In den Sand! Ganzkörper-Training Beachvolleyball

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Wien ist im Beachvolleyball-Fieber! Mit der Weltmeisterschaft auf der Donauinsel steigt das Sportsommer-Event des Jahres in der Hauptstadt.

Bei hochsommerlichen Temperaturen bekommen die Zuschauer, die für das typische Party-Umfeld sorgen, spektakulären Sport geboten.

Aber Beachvolleyball besticht nicht nur durch seinen Unterhaltungswert für Passivsportler. Das Spiel ist schnell erlernt, Möglichkeiten zur Ausübung gibt es zuhauf – und man bekommt eine gute Gelegenheit, sich in der schönsten Jahreszeit draußen zu bewegen.

LAOLA1 hat mit Mag. Petra Wenzl gesprochen, um den Sport im Sand etwas näher zu beleuchten. Sie ist Trainerin und ausgebildete Volleyballinstruktorin bei "u-sports", das wie zahlreiche andere Unternehmen in der Wirtschaftskammer Wien sportwissenschaftliche Beratung anbietet und Hobbysportlern die Möglichkeit liefert, Trainingspläne für ihre individuellen Bedürfnisse zusammenzustellen (hier gibt es mehr Infos).

Was macht Beachvolleyball so besonders?

Obwohl sich die Sportart selbst schon in den 1920er-Jahren als Alternative zum bekannten Hallen-Volleyball entwickelt hat, ist Beachvolleyball als professioneller Ableger recht jung.

"Erst in den letzten Jahren hat sich viel getan, insbesondere bezüglich der Technik und der Möglichkeiten, Kurse zu besuchen. Es ist dem Hobbysportler viel zugänglicher geworden", meint auch Wenzl. "Es ist eine Sportart, die Teamgeist erfordert, und man legt die Hemmungen leichter ab, weil der Sand keinen harten Boden darstellt. Außerdem gibt es keinen Körperkontakt mit dem Gegner."

Sportwissenschafterin Mag. Petra Wenzl (Bild: u-sports)

Aus sportwissenschaftlicher Sicht unterscheidet sich Beachvolleyball deutlich von anderen Sportarten, mit denen man seinen Körper beschäftigen kann. "Es braucht Ganzkörperbewegungen, aber man ist auch in den Bereichen Reaktion, Koordination und Gleichgewicht gefordert, denn man muss viel antizipieren und sich mehr bewegen", beschreibt die Sportwissenschafterin.

Wie kann ich mir mit Beachvolleyball Gutes tun?

Weil alle Bereiche des Körpers gefordert werden, sind auch die gesundheitlichen Vorteile, die man sich mit Beachvolleyball zunutze machen kann, vielfältig.

"Geprägt ist die Sportart von kurzen, aber hoch intensiven Bewegungen und der gleich folgenden Pause nach einem Ballwechsel", fasst die Trainerin zusammen. Dadurch liegt die physiologische Belastung im aeroben Bereich. Die Muskulatur wird gut mit Sauerstoff versorgt, man kann den Sport auch bei hohen Temperaturen über längere Zeit betreiben – die Trainingsleistung greift in erster Linie in Sachen Ausdauer.

Weil man viel springt, sind vor allem die Oberschenkel- und Rumpfmuskulatur ständig gefordert. Schlagbewegungen und Blockaktionen fordern zusätzlich die Schulterpartie.

Einen Vorteil kann Beachvolleyball auch durch den Sand als Untergrund vorweisen. "Er hat eine gewisse Dämpfungseigenschaft und wirkt sich dadurch nicht so belastend auf die Gelenke aus", sagt Wenzl. Besonders für Personen, die Schwierigkeiten mit den Gelenken haben, bieten sich also gegenüber Hallenböden, aber auch dem Rasen, klare Vorteile.


Sportwissenschaftliche Beratung näher vorgestellt:

(Text wird unterhalb fortgesetzt)


Wie bereite ich mich am besten darauf vor?

So vielfältig die Vorteile im Beachvolleyball sind, so vielfältig sind auch die Bereiche, in denen man mit guten Voraussetzungen punkten kann. Gute koordinative Fähigkeiten, viel Sprung- und Schnellkraft, Stabilität im Rumpf und in den Gelenken helfen.

"Gute Muskulatur im Bereich Bauch und Rücken ist Grundvoraussetzung, weil die Wirbelsäule aufgrund der hohen Sprünge sehr beansprucht wird. Auch die Oberschenkel werden ständig gefordert", zählt Wenzl auf. Außerdem handelt es sich bei der Schulter um ein Gelenk, das muskulär nicht gut gesichert ist und daher spezielles Training braucht, um den Belastungen standzuhalten. Für diese Bereiche ist gezieltes Krafttraining empfehlenswert – mit einer sportwissenschaftlichen Beraterin oder einem Berater lassen sich individuelle Trainingspläne erstellen.

"Auch Gleichgewichts- und sensomotorisches Training, um die kleinen Muskeln im Körper anzuregen und die Gelenke zu stabilisieren, schadet nie", sagt die Sportwissenschafterin.

Außerdem darf nicht vergessen werden, dass es sich bei Beachvolleyball um einen Freiluftsport handelt. Und speziell bei den aktuell herrschenden Temperaturen ist die Belastung auf den Kreislauf nicht gering. "Da ist es die Herausforderung, flüssigkeitstechnisch so aufgestellt zu sein, damit die lange Spieldauer nicht zur Belastung wird", erinnert Wenzl. Hier gibt es noch weitere Tipps, wie man am besten mit sportlichen Belastungen in der Hitze umgeht.

Kann ich viel falsch machen?

Der Einstieg in den Sport ist leicht. "Wenn man Ballgefühl, ein bisschen Talent und Geschick mitbringt, kann man ihn ausüben und es wird Spaß machen", sagt die Trainerin. Wer allerdings ambitioniert ist und es auch richtig machen will, dem bietet sich jede Menge Potenzial, seine Technik zu verbessern.

"Alle Bewegungen sollten in Ruhe und nicht während Laufbewegungen gemacht werden. Besonders im Sand sollte man darauf achten, kontrollierte Bewegungen im Stand auszuüben, auch wenn gerade das eine besondere Herausforderung ist", sagt Wenzl, die selbst seit 16 Jahren Volleyball spielt.

Beim Beachvolleyball gibt es verschiedene Angriffsarten, die viele gar nicht kennen. "So sollte man etwa beim pritschen die Finger so halten, dass der Ball sie nicht staucht. Außerdem sollte die Bewegung über dem Kopf und vor der Stirn ausgeführt werden", gibt die Sportwissenschafterin nur einen kurzen Einblick.

Ganz allgemein gilt: Nicht nur für Beachvolleyballer, sondern für alle Aktiven liefert sportwissenschaftliche Beratung einen wertvollen Beitrag zur richtigen Trainingsplanung. "Wir schauen uns für jeden Sport die physiologischen Anforderungen an und machen Fitnesstests, um herauszufinden, wie der persönliche Stand ist. Angehende Volleyballer können von mir außerdem die richtige Technik lernen", so die ausgebildete Volleyballinstruktorin.

Mag. Harald Janisch, Obmann der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung in der Wirtschaftskammer Wien ist selbst auch sportwissenschaftlicher Berater. Er erklärt: "Von Seiten der sportwissenschaftlichen Beraterinnen und Berater wird dringend empfohlen, vor Beginn einer intensiveren Trainingstätigkeit – egal in welchem Sport – eine Ist-Zustands-Analyse durchzuführen. Diese umfasst Tests von Ausdauer, Herz-/Kreislauf, Muskelfunktionszustand (Kräftigung, Bewegung, Dehnbarkeit) und Mobilisierungsfähigkeit. Man muss dafür mit 2-4 Stunden rechnen, den Kosten von 180-420 Euro steht der Nutzen gegenüber, dass man die Grundlage für einen richtigen Trainingsplan hat." Die sportwissenschaftlichen Beraterinnen und Berater verfügen als einzige Berufsgruppe in Österreich über die passende Ausbildung dafür.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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