Nemecz will auf DP World Tour "gut performen"

Nemecz will auf DP World Tour Foto: © getty
 

Neuer Name, neues Glück. Im 50. Jahr ihres Bestehens bekommt die European Tour der Profi-Golfer einen neuen Namen.

Mit dem Start der Joburg Open in Südafrika (ab morgen Donnerstag) nennt sich Europas höchste Spielklasse DP World Tour. Der neue Bewerbssponsor garantiert in der Jubiläum-Saison 47 Turniere in 27 Ländern. Dank des Logistik-Konzerns mit Sitz in Dubai, der weltweit Container-Häfen betreibt, schüttet die Tour in der neuen Saison insgesamt 200 Millionen Dollar Preisgeld aus. Alle Turniere garantieren ein Mindest-Preisgeld von zwei Millionen Dollar.

Neben Österreichs Aushängeschildern Bernd Wiesberger und Matthias Schwab - der Steirer will den Spagat schaffen und sowohl auf der US PGA Tour als auch auf Europas Top-Tour spielen - ist in der neuen Saison auch wieder Lukas Nemecz mit von der Partie. Der 32-jährige Grazer spielte bereits 2016 ein Jahr lang - allerdings äußerst unglücklich und leider erfolglos - in der höchsten Liga in Europa mit.

Für diese Saison aber hat sich der für den GC Murhof spielende Steirer viel vorgenommen und möchte "richtig gut performen". Nemecz belegte auf der Challenge Tour in der Jahreswertung "Race to Mallorca" den starken zehnten Platz und sicherte sich damit die Spielberechtigung für die "Eliteliga".

Beim Saison-Auftakt im Randpark GC von Johannesburg schlägt Nemecz - aktuell die Nummer 265 der Weltrangliste - als einziger Österreicher ab, ehe bei den folgenden zwei Tour-Events in Südafrika (Sun City und Malelane) auch Schwab und eventuell Wiesberger anreisen. Nemecz startet am Donnerstag, um 12:50 Uhr, auf Tee1 im Flight mit Rhys Enoch aus Wales und dem Schweden Philip Eriksson.

Die Top-Stars des ersten Saison-Events sind die Lokalmatador Dean Burmester (Nummer 76 der Welt) sowie Dylan Frittelli (Nr. 112), der Däne Marcus Helligkilde (Nr. 80) und der US-Amerikaner Johannes Veerman (Nr. 115).

Vor dem Saisonstart nennt Lukas Nemecz im Interview bei LAOLA1 nicht nur seine Ziele für die Saison und die Gründe für den Erfolg im Sommer, sondern erzählt auch, warum der Südafrikaner "Solly" seine Freundin Viktoria als Caddie ablöst:

LAOLA1: Wie ist die Stimmungslage vor dem Auftakt in die Saison 2022?

Lukas Nemecz: Bestens, es geht mir richtig gut. Ich freue mich schon riesig auf spannende Herausforderungen und meine zweite Saison im Kreis der besten Spieler Europas.

LAOLA1: Der Start auf der Challenge Tour war zuletzt eher "schleppend", ehe ab Ende Juli Top-Platzierungen folgten. Was waren die Gründe für die Steigerung?

Zwei Profis, die für den GC Murhof spielen: Lukas Nemecz und Niklas Regner (l./Challenge Tour)
Foto: © GEPA

Nemecz: Man kommt sicher mit guten Ergebnissen in eine bessere mentale Stimmung, einen Flow. Das haben dann auch die drei zweiten Plätze ab Ende Juli bewiesen. Ich habe auch intensiv mit meinem Coach Christoph Bausek gearbeitet, und ein weiterer Grund für die Steigerung war der Umstieg auf ein anderes Ballmodell.

LAOLA1: Was steckt da genau dahinter?

Nemecz: Ich bin im Juli vom Pro V1X auf den normalen ProV1 umgestiegen. Ich habe damit weniger Spin und das hilft mir, weil damit schlechte Schläge doch etwas weniger Richtungsverlust haben. Die zeitliche Nähe von Ballwechsel und guten Platzierungen war sicher kein Zufall.

LAOLA1: Worin besteht der Unterscheid zu 2016, zu deiner ersten Saison mit der europäischen Elite?

Nemecz: 2015 bin ich eher durch Zufall zur Tourkarte gekommen, ich habe in diesem Jahr eigentlich nicht gut gespielt. Der Weg über die Tourschool ist wahnsinnig hart, aber eben "nur" eine gute Leistung in einer Woche. Die Tourkarte über die Challenge Tour zu holen, bedeutet, dass man eine ganze Saison gut gespielt hat und dadurch auch eine bessere Kategorie erreicht.

LAOLA1: Sind Professionals, die es über die Challenge Tour schaffen, bessere Golfer?

Nemecz: Das ist eine provokante Frage. Sie haben zumindest bewiesen, dass sie über mehrere Monate bzw. eine ganze Saison konstant spielen können. Diese Art, die Tourkarte zu schaffen, ist sicher eine sehr gute Vorbereitung. Als Spieler weiß man dadurch auch, dass man nicht nur eine gute Woche im Köcher hat.

LAOLA1: Wirkt sich die gute Kategorie - dank Challenge-Tour-Erfolg - auch auf die Spielmöglichkeiten auf der Tour aus?

Nemecz: Absolut. Ich bin 2022 in der Kategorie 14 und damit kann ich das ganze Jahr hervorragend planen. Ich werde wahrscheinlich sogar einige Rolex-Turniere spielen können. Das ist ein riesiger Vorteil im Vergleich zu 2016. Damals musste ich nehmen, was ich bekommen habe.

LAOLA1: 2016 ist der Saisonstart zudem sehr spät erfolgt, oder?

Nemecz: Jein. Ich konnte die ersten Turniere in Südafrika spielen, danach war aber eigentlich bis Anfang April Schluss. Damit startet man mental auch nicht sehr gut, weil man eigentlich gleich mit dem Rücken zur Wand steht. Man muss die wenigen Chancen nutzen, die man bekommt.

LAOLA1: Warum ging die Tourkarte am Ende der Saison 2016 wieder verloren?

Nemecz: 2016 habe ich zwar bei der Hälfte meiner European-Tour-Turniere den Cut geschafft, aber ich hatte einfach zu schlechte Platzierungen und zu wenig Preisgeld. Am Ende des Tages helfen Platzierungen zwischen Rang 30 und 50 einfach nicht. Man muss regelmäßig in den Top Ten sein, damit man sich die Karte für das nächste Jahr sichert.

LAOLA1: Wieviel Preisgeld wird nötig sein, um 2023 weiter erstklassig spielen zu können?

Nemecz: In den vergangenen Jahren waren es immer so rund 350.000 Euro – darunter wird es wahrscheinlich nicht gehen. Ich muss also ungefähr so viel Preisgeld holen, wie in meiner bisherigen Karriere zusammen.

LAOLA1: Durch die neue DP World Tour und die gehobenen Preisgelder sollte das aber möglich sein, oder?

Nemecz: Alle Turniere 2022 sind top dotiert, damit wird am Ende der Saison sicher auch für die Ränge unter den Top 110 mehr Preisgeld notwendig sein. Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich mich auf der DP World Tour behaupten kann. Ich habe heuer auf der Challenge Tour mehrmals um den Sieg gespielt und wenn das möglich ist, kann man auch eine Stufe höher vorne dabei sein.

LAOLA1: Wie lauten die Saisonziele?

Nemecz: 2021 hatte ein Manko: Mir ist auf der Challenge Tour kein Sieg geglückt, das wäre schon ein Statement für die kommende Saison gewesen, in der natürlich die Tourkarte für 2023 ganz oben auf meiner Liste steht. Ich möchte auf der DP World Tour so richtig gut performen. Ich kenne viele Spieler, es wird alles vertrauter sein und das sind ganz andere Voraussetzungen als 2016.

LAOLA1: Apropos vertraut: Deine Freundin Viktoria Muster begleitet dich seit vielen Jahren und ist oft auch als Caddie mit dabei. Wird sie dich auch 2022 in dieser Art und Weise unterstützen?

Nemecz: Viki ist eine wichtige Stütze für mich und auch als Caddie ist sie großartig. Als Ärztin ist sie aber gerade extrem gefordert, daher wird sie mich 2022 eher als Freundin begleiten. Am Bag starte ich mit einem Südafrikaner, Solomon "Solly", der schon 15 Jahre auf der Tour arbeitet. Außerdem muss sich Viki um den Baufortschritt kümmern, da wir gerade mit dem Hausbau begonnen haben. Daher habe ich doch etwas Druck, dass ich 2022 gute Platzierungen und entsprechendes einspiele...

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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