EM-Ticket! ÖHB-Team auch ohne Bilyk reif genug

 

Großereignisse in einer Weltsportart werden für Österreich wohl nie zur Gewohnheit. Dass das ÖHB-Team zum bereits neunten Mal in den letzten elf Jahren zu einer Endrunde fährt - zum siebten Mal nach einer sportlichen Qualifikation - ist daher nicht hoch genug einzuschätzen.

Zumal das 27:23 gegen Bosnien-Herzegowina in Graz einmal mehr nicht in Bestbesetzung bestritten wurde, nachdem Superstar Nikola Bilyk nach seinem Kreuzbandriss immer noch nicht zurück im Geschehen ist. Auch in Abwesenheit des überragenden Einzelspielers bewies die ÖHB-Truppe nun ihre Reife, unter Druck bestehen zu können.

Denn der war Anfang der Woche groß: Es mussten zwei Siege in Estland und daheim gegen die Bosnier her, denen das Team auswärts vor etwas mehr als einem Monat noch deutlich unterlag.

In Graz kamen aber vom ersten Moment an keine Zweifel auf, der Vorsprung betrug schnell und konstant drei bis fünf Tore.

"Ich muss ein riesiges Kompliment an die Jungs ausrichten, das ist Wahnsinn. Wir haben souverän gezeigt, dass wir auch ohne Niko eine schlagkräftige Truppe sind", freute sich Robert Weber im "ORF", der bereits ankündigte, seine Team-Karriere zumindest bis nach der EURO 2022 fortsetzen zu wollen.

"Ich habe meiner Familie schon gesagt, dass sie im Jänner wieder auf mich verzichten müssen."

Weber hatte schon ein schlechtes Gefühl

Dabei begann die Qualifikation denkbar schlecht. Deutschland war zweimal zu stark, auch der eigentliche Pflichtsieg daheim gegen Estland fiel eher mühsam aus.

VIDEOS - Highlights aus dem Spiel gegen Bosnien

(Text wird unterhalb fortgesetzt)

Weber gab zu: "Diese Spiele gegen Deutschland, die Machtdemonstrationen waren, da hatte ich ein schlechtes Gefühl. Und als wir in Bosnien unter die Räder gekommen sind, ist mir mulmig geworden", erinnerte sich der 35-Jährige.

"Aber gegen Estland kam der Glaube wieder, weil wir dort doch dominiert und die ganze Woche unglaublich gut trainiert haben. Das haben wir dem Trainer dankend zurückgegeben."

Rehabilitation nach schlechter WM

Der freute sich über eine fast fehlerfreie Vorstellung seiner Schützlinge.

"Die Abwehrleistung war heute richtig gut. Wir hatten das Spiel im Griff, waren auch im Angriff geduldig und haben wenig Fehler gemacht", hatte Ales Pajovic rein gar nichts zu kritisieren.

Wichtig war die Qualifikation auch deshalb, um die sportlich nicht gut ausgefallene Weltmeisterschaft im Jänner schnell vergessen zu machen. "Handball ist so. Bei der WM verlierst du mit 15 Fehlern gegen die Schweiz und das ist normal. Heute waren es vielleicht fünf. So müssen wir spielen."

Es sei eine Team-Leistung gewesen, mit der auch der Ausfall von Nikola Bilyk nicht weiter auffiel: "Es ist eigentlich schwer, mit 17 verschiedenen Charakteren in der Mannschaft. Aber die Stimmung ist gut und das zeigen wir dann auch auf dem Feld."

Auf den ÖHB wartet der Super-Winter

Nur zwei Wochen nach der Qualifikation der ÖHB-Frauen für die WM im Dezember ist damit klar, dass Österreichs Handball zum Jahreswechsel gleich zwei Großereignisse vor der Brust hat.

Zuletzt war dies eben zum Jahreswechsel 2009/2010 der Fall, als die Damen bei der WM in China antraten und im Monat darauf die erste Heim-EM für die Männer wartete.

Für die Herren war es der Startschuss in eine goldene Ära, die nun ihre Fortsetzung findet.

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