumentierte Einflussnahme auf Formulierungen im neuen Reglement der als unabhängig deklarierten Ethikkommission der FIFA.

Russischer Dopingskandal

Eine offene Causa ist weiterhin der Dopingskandal in Russland. Der Vorstand des Leichtathletik-Weltverbandes verlängerte Anfang Dezember die Suspendierung des russischen Verbandes.

Für einen weltweiten Aufschrei sorgte die Entscheidung der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA nach drei Jahren unter Auflagen zu begnadigen. NADA-Chef Michael Cepic sprach von einem "irreparablen Schaden".

 

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