Schwab erkämpft sich guten Start in Atzenbrugg

Schwab erkämpft sich guten Start in Atzenbrugg Foto: © GEPA
 

Matthias Schwab ist mit einer 71er-Runde (-1) in die zur European Tour zählenden Austrian Golf Open in Atzenbrugg gestartet.

Österreichs Tour-Profi lag bei schwierigen Verhältnissen schon nach vier Bahnen 2 unter Par, konnte in einer "Kampfrunde" bei unwirtlichem Wetter und kaltem Wind aber nicht nachsetzen.

Mit seinem Rundenergebnis liegt Schwab vier Schläge hinter dem solo in Führung liegenden Spanier Alejando Canizares (67) in den Top 20.

Schwab: "Happy mit der Runde"

Schwab schlug zwar erst am Nachmittag ab, hatte da aber unter dem teils heftigem Wind zu leiden. Trotzdem sicherte er sich bei dem mit 1 Mio. Euro dotierten Event rasch zwei Schlaggewinne. Eine misslungene 9, auf der sein zweiter Schlag von einem Baum gestoppt wurde, warf den Österreicher aber zurück.

Nach einem gelochten 10-Meter-Birdie-Putt auf der 11 und einem postwendenden Schlagverlust auf der 12 tat sich beim 26-jährigen Steirer scoretechnisch nichts mehr. Vielmehr musste er in einer Marathon-"Kampfrunde" sein Spiel ziemlich ausloten, um das Ergebnis von 1 unter Par zu halten.

"Ich bin trotzdem absolut happy mit der Runde. Der Start war okay, von da weg war es aber ein ziemlicher Kampf mit der Kälte und dem Wind", berichtete Schwab. "Deshalb bin ich mit dem Score zufrieden. Am Ende habe ich zweimal noch das Par gerettet", sagte der Steirer.

Die extrem lange Spielzeit ausgerechnet auf jener Anlage, auf der 2018 mit dem Shot Clock Masters das schnelle Golfspiel präsentiert worden war, tat das Ihrige.

"Wir waren alle ziemlich langsam. Vor allem am Schluss hast du gemerkt, wie sehr das zehrt. Der kalte Wind entzieht dir enorm viel Energie", bestätigte ein fröstelnder Schwab, der sich mehr als 70-mal die warme Jacke aus- und wieder anziehen hatte müssen. Der Rohrmooser gestand: "Ich bin ziemlich fertig und hoffe, dass es am Freitag etwas angenehmer wird."

Kaymer trotz der Kälte

Seiner Mitfavoritenrolle zunächst absolut gerecht wurde Martin Kaymer. Der zweifache Major-Sieger aus Deutschland absolvierte schon am Vormittag eine starke Startrunde mit 68 Schlägen (-4).

Vor dem Turnier hatte der 36-Jährige seine Proberunden auf dem für ihn neuen Platz im Diamond Country Club teilweise bei Schneefall und Minustemperaturen absolvieren müssen.

"Es war nicht einfach zu spielen, weil es immer noch so kalt war", sagte Kaymer nach seiner Runde. Er habe sein Spiel aber gut zusammengehalten und selbst die schweren Löcher gut beendet.

"Leider ist mir am Ende doch noch ein weiteres Bogey passiert, sagte der Deutsche. "Die Qualität der Schläge war insgesamt aber sehr gut. Ich habe Fehler vermieden und die Par 5 gut genutzt. Das war der Schlüssel heute", gab sich Kaymer zufrieden.

Einen Spieler wie Kaymer haben die seit 2010 in Atzenbrugg ausgetragenen und diesmal mit 1 Mio. Euro dotierten Golf Open noch nicht am Start gehabt. Der ehemalige Weltranglisten-Erste ist zweifacher Major-Sieger (2010 PGA Championship, 2014 US Open), hat auf der Europa-Tour elf Turniere gewonnen und mit Europa drei Mal den Ryder Cup gewonnen.

Nemecz verpatzt Auftakt

Keinen guten Start erwischte Lukas Nemecz. Der hinter Bernd Wiesberger, Schwab und Sepp Straka viertbeste Österreicher und aktuelle Gewinner der ersten beiden Turniere zum heimischen Audi Circuit steht nach einer 77er-Runde am Freitag schwer unter Druck, will er den Cut noch schaffen.

Zweitbester Österreicher war überraschend Amateur Niklas Regner. Der 22-Jährige, der in seiner Jugend dem steirischen Ski-Landeskader angehörte und im Sommer Profi wird, schaffte trotz Doppelbogeys auf der 8 und 18 eine gute 72.

"Ich habe 16 Löcher wirklich sehr gut gespielt. Fehlentscheidungen werden bei diesem Wind bitter bestraft", sagte Regner, der bei den Schlagverlusten zu den falschen Spielgeräten gegriffen hatte. "Gute Ansätze waren dennoch sichtbar. Ich bin positiv, hier weitere drei Runden zu spielen", sagte Regner.

Wiesberger bedauert fehlen

Bernd Wiesberger ist bei den heimischen Open nicht am Start, weil er erst am Dienstag vom US Masters nach Österreich zurückgekehrt ist. Eine Woche später und er wäre gerne dabei gewesen, ließ der Burgenländer wissen.

Das Turnier in Österreich war diesmal extrem kurzfristig und anstelle von Portugal in den Kalender der Europa-Tour gekommen, weil für die Tourspieler aus Südafrika und Großbritannien wegen der aktuellen Reisebeschränkungen keine Weiterreise nach Spanien garantiert gewesen wäre.

Nachdem Österreichs größtes Golfturnier 2019 mangels Sponsoren ausgefallen war, war im Vorjahr der Re-Start der Europa-Tour außerplanmäßig in Österreich über die Bühne gegangen. Diesmal musste - erneut auf Ersuchen der Tour - sogar innerhalb von nur drei Wochen und trotz der aktuellen Corona- sowie Brexit-Probleme der Event in Niederösterreich auf die Beine gestellt werden.

"Am 12. März kam die erste konkrete Anfrage der Tour, ob wir übernehmen können. Danach ist alles sehr schnell gegangen", bedankte sich Organisationschef Ali Al-Khaffaf bei allen mithelfenden Stellen.

Für den Schlag des ersten Tages sorgte der Belgier Thomas Detry mit einem Hole in One auf dem Par 3 der sechsten Spielbahn.

Textquelle: © LAOLA1/APA Zum Seitenanfang »

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