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Daten als 12. Mann auf dem modernen Fußballfeld
Wenn nicht mehr nur die Nummer auf dem Trikot zählt.
Trainer und Analysten beschäftigen sich heute sehr viel mehr mit Zahlen. Sie wollen die Spiele strategisch und differenziert bewerten. Erwartete Tore, Sprintdaten, Pressingprofile - diese Daten bestimmen den modernen Fußball.
Bauchgefühl und Erfahrung. Das waren die Werte, von denen Fußball seit jeher lebte. Man sprach von der Mannschafts-Moral, von Auftrieb und Strähnen. Heute wird ganz anders diskutiert. Datenanalyse ist dem Fußball-Sport nicht mehr fremd. Sie ist angekommen. Auch in Österreich sitzen Analysten längst nicht mehr nur am Rand der Tribünen, sondern im Zentrum sportlicher Entscheidungsprozesse.
Was bedeuten die Zahlen für den Platz?
Ein Abschluss aus fünf Metern vor dem Tor wird mit einem weit höheren Expected Goals (xG)-Wert berechnet als ein Distanzschuss aus 25 Meter Entfernung. Expected Goals ist ein probabilistisches Modell, das Abschlusspositionen und Spielsituationen mathematisch gewichtet. Solche Analyse-Modelle berücksichtigen tausende historische Abschlüsse, internationale Datenanbieter wie "Opta" oder "StatsBomb" erstellen die entsprechenden Berechnungen.
Spätestens seit der WM 2022, in der die FIFA mit halbautomatisierter Abseitstechnologie und umfangreicher Trackingdatenerhebung arbeitete, ist klar: Der Profifußball ist komplett durchdigitalisiert. Wer sich zur Vorbereitung auf ein Topspiel über einen Sportwetten Bonus informiert, wird nicht nur auf Vergleichsseiten landen, die mit verlockenden Boni um sich werfen und vergleichende Strukturen zu den Sportwetten Boni anlegen. Sondern auch auf Portalen, die die statistischen Grundlagen ihrer Einschätzungen offenlegen.
Quoten entstehen nicht aus dem Gefühl heraus. Quoten entstehen aus komplexen Wahrscheinlichkeitsmodellen. Dabei handelt es sich nicht um eine einzelne Formel, sondern um multivariate Prognosemodelle, die mehrere Leistungsindikatoren gleichzeitig berücksichtigen. Diese beziehen Formkurven ein, Heim- und Auswärtsstärke, die Ergebnisse früherer Duelle, Expected-Goals-Differenzen oder Ausfalllisten. Je akkurater die Datengrundlage, desto stabiler wird die mathematische Einschätzung. Vergleichsportale greifen diese Logik auf, strukturieren ihre Informationen entsprechend transparent, nachvollziehbar und basiert auf Daten.
Expected Goals und warum Ergebnisse täuschen können
Ein 0:1 kann statistisch ein überlegen geführtes Spiel gewesen sein. Hier liegt die Stärke von xG. Laut dem offiziellen "UEFA Technical Report" zur EURO 2020 lag der durchschnittliche xG-Wert pro Partie bei 2,72. Diese Zahl zeigt uns also nicht nur, wie viele Tore fielen, sondern wie viel Qualität in den Abschlüssen steckte. Untersuchungen von StatsBomb belegen, dass die Differenz der erwarteten Tore (xG-Differenz) langfristig sogar eine zuverlässigere Beziehung zu den Tabellenplätzen aufweist als die Tordifferenz selbst. Trainer können aus diesen Daten wertvolle Informationen gewinnen: Die Spielstruktur ist entscheidend. Wie präzise sind die Pässe? Wird konstant Druck gemacht?
In der ADMIRAL Bundesliga fließen solche Analysen zunehmend auch in die internen Leistungsbewertungen ein. Hierbei werden die Resultate natürlich nicht isoliert bewertet, sondern immer im Zusammenhang mit der Chancenqualität.
Trackingdaten als neuer Trend im europäischen Profifußball
Laufleistung, Pressing, Intensität - neben xG spielen Trackingdaten eine zentrale Rolle. Laut der FIFA wurden bei der WM 2022 rund 29 Datenpunkte pro Spieler und Sekunde erfasst. Positionsdaten, Geschwindigkeiten, Richtungswechsel. Daraus entstehen Millionen Datensätze pro Partie. Trackingdaten sind keine Prognose, sondern hochauflösende Messwerte, die physische Leistung quantifizierbar machen. Jeder Lauf, jede Beschleunigung, jede Raumverschiebung wird dokumentiert.
In europäischen Topligen bewegen sich Teams im Schnitt zwischen 105 und 115 Kilometern pro Spiel. Entscheidend ist dabei jedoch weniger die Gesamtdistanz als deren Qualität. Wie viele Meter werden im hohen Tempo zurückgelegt? Wie viele Sprints erfolgen nach Ballverlust? Wie oft wird der Gegner in seiner eigenen Hälfte unter Druck gesetzt?
Moderne Analyse unterscheidet längst zwischen Laufarbeit und Intensitätsarbeit. Ein Team kann viel laufen und trotzdem passiv verteidigen. Pressing hingegen wird heute über sogenannte PPDA-Werte gemessen - also über die Anzahl gegnerischer Pässe pro Defensivaktion. PPDA ist keine Vorhersage, sondern eine analytische Kennzahl zur Messung von Pressingintensität. Je niedriger dieser Wert, desto aggressiver das Anlaufen. Auch die Zeitspanne bis zur Rückeroberung des Balles wird erfasst. Viele Analysten sprechen von den "ersten fünf Sekunden" nach Ballverlust als entscheidender Phase.
Auch in Österreich ist dieser Trend sichtbar. Mannschaften, die im oberen Tabellendrittel stehen, weisen häufig höhere Intensitätswerte in der gegnerischen Hälfte auf. Pressing wird nicht mehr nur beschrieben, sondern konkret gemessen. Wie hoch steht die erste Pressinglinie? Wie schnell schiebt die Viererkette nach? Wie kompakt bleiben die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen?
Spieler, die viele Hochgeschwindigkeitssprints absolvieren, benötigen andere Regenerationsintervalle als solche mit primär positionsorientierter Rolle. Trainingsinhalte werden entsprechend angepasst - mal Fokus auf kurze Antritte, mal auf wiederholte Belastungsspitzen.
Scouting im Zeitalter der Modelle
Daten beeinflussen längst auch Transferentscheidungen. Das CIES Football Observatory zeigt regelmäßig, wie stark Leistungskennzahlen in die Bewertung von Spielern einfließen.
Statt nur Tore oder Vorlagen zu zählen, werden heute berücksichtigt:
progressive Pässe pro 90 Minuten
erfolgreiche Defensivaktionen unter Gegnerdruck
Ballgewinne im letzten Drittel
Expected Assists
Für österreichische Vereine kann das ein Wettbewerbsvorteil sein. Wer unterbewertete Spieler anhand von Profilwerten identifiziert, kann sportlich und wirtschaftlich profitieren.
So präzise Zahlen auch sind, sie erfassen nicht die Leidenschaft des Fußballs
Daten helfen. Aber sie verführen auch zu Scheingenauigkeit, denn kein Modell erkennt die Wirkung eines frühen Führungstores oder die Dynamik eines Stadions, das nach einem Zweikampf kollektiv aufspringt.
Die ADMIRAL Bundesliga wird analytischer begleitet als je zuvor. Spiele laufen parallel in Datenfeeds, Grafiken und taktischen Auswertungen. Nach Abpfiff stehen Laufwerte, xG-Differenzen und Pressingzonen in Sekundenschnelle bereit.
Doch all diese Datensammlungen erklären nur das, was war. Nicht das, was im nächsten Moment passiert. Fußball bleibt ein Spiel unter Druck. Ein abgefälschter Schuss. Eine Unachtsamkeit bei einem Einwurf.
Die Statistik liefert Struktur. Sie erklärt Muster, aber sie entscheidet keine Spiele. Das Spiel liefert Emotion. Es erzeugt Spannung, Zweifel, Euphorie. Und manchmal kippt eine Partie genau dort, wo kein Modell mehr weiterrechnet.