Waldviertel-Drama: Baumschlager holt Titel

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In einem Herzschlagfinale bei der 37. und letzten Waldviertel-Rallye sichert sich Raimund Baumschlager seinen 14. Rallye-Staatsmeistertitel.

Der Oberösterreicher setzt sich am Ende mit nur 5,4 Sekunden Vorsprung gegen Hermann Neubauer durch. Insgesamt wechselte die Führung zwischen den beiden Titel-Konkurrenten auf den 14 Sonderprüfungen acht Mal.

Vor den allerletzten vier Kilometern lag Neubauer ganze 0,8 Sekunden vor Baumschlager. Am entscheidenden Abschitt machte dem 29-jährigen Lungauer die Technik einen Strich durch die Rechung.

De Antriebswelle am Ford Fiesta von Neubauer brach, wodurch er gegen einen entfesselt fahrenden Baumschlager 6,2 Sekunden verlor.

Baumschlager "ein bisserl stolz"

"14 Rallye-Staatsmeistertitel hat wohl keiner auf der ganzen Welt. Darauf bin ich schon ein bisserl stolz", schmunzelt Baumschlager nach dem dramatischen Triumph in seinem VW Polo R WRC.

"Es war die volle Nervenbelastung. Hermann und Niki (Mayr-Melnhof, Anm.) haben sich gewehrt bis zum Schluss, aber ich hab‘ es irgendwie drüber gebracht. Da fällt dir schon ein riesiger Stein vom Herzen. Die Meisterschaft war alles andere als leicht. Immer wieder die Anpassungsarbeit an das neue Auto. Der Druck war da schon mächtig groß."

Riesen-Enttäuschung bei Neubauer

Nach dem 14. Titel verspürt Baumschlager auch etwas Genugtuung: "Es gibt sehr viele Leute, bei denen ich mich bedanken muss für diesen Titel. Es hat auch viele gegeben, die gemeint haben, dass man das mit 58 Jahren ja nicht mehr tun kann. Denen habe ich jetzt das Gegenteil bewiesen.“

Seinem Konkurrenten steht hingegen die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. "Die Rallye habe ich nicht draußen auf der Straße verloren, dort bin ich am Manhartsberg klare Bestzeit gefahren. Und hier in diesem Sch...-Fahrtechnikzentrum (Anm: MJP-Arena) verliere ich jedes Mal zwei Sekunden. Ich verstehe ja nicht, warum man bei 120 SP-Kilometern sechs Mal hier drinnen im Kreis fahren muss, aber bitte, wahrscheinlich kann ich’s halt nicht", schimpft Neubauer.

Gleichzeitig gratuliert er dem neuen Titelträger: "Ich gratuliere Raimund zum Titel, leicht hab ich es ihm sicher nicht gemacht, und am Schluss ist auch noch die Antriebswelle gebrochen, damit war’s dann ganz vorbei. Aber es ist eben so wie es ist. Jetzt bin ich halt deprimiert, es wird wieder aufwärts gehen."

Endstände in der österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft 2017:

ORM: 1. Raimund Baumschlager 121, 2. Hermann Neubauer 117 Punkte, 3. Niki Mayr-Melnhof 98.
ORM-2WD: 1. Julian Wagner 132, 2. Daniel Wollinger 126, 3. Michael Kogler 121.
ORM Junior: 1. Julian Wagner 150 Punkte, 2. Kristof Klausz 87, 3. Christoph Lieb 67.
Historische Staatsmeisterschaft: 1. Kris Rosenberger 111 Punkte, 2. Gert Göberndorfer 55.

Endergebnis der Waldviertel-Rallye 2017:

Rang Name Land Auto Zeit
1. Raimund Baumschlager/P. Winklhofer A/A VW Polo WRC 1:16:03,9 Std
2. Hermann Neubauer/Bernhard Ettel A/A Ford Fiesta WRC +5,4 Sek
3. Niki Mayr-Melnhof/Leop. Welsersheimb A/A Citroen DS3 WRC +37,0 Sek
4. Christian Schuberth-Mrlik/Ilka Minor A/A Skoda Fabia R5 +2:16,3 Min
5. David Botka/Mark Mesterhazi H/H Skoda Fabia R5 +2:34,4 Min
6. Attila Rongits/Laszlo Hannus H/H Mitsubishi Evo IX +6:30,1 Min
7. Joszef Trencseny/Gabor Verba H/H Skoda Fabia R5 +6:30,9 Min
8. Lielkajis Guntis/Grosus Ivars LV/LV Mitsubishi Evo IX +8:25,5 Min
9. Sebastian Kletzmayr/Martin Tomasini A/A Mitsubishi Evo VII +8:33,2 Min
10. Tomas Kurka/Jakub Oral CZ/CZ Ford Fiesta R5 +9:22,3 Min
11. Julian Wagner/A. Katharina Stein A/A Opel Adam R2 +9:32,6 Min
12. Günter Knobloch/Jürgen Rausch A/A Subaru Impreza +10:07,6 Min
13. Simon Wagner/Gerald Winter A/A Opel Adam R2 +10:16,0 Min
14. Roman Mühlberger/Katja Totschnig A/A Mitsubishi Evo VI +10:49,3 Min
15. Michael Kogler/Andre Kachel A/D Citroen C3 R3 +10:49,4 Min

Textquelle: © LAOLA1.at

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