Touchdown Tuesday: Wir weinen mit Beckham!

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Und da sind wir auch schon wieder!

Die NFL-Ergebnisse sind euch allen freilich bekannt, doch die größte und teuerste Profiliga der Welt hat viele Stories zu erzählen.

Wie gewohnt widmet sich LAOLA1 den Auffälligkeiten des Spieltages.

Wer ist Winner? Wer ist Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? Wer sorgte noch für Aufsehen? 

Das ist der Touchdown Tuesday - die Endzone von LAOLA1 - Episode 5 der Saison 2017:

 

Wir sind uns nicht sicher, aber angeblich hat Green Bay einen Antrag angestellt, auswärts nur noch im AT&T Stadium zu Arlington, Texas zu spielen. Warum? Na, weil Green Bay dort einfach nicht verliert. Egal, was ist. 2011 gewannen die Packers dort ihre letzte Super Bowl gegen die Pittsburgh Steelers, seither auch die letzten drei Duelle gegen die Cowboys. Immer irgendwie auf spektakuläre Art und Weise. Wer erinnert sich nicht an das Spektakel in den Playoffs 2016/2017? Dieses Mal legte sich Aaron Rodgers den Game-Winning-TD mit einem Lauf selbst auf und zeigte einmal mehr seine große Klasse, auch Davante Adams mit seinem Catch. Die Packers stehen bei 4-1 und die Lions haben auch verloren. Läuft für Green Bay.

 

Halleluja, nun kommt bei den New York Giants ja mal alles zusammen. "Big Blue" bleibt in dieser Saison "Big Boo", verliert auch gegen die Los Angeles Chargers, die wiederum das erste Mal anschreiben. Der letzte Drive wird mit einer bitteren Interception gestoppt, davor verliert man schon seinen Superstar Odell Beckham jr. mit einem Knöchelbruch. Dessen Saison ist quasi beendet, genau wie jene seines WR-Kollegen Brandon Marshall und eigentlich auch jene der Giants. Irgendwie bizarr, sollten nicht die Jets bei 0-5 und die Giants bei 3-2 stehen...?

 

Hm, einigen wir uns darauf: Leonard Fournette war wohl ein berechtigter Nummer-4-Pick der Jacksonville Jaguars. Sein 90-Yards-Rushing-TD, der Jacksonvilles Sieg in Pittsburgh krönte, kann sich mehr als sehen lassen. Der RB-Jungstar hat damit in allen fünf Karriere-Spielen zumindest einen Touchdown erzielt. Nicht so schlecht, weiter so!

Dass es nicht die Saison der Arizona Cardinals werden wird, wissen wir jetzt schon länger und tut uns auch für "mundafinga" Leid. David Johnson geht wirklich an allen Ecken und Enden ab. Dabei würde ein Blick auf die Tabelle der NFC West genügen, um zu wissen, dass eigentlich noch alles drinnen wäre - den beiden Siegen gegen die "Kaliber" aus Indianapolis und San Francisco sei Dank. Aber dann darf man sich nicht so auseinander nehmen lassen wie im ersten Viertel bei der 7:34-Abfuhr in Philadelphia. Carson Wentz durfte in den ersten 15 Minuten drei TD-Pässe bejubeln und wirkte dabei wie der uneheliche Bruder von Aaron Rodgers oder Tom Brady - und das gegen eine Defense, die trotz allem mehr drauf haben sollte. Aber Patrick Peterson kann halt auch immer nur einen Gegenspieler covern. OH BOY!

Da es vielleicht unsere einzige Chance ist, einen Spieler der Cleveland Browns hier unterzubringen: Herzlich Willkommen in der NFL, Myles Garrett! Der Nummer-1-Pick des Drafts 2017 stieg verspätet in die Saison ein, verschwendete aber keine Zeit, um sich bemerkbar zu machen und hämmerte Jets-QB Josh McCown gleich einmal zu Boden - der erste seiner beiden Sacks an diesem Tag. Originell ist zudem, dass mit Garrett und Mitch Trubisky die ersten beiden Draft-Picks am selben Spieltag ihre NFL-Premiere feierten.

 

So, diese Woche gibt es ein bisserl bunt durcheinandergewürfelten "Pfeil-Salat". Aber da mir dieses NFL-Wochenende ein wenig im Magen liegt, verspüre ich den Drang, hier zuerst zu diesem Verletzungs-Horror Stellung zu beziehen - und das geht nur mit rotem Pfeil. "nicomadi" hat schon im letztwöchigen TT interessante Fragen zur Verletzungsmisere aufgeworfen: "Hat es was mit der immer höheren Geschwindigkeit des Spiels zu tun? Etwas mit der Weiterentwicklung der Systeme?" Und letzte Woche ging es "nur" um die fürchterliche Verletzung von Dalvin Cook, in dieser Woche beklagt die NFL den verletzungsbedingten Verlust von Kalibern wie Odell Beckham Jr. oder J.J. Watt - bei den Giants ist die Receiver-Riege nun ohnehin arg dezimiert, auch Brandon Marshall fehlt für die restliche Saison. David Johnson abwärts verletzten sich in den ersten Wochen dieser Spielzeit schon andere Stars. Ich kann nur schwer einschätzen, ob das eine ungewöhnliche Häufung ist - vom Gefühl her nicht, da wir Jahr für Jahr mit schweren Verletzungen konfrontiert sind. Aber dass die körperliche Entwicklung dieser "Maschinen" (im positivsten Sinn des Wortes) nicht gerade still steht, liegt auf der Hand. Man kann der NFL nicht vorwerfen, dass sie in punkto Spielersicherheit gar nichts unternimmt. Letztlich ist und bleibt es ein Kollisionssport - und auch diese körperliche Komponente gehört zu den Facetten, warum wir diese Liga so lieben. Dass wir natürlich alle gemeinsam ein wenig um einen "Chef-Charismatiker" wie Odell Beckham weinen, ist logisch - und gerade für dieses Gesicht der Liga ist der Zeitpunkt der Verletzung bitter - vor allem aus sportlichen Gründen, aber nicht nur. "OBJ" würde es fraglos verdienen, demnächst zum am besten bezahlten Receiver der Liga aufzusteigen. Ob und wie schnell er einen neuen Vertrag bekommt, steht nun aber womöglich in den Sternen. Er wäre nicht der Erste, der nach einer Verletzung einen Schritt langsamer zurückkommt. Den Giants bleiben Optionen, um sich zuerst einmal anzusehen, ob Beckham wieder zu alter Form findet (wovon ich übrigens fix ausgehe!). In diesem Jahr hat Beckham unter dem letzten Jahr seines Rookie-Vertrags gespielt, also schwerst unterbezahlt. Nächste Saison bekommt er dank Fünft-Jahres-Option auch "nur" 8,46 Millionen Dollar. Gut möglich, dass die Giants erst mal seine Leistungen 2018 abwarten werden. Sollte es zu keiner rechtzeitigen Einigung kommen, bleibt ihnen immer noch die Franchise Tag. Eine "normale" Vertragsverlängerung würde Beckham indessen wohl in ganz andere Regionen hieven. Zugegeben, das wird ihm im Moment völlig wurscht sein. Aber der Business-Faktor ist in der NFL ein ganz entscheidender - und auch der kann von solchen herzzerreißenden Szenen beeinflusst werden.

 

Beckham gehört der legendären Receiver-Draft-Klasse von 2014 an. Es gibt ja nicht wenige Stimmen, welche die Draft-Klasse 2017 an Running Backs jetzt schon für ähnlich legendär hält. Gut, dies ist tendenziell verfrüht und die Verletzung von Dalvin Cook tut auch unter diesem Gesichtspunkt weh: Aber es ist schon aller Ehren wert, was die jungen Herrschaften bislang abliefern. Sprach man vor der Saison nur von den etablierten Superstars Le'Veon Bell, David Johnson und - leider auch in anderem Zusammenhang - Ezekiell Elliott, sind es Kareem Hunt oder Leonard Fournette, die derzeit die Schlagzeilen beherrschen. Bei Hunt kommt mir vor, dass es fast schon als kleine Enttäuschung gilt, wenn er ein 100-Yards-Spiel ohne Touchdown hinlegt - gut, gegen Houston war er tatsächlich bisweilen nicht sonderlich effektiv, aber: Erstens guter Gegner, zweitens sind "Leistungsschwankungen" in diesem Karrierestadium ganz normal - wobei dies ohnehin Jammern auf ganz hohem Niveau ist, denn immerhin sprechen wir hier vom extremst souveränen Rushing Leader der Liga (609 Yards). Mit großem Respektabstand (466 Yards) folgt auf Rang zwei Fournette, der in Jacksonville tendenziell auch vom nicht gerade großartigen Passangriff ein wenig gebremst wird. An der Siegbilanz sieht man jedoch, wie wertvoll gutes Laufspiel (kombiniert mit guter Defense) sein kann. Weniger ins Laufen, sondern mehr ins Fangen kam bislang Christian McCaffrey, wobei ich mir bei ihm wenig Sorgen mache - Carolina muss nur noch effizienter herausfinden, wie man ihn einsetzt, und Jonathan Stewart macht den Weg eben auch nicht freiwillig frei, nachdem er selbst "ewig" der Zweier war. Wenn dieser Jahrgang legendär werden will, müssen aber auch die etwas später gepickten RBs einschlagen, oder zumindest einige davon. Während der eine oder andere im Vergleich zu den Erwartungen noch Anlaufzeit braucht (Joe Mixon oder Samaje Perine) sieht man bei anderen wirklich gute Ansätze, allen voran bei Alvin Kamara, der in New Orleans jedoch erst in der Hackordnung nach oben klettern muss. Aber auch D'Onta Foreman (Houston), Marlon Mack (Indianapolis), Aaron Jones (Green Bay) oder Tarik Cohen (Chicago) haben schon aufhorchen lassen. Wir werden natürlich gespannt verfolgen, wie sich die Youngsters weiterentwickeln - ist ja auch in punkto Fantasy interessant ("Neo", du musst berichten, wenn Kollege Kastler weiter unten schon interessanterweise schweigt *grins).

Achtung, Achtung, es folgt ein Versuch, etwas positiv zu sehen, was eigentlich nicht schönzureden ist! Aber wenn wir mal beim Sportlichen bleiben, dann war der Sonntag für die Indianapolis Colts ja ein schöner Tag der Heldenverehrung. Mein für immer verehrter Peyton Manning sieht sich wieder als Colt und ist nun vor dem Stadion für immer per Statue verewigt. Das ist natürlich schön, und der Heldenaufmarsch zur Halbzeit samt "TD-Pass" von Peyton auf Reggie Wayne nach Snap von Langzeit-Center Jeff Saturday war ja wirklich Nostalgie hoch zehn! Und dann kickt mit Adam Vinatieri auch noch eine 44-jährige lebende Legende in der Overtime das siegbringende Field Goal gegen die San Francisco 49ers - sein viertes Field Goal an diesem Tag. Damit schob er sich mit nunmehr 539 Field Goals in der ewigen Rangliste vorbei an Gary Anderson (538) auf Rang zwei. Auf Spitzenreiter Morten Andersen (565) fehlen "nur" noch 26. Das schaffst du, Adam! Und Colts-RB Frank Gore schob sich ausgerechnet gegen "seine" 49ers vorbei an Eric Dickerson auf Rang sieben der ewigen Rushing-Rangliste. Ja, auch an einem Tag, an dem sich zwei der schlechteren NFL-Teams der Saison 2017 matchten, kann man schöne Geschichten erzählen. Und ich erzähle sie, um zu kaschieren, dass dieses Match weltweit auch in den Nicht-Sport-Medien landete, weil der lächerliche Vize eines lächerlichen Politikers mit einer an Gemeinheit kaum mehr zu überbietenden Aktion auf teuren Kosten des Steuerzahlers samt Entourage zu dieser Partie eingeflogen wurde, um einen berechenbaren PR-Gag abzuliefern, indem er nach der Hymne das Stadion wieder verließ. Warum dies billiges Kalkül war? Weil natürlich klar war, dass Spieler der San Francisco 49ers bei der Hymne knien. Bei diesem Team begann es, kein Team zieht diese Aktion konsequenter durch. Wie auch immer: Eine Schande, dass an diesem Abend nicht Peyton Manning im Mittelpunkt stand. Mögen die Vögel in Indianapolis nicht seine Statue ins Visier nehmen, sondern - eh schon wissen...

Zugegeben, es ist ein wenig unfair, nach dieser Horror-Partie auf die Offense der Pittsburgh Steelers einzudreschen, aber ganz ehrlich: Das Gefühl, dass es sich hier ihrem Ruf entsprechend um die potenziell beste Offense der Liga handelt, hatte man doch auch schon im ersten Saison-Viertel nicht, oder? Endlich sollten sie in dieser Saison mal alle gemeinsam auf dem Feld stehen: Ben Roethlisberger, Le'Veon Bell, Antonio Brown und Martavis Bryant. Keiner gesperrt, keiner verletzt, dazu noch mit Juju Smith-Schuster ein talentierter junger Receiver - in Normalform sind die Herren als Combo nur schwer zu stoppen. Soweit die Theorie, die ganz so falsch nicht ist. Klammern wir Brown aus, der die NFL an Receiving Yards anführt, klickt der ganze Spaß noch nicht so richtig. Bell ist bestenfalls okay, aber nicht mehr - zumindest nicht so dominant, als dass es seinen finanziellen Vorstellungen entsprechen würde. Nur in einer Partie knackte er bislang die "Schallmauer" von 100 Rushing Yards. Bryant wirkt nach seiner Sperre ohnehin eingerostet. Und "Big Ben"? Ein einziges Drama. Nach seinem Fünf-Interceptions-Kollaps gegen Jacksonville ist sein Quarterback-Rating von 75,8 eines der schlechtesten der bisherigen Saison - er grundelt zwischen Mike Glennon und Brian Hoyer. Jags-Defender bemühten sich redlich, ihre Beobachtung, dass der gegnerische QB inzwischen "älter" und "müde" wirkt, in möglichst wohlwollende Worte zu verpacken. Roethlisberger ist 35 Jahre alt - eigentlich kein Alter für einen Spielmacher, andererseits schonte er seinen Körper im Verlauf seiner Karriere nur bedingt. Das größere Problem scheint jedoch die fehlende mentale Frische zu sein. Wer schon laut über seinen Rücktritt nachgedacht hat, dem fehlt im Unterbewusstsein vielleicht das gewisse Etwas. Nach dem Fiasko gegen Jacksonville stellte sich Roethlisberger hin und meinte: "Vielleicht habe ich es nicht mehr drauf." Selbstkritik ist grundsätzlich gut, im konkreten Fall aber auch besorgniserregend. Mein Vorschlag: Lieber Ben, alle internen Systeme auf null stellen, neu durchstarten und in den verbleibenden elf Spielen alles rausholen. Die AFC North ist immer noch bewältigbar und in den Playoffs angesichts des Potenzials alles drinnen. N-a-c-h dieser Saison kann man immer noch evaluieren, ob ein Karriereende das richtige ist. Aber wenn man sich in dieser Liga aufs Feld stellt, muss man geistig voll da sein und darf nicht die geringsten Zweifel haben - und diesen Eindruck vermittelt gerade "Big Ben" derzeit nicht.

Schwein gehabt, liebe Seattle Seahawks. Dieses Gastspiel bei den Los Angeles Rams war eine absolute Schnittpartie in der NFC West und der Herausforderer konnte gerade noch einmal mit Müh und Not in die Schranken gewiesen werden - auch ein bisschen von Cooper Kupps Gnaden. Der Rookie-Receiver droppte im letzten Drive die Chance auf den siegbringenden TD - ein schwer zu fangender Ball, aber bestimmt nicht unmöglich. Genau solche Plays muss man machen, um sich in der NFL einen guten Namen zu machen. Die ärgerlichste Szene dieser Partie war jedoch eine andere - und zwar der "Fumble" von Todd Gurley. Manche US-Kollegen kritisieren hier nicht zu Unrecht, dass es sich um die "dümmste Regel" in der NFL handelt. Der Rams-RB streckte sich, im Versuch den Ball in die Endzone zu halten, selbiger kam ihn im letzten Moment aus und berührte den Pylon, wie der Videobeweis belegte - Konsequenz: Statt Touchdown für die Rams Touchback für die Seahawks. Geht's noch? Fair wäre in dieser Situation Ballbesitz für die Rams an der Goalline gewesen. Dies raubte Los Angeles im ersten Drive ziemlich sichere sieben Punkte. Angesichts ihrer Dominanz zu Spielbeginn womöglich sieben entscheidende Punkte, die zumindest den Spielverlauf hätten anders gestalten können. Das Gute an der NFL: Sie prüft und hinterfragt ihre Regeln Jahr für Jahr aus Neue - unter anderem auf Sinnhaftigkeit und natürlich auch auf Spannungsfaktoren (der einzige Grund, mit dem Extrapunkt nach hinten zu gehen). Anders als im Fußball, der bezüglich neuer Regeln sehr unbeweglich ist, könnte diese Regel schon für die nächste Saison Geschichte sein. Es wäre kein Fehler!

Houston (a), Tennessee (h), Minnesota (h), Detroit (a), Jacksonville (h), Cincinnati (a), Los Angeles Chargers (a), Green Bay (h), Baltimore (h), Chicago (a), Pittsburgh (a). Hmmm, wen sollen die Cleveland Browns da noch schlagen? So Leid es mir tut, schön langsam muss man sich über eine 0-16-Saison Gedanken machen. Ich glaube nach wie vor nicht, dass es passieren wird - und wahrscheinlich "rettet" so wie in der Vorsaison das Unvermögen der Chargers die Browns vor diesem Schicksal. Ich bin gespannt, wie viel Durchhaltevermögen die Verantwortlichen in Cleveland bei ihrem Rebuilding beweisen werden. Ich denke nach wie vor, dass in dieser Offseason einige Puzzleteile für die Zukunft verpflichtet wurden. David Njoku deutet seine Gefährlichkeit in der Red Zone konstant an, ist aber ansonsten noch zu wenig eingebunden. Das dominante NFL-Debüt von Myles Garrett gegen die New York Jets war ebenfalls eine der seltenen guten Nachrichten für die Browns. Ob sich hier DeShone Kizer langfristig auch einreihen lässt, steht schwer in Frage. Wobei seine Leistungen für einen Rookie-QB in einem schlechten Team auch nicht gänzlich überraschend kommen - er ist schlicht und ergreifend noch nicht ready. Hue Jackson hält als Browns-Head-Coach inzwischen bei einer Bilanz von 1-20. Das ist natürlich grauslig. Dennoch glaube ich, es ist im konkreten Fall gescheiter, den aktuellen Prozess noch ein, zwei Jahre durchzuziehen und dann abzurechnen. Mit dem x-ten Neustart würde auch zum x-ten Mal eine neue Philosophie einkehren und die Browns würden zum x-ten Mal zurückgeworfen. Ja, die Jets kann man schon einmal schlagen, wenn man 0-16 vermeiden will. Momentan muss man sich in Cleveland aber eher an den kleinen Dingen erfreuen: Immerhin war man erstmals in dieser Saison in Führung. Juhu!

PS.: Danke für dein Feedback "naserwas" - du hast bezüglich Usability natürlich nicht Unrecht. Kollege Kastler und ich sollten mal in Klausur gehen, dann werden wir dies diskutieren - versprochen! Aber jetzt hat der Altmann dann erst einmal Urlaub, hahaha!

Wie schon vergangene Woche angedeutet, darf mit den Philadelphia Eagles immer mehr gerechnet werden. Die NFC East führt man nun mit 4-1 an und bislang wurde nur gegen die makellosen Kansas City Chiefs mit Ex-Coach Andy Reid verloren. Gut, die restlichen und bisherigen Gegner (Redskins, Chargers, Giants, Cardinals) waren bislang auch schlagbar. Ich bin schon gespannt, wie sich die Eagels am Donnerstag bei den Panthers schlagen. Das ist nach den Chiefs die zweite richtige Bewährungsprobe. Carson Wentz zeigt in seinem zweiten Jahr, dass er sich steigern kann, konnte auch am Sonntag mit weiten Würfen bestechen. Zach Ertz ist offensichtlich einer, der gerne angespielt wird. LeGarrette Blount macht bislang einen soliden bis guten Job. Das Receiver-Corps mit Alshon Jeffery, Torrey Smith und Nelson Agholor ist in jedem Fall spannend. Defense-wise ist es bislang okay, wenn auch noch nicht so, dass man sich auf sie verlassen dürfte, um Siege einzufahren. Aber nächste Woche wissen wir noch mehr. Eines ist schon jetzt klar, der geilste Jubel kam am Sonntag von den Eagles - Homerun!

Ein Wort noch zu den Packers, die wir oben eh absolut verdientermaßen abgefeiert haben. Ich sage es jetzt, wie es (zumindest aus meiner Sicht) ist: Wenn Aaron Rodgers nicht zumindest einen zweiten Ring bekommt, dann bin ich aber mal mächtig sauer. Ich schaue diesem Menschen so gerne bei der Arbeit zu, keiner kann den Receiver so präzise ins Bild setzen wie er, wenn es drauf ankommt. Aber das wisst ihr eh. Ich möchte dieses Mal auch die Receiver hervorheben. Jordy Nelson und Martellus Bennett blieben in der schwachen ersten Hälfte ohne Catch, dann waren sie nach der Pause da. Davante Adams war im Finish ein Matchwinner, zeigt seine positive Entwickling. Seine erste 1000er-Saison ist für mich bereits notiert. Dann hat Rodgers immer noch einen Randall Cobb und wenn der mal verletzt ist, dann dreht eben Geronimo Allison auf. Und das Laufspiel? Hallo Aaron Jones. Vielleicht ist ein Fünftrunder DIE Lösung für die Zukunft. Aaron und Aaron? Why not. Die Defense ist noch immer nicht die, wie sie Fans gerne hätten, aber vor allem in der Passverteidigung merklich besser als vergangene Saison. Aber für die NFC könnte es reichen. So weit, so gut Packers Nation. 

Ein kurzer Seitenblick zum College-Football sei mir diese Woche erlaubt. Ich habe vergangene Woche mit unserer größten NFL-Hoffnung telefoniert, Thomas Schaffer. Wer sich zurecht fragt, warum der 20-Jährige aktuell nicht spielt, dem sei gesagt, dass er aktuell Sport-Verbot hat. Das ausführliche Interview gibt es noch diese Woche, so viel sei verraten: Er gibt sich trotz aktuell schwieriger Situation sehr optimistisch und gibt einen spannenden Einblick in sein College-Leben. Schaffer befindet sich im zweiten Jahr in Stanford, dort wo Bryce Love mit 1240 Yards alles in Grund und Boden läuft. Auch über ihn haben wir gesprochen. Stanford hat am Wochenende bei Utah 23-20 gewonnen und hält bei 4-2. Und apropos College. Auch wenn das Spiel gegen Clemson schon vergangene Woche war, die Rasselbande von Virginia Tech hat sich verdient, mit viraler Verspätung gezeigt zu werden. Schaut hin, Los Angeles Chargers, so spaßig kann es sein, wenn Leute kommen...

 Im Prinzip kann man die Saison der Tennessee Titans schon wieder beenden. Gut, glücklicherweise gibt es ja noch einige Spiele, aber zunächst Marcus Mariota verletzungsbedingt verlieren, ist das eine. Dann aber trotzdem gegen die Dolphins verlieren, das andere. Das schaffen sonst nur die Chargers vor sieben Fans und nachdem ihr Kicker an der Reihe war. Aber es schafft auch ein anderer, nämlich Mike Mularkey. Warum sind die Patriots so gut? Wegen Brady? Sicher auch! Aber ich bin ein Freund der These, dass Bill Belichick hier der springende Punkt ist. Die Patriots könnten auch mit einem anderen QB 3-5 Super-Bowl-Titel inne haben. Worauf ich raus will: So lange Mike Mularkey Head Coach ist, werden die Titans nicht allzu viel reißen. Er ist in seiner sechsten HC-Saison, schaffte mit den Bills (2004-2005), Jags (2012) und den Titans (seit 2015) nie die Playoffs. Gut, nicht so überraschend, aber am Sonntag zeigte er auch, warum: Miami führte 16:10, lief bei 3rd and 7 2:36 Minuten vor Schluss und Jay Ajayi erreichte (in der Zeitlupe offensichtlich) das First Down nicht. Die Refs gaben es aber. Mularkey führte keine Challenge durch - nahm nach 30 Sekunden (!) Wartezeit ein Timeout! Zeit, die die Titans am Ende nicht mehr hatten, denn sie bekamen den Ball bei 0:19. Mit Belichick und vielen anderen Coaches hätten die Titans den Ball bei plus 2 Minuten bekommen. Das ist eben der Unterschied...

Cam Newton ist ein begnadeter Quarterback, der vor zwei Saisonen völlig zurecht als MVP ausgezeichnet wurde. Er steht mit den Panthers aktuell gut da, was nicht nur an ihm liegt, aber beim Sieg gegen die Patriots und nun gegen die Lions war Newton eben dieser begnadete QB. Doch nach seinem patzigen Super-Bowl-Auftritt nach der Niederlage gegen Denver 2016 - wie schlecht kann man als Verlierer eigentlich sein? - fiel Newton einmal mehr in der abgelaufenen Woche ungut auf. Eine Journalistin vom Charlotte Observer fragte Newton über Devin Funchess und dessen Routen. Newton startete seine Antwort mit: "It's funny to hear a female talk about routes like ... it's funny." Nein, Cam, ist es nicht. Und nicht nur was er gesagt hat, sondern auch wie er es gesagt, war einfach so was von fehl am Platz. Mit Verspätung hat sich Newton entschuldigt. Vielleicht auch deswegen, weil besagte Reporterin selbst Dreck am Stecken hatte und sich für "beleidigende Tweets" entschuldigte. Wie für jenen im August 2013, als sie tweetete, sie genieße rassistische Witze ihres Vaters, während beide noch durch Navajo Country fahren. Halloooooo? Geht's noch? In Tagen, Wochen und Monaten wie diesen frage ich mich, was in einem meiner Lieblingsländer los ist. Ich hoffe auf Besserung in jeglichem Sinne. Bitte, danke!

 Von mir aus kann sich der Verletzungsteufel dann wieder vom Acker machen. Brauche ihn ohnehnie nie, aber ich weiß, dass er in der NFL zum Inventar gehört. Doch nach vergangener Woche nun auch noch OBJ und JJ Watt mit Verletzungen zu verlieren, ist für die Liga einfach sehr schade. Und in erster Linie für die Teams und die Spieler, speziell bei den Ambitionen der Texans. Stellvertretend hier nun dieser Tweet von Watt. Mehr ist dazu nicht zu sagen, außer: Comeback stronger.

Wir picken jede Woche die Teilnehmer der Super Bowl LII, die am 4. Februar 2018 in Minneapolis, Minnesota, stattfinden wird.

Die Stadt hat das größte Einzelsportereignis der Welt schon einmal ausgerichtet, 1992 im Metrodome, in dieser Saison wird der finale Höhepunkt im ein Jahr alten U.S. Bank Stadium stattfinden.

Wir sind wie immer zuversichtlich, in irgendeiner Woche mit einem Pick richtig zu liegen - spätestens nach den Conference Finals...

BERNHARD KASTLER und sein Week-5-Pick:

Kansas City Chiefs vs. Philadelphia Eagles

Nicht nur weil sie 5-0 sind, nehme ich wieder die Chiefs. Sie zeigen Woche für Woche, dass sie das vernünftigste Paket der AFC schnüren. Ich sehe aktuell nur die Patriots, die ihnen Platz 1 ernsthaft streitig machen können - und die Chiefs haben in Woche 1 praktischerweise dort gewonnen. Nachdem ich schon die wahrscheinlichsten NFC-Gegner genannt habe, nun zu einem, der sich langsam zu solch einem entwickelt. Und wie cool bitte wäre es, wenn Andy Reid in der Super Bowl steht und auf sein langjähriges Team trifft...?

Week

AFC-Team NFC-Team
01 New England Patriots Green Bay Packers
02 Kansas City Chiefs Seattle Seahawks
03 Kansas City Chiefs Atlanta Falcons
04 Kansas  City Chiefs Green Bay Packers

PETER ALTMANN und sein Week-5-Pick:
 
New England Patriots vs. Carolina Panthers
 
Irgendwie ist diese Tipperei in diesem Jahr zach. So wenige Teams, denen man es ohne Wenn und Aber zutraut, gab es zu diesem Zeitpunkt schon länger nicht mehr. Und außerdem muss ich hoffen, dass es nicht Kollegen Kastlers - sehr guter - Woche-1-Tipp New England gegen Green Bay wird. Aber geht es bei den Patriots derzeit ohne Aber? Natürlich nicht! Aber da Kansas City diesen Lauf auch erst einmal durchziehen muss, switche ich in der AFC wieder zurück zu den Patriots, die einfach schon oft genug bewiesen haben, dass sie besagte "Abers" im Saisonverlauf am ehesten eliminieren können. Und in der NFC? Vieles rennt für Green Bay. Aber gut, vielleicht sind die Panthers und mit ihnen Cam Newton aufgewacht - und das meine ich nicht nur sportlich. Denn seine von Kollegen Kastler abgehandelten Aussagen unter der Woche waren natürlich indiskutabel...

Week

AFC-Team AFC-Team
01 New England Patriots Seattle Seahawks
02 New England Patriots Atlanta Falcons
03 Kansas City Chiefs Green Bay Packers
04 Kansas City Chiefs Detroit Lions

In dieser Kategorie lassen sich die beiden NFL-Redakteure von LAOLA1 zu "Bold Predictions" für Woche 6 hinreißen - wie immer ohne Gewähr!

BERNHARD KASTLER über Week 6

  • Die Jets schlagen die Patriots und sind nach Woche 6 alleiniger Führender der AFC East. (Nicht vergessen, vor fünf Wochen wäre das echt noch super bold gewesen...)
  • Big Ben Roethlisberger wirft 5 Touchdown-Pässe, keine Interception - und Kansas City bleibt dennoch ohne Niederlage.
  • Brandon Marshall sorgt für den ersten Sieg der New York Giants. Ja, das geht. Denn im letzten Drive intercepted der Linebacker-Brandon-Marshall von den Broncos zwar Eli Manning, doch ihm wird der Ball noch aus dessen Arm geschlagen. Possession für "Big Blue", das per Hail Mary gewinnt. Verrückt.
PETER ALTMANN über Week 6
  • Ich fliege am Wochenende nach Washington, breche meine Tour durchs Weiße Haus aus Protest ab und gehe lieber ins Stadion Football schauen. Und nein, noch ist nichts gebucht, haha! #TakeAKnee
  • Die Cleveland Browns traden sich unter der Woche Brock Osweiler zurück - diesmal für einen Erstrunder. Natürlich startet er in Houston gegen die Texans - ein Team, das er zumindest vom Hörensagen kennt. Und selbstverständlich gewinnen die Browns! Deshaun Who?

  • Raiders-Superstar Amari Cooper schafft gegen die Chargers immerhin zehn Receiving Yards - Herzliche Gratulation, ein Fortschritt! (Liebe Grüße, dein verärgerter Fantasy-"Besitzer")

Textquelle: © LAOLA1.at

Comeback von Tamas Szanto bei Rapid-Testspiel-Sieg

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