Schwab bei Weltpremiere heimischer Star

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Acht Jahre nach seinem Sensations-Debüt als 15-jähriger Amateur bei den mit 1 Mio. Euro dotierten Golf Open in Atzenbrugg ist Matthias Schwab diese Woche der Star in Niederösterreich.

In Abwesenheit des verletzten Bernd Wiesbergs ist der 23-jährige Steirer im Diamond Country Club die größte heimische Hoffnung bei einer Weltpremiere. Beim "Shot Clock Masters" im wird erstmals eine Stoppuhr über 72 Löcher und bei jedem Schlag eingesetzt, um das Spiel zu beschleunigen.

Beeindruckendes erstes Profi-Jahr

In seinem ersten Profi-Jahr hat der einstige Ausnahme-Amateur Schwab konstant und gut gespielt. Er hat nicht nur einen vierten Platz bei den Indien Open geholt, sondern alleine 2018 bei zwölf Turnieren zehn Mal den Cut geschafft.

Unmittelbar vor Atzenbrugg auch erstmals bei einem Event der Rolex Serie, den mit 7 Millionen dotierten Italian Open am Gardasee, die er als 42. und mit fast 32.000 Euro Preisgeld beendete. Nur in Indien hatte er mit 65.000 Euro noch mehr verdient.

Sein Manager Andrew "Chubby" Chandler sieht in Schwab einen kommenden Top-50-Spieler.

"In zwei Jahren, womöglich auch früher, kann Matthias dort sein", sagte der Betreiber der englischen Agentur ISM (International Sports Management), mit der Schwab seit dem Vorjahr einen Dreijahresvertrag hat. Schon im ersten Jahr wurden die Erwartungen übertroffen, auch in der Vermarktung. "Normalerweise kümmern wir uns in erster Linie um's Sponsoring. Aber Matthias hatte selbst da schon ein gutes Paket geschnürt", so Chandler.

So wird der Steirer aus Rohrmoos bei Schladming mit einem Turnier-Betreuer sowie bei Reisen bzw. mit Turnier-Einladungen unterstützt. Spielt der Österreicher so weiter, werden bald kaum noch "Invitations" notwendig sein. In der Weltrangliste hat er innerhalb eines Jahres fast 1.200 Plätze gut gemacht, in der Jahreswertung (Race) ist er schon in den Top-100.

"Hat Kopf, Herz und Eier"

Wie der Sohn des einstigen Bob-Olympiastarters und Ex-NADA-Chefs Andreas Schwab mit dem Rummel vor dem Shot Clock Masters umging, imponierte auch Chandler.

"Er ist der Star beim Heimturnier. Daraus kann er lernen, wenn man später woanders auf ihn blickt", sagte der Brite, der stets große Stücke auf den Österreicher gehalten hat, im Gespräch mit der APA. Chandler wurde bisher nicht enttäuscht.

"Matthias hatte schon als Amateur großartige Ergebnisse und er wird sein Spiel weiter Schritt für Schritt verbessern. Aber wichtiger als alles andere ist, dass er den Kopf, das Herz und die Eier für eine Karriere hat."

Chandler promotet hauptsächlich Golfer und Springreiter und ist Fan des stets ruhigen Steirers und dessen konstanter Spielweise. "Matthias ist kein Wow-Golfer. Aber er macht auch keine dummen Fehler", so der ehemalige Golf-Pro (1 Turniersieg), der Schwabs Spielweise mit jener von Matt Kuchar vergleicht. Der Amerikaner war einst Nummer 5 der Welt und hat über 30 Mio. Dollar verdient.

"Um jeden Schlag kämpfen"

Von der internationalen Besetzung her ist Lee Slattery der aktuell erfolgreichste Spieler in Atzenbrugg. Der Engländer wurde zuletzt bei den Italian Open mit 20 unter Par Dritter.

Der spanische "Wahl-Österreicher" Miguel Angel Jimenez hat dort als 14. gezeigt, dass er trotz seiner 54 Jahre noch nicht zum alten Eisen gehört. Jungstar in Niederösterreich ist der nordirische Amateur Tom McKibbin, der mit nur 15 Jahren sein Tour-Debüt gibt. Er gehört dem gleichen Golfclub an wie Superstar Rory McIlroy.

Die großen Themen sind eine Woche vor den US Open aber die Weltpremiere der "Stoppuhr (Shot Clock) sowie der erstmalige Auftritt von Schwab als Mitfavorit beim Heim-Turnier.

Was mit vielen PR-Auftritten vor dem Turnier verbunden war. "Das sind Verpflichtungen und eine Verantwortung, denen ich mich als Aushängeschild stellen muss", ging der Schladminger damit gelassen um. "Aber natürlich wäre ich lieber auf der Range trainieren", fügte er am intensiven Medien-Dienstag schmunzelnd an.

Schwab hat in seiner schon bisher bemerkenswerten Karriere viel erreicht. Er ist mittlerweile in der Position, auch beim Heimturnier ganz vorne mitspielen zu können. Womöglich gar um den auf 166.660 Euro lautenden Siegerscheck und den Diamant-Pokal?

"Es ist schwer, sich eine Platzierung zum Ziel zu setzen", winkte Schwab ab. "Ich kann ja nicht beeinflussen, wie die anderen spielen. Sondern nur, was ich selbst mache." Und da sei der Plan praktisch immer derselbe, egal ob Challenge Tour, Rolex Event oder heimische Open: "Mein Bestes geben und bis zum Schluss um jeden Schlag kämpfen."

"Mich setzt Uhr nicht unter Druck"

Mit Spannung blickt man auf die "Shot Clock". Vor allem jene Spieler, die ohnehin rasch spielen, begrüßen den erstmaligen Einsatz der Stoppuhr bei jedem Schlag. Österreich ist ein Testlauf, von dem abhängt, ob die Shot Clock ein taugliches Instrument zur Spielbeschleunigung ist.

Schwab begrüßt die Stoppuhr. "Fünfstunden-Runden sind extrem mühsam", weiß der Schladminger. "Mich setzt die Uhr jedenfalls nicht unter Druck, ich sollte alles locker im Griff haben. Ich bin für jede Innovation, die das Spiel schneller macht."

Nemecz hat hingegen Bedenken, dass Zeitdruck und der ständige Blick auf die Uhr zum Problem werden könnten. "Obwohl es weiterhin ein Zählwettspiel ist, wird es für viele einen gravierende Unterschied machen, auch für schnelle Spieler", fürchtet der Steirer.

Er selbst werde einiges an seiner eigenen Routine ändern und auch gedanklich schneller beim nächsten Ball sein müssen. "Vor allem die Caddies werden diese Woche besonders wichtig", ist Nemecz überzeugt.

Turnierdirektor David Probyn versprach aber, dass die Referees ohnehin eine "zehnprozentige" Toleranz einziehen würden. "Unser Ziel ist ja nicht, Strafen auszusprechen, sondern das Spiel zu beschleunigen."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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