Weltmeister Marquez: "Davor hatte ich Angst"

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"Das war Marquez-Style bis zum Ende!"

Bei Marc Marquez war die Erleichterung nach seinem insgesamt vierten WM-Titel in der MotoGP riesig. "Es ist ein unglaubliches Gefühl, einfach fantastisch nach dieser sehr harten Saison mit vielen Höhen und Tiefen", sagt der Honda-Pilot, dem ein dritter Platz beim Saisonfinale in Valencia zum Titelgewinn reichte. 

Das letzte Rennen wurde für Marquez aber noch zur Zitterpartie. "Am Start war ich wirklich entspannt und sicher, dass ich den Titel holen werde", erklärt Marquez. Noch bevor WM-Verfolger Andrea Dovizioso nach einem Verbremser ausgefallen war, wäre auch Marquez beinahe zu Sturz gekommen. 

"Vollkommen egal, ob wir in die Mauer einschlagen"

In Runde 23 von 30 übernahm Marquez in der letzten Kurve die Führung von Johann Zarco und leistete sich gleich danach einen Fehler, der ihm den WM-Titel kosten hätte können. Nach einem zu späten Bremsmanöver konnte er unter Einsatz seiner Knie une Ellenbogen nur mit Mühe einen Sturz verhindern, er raste durchs Kiesbett und kam als Fünfter zurück auf die Strecke. 

"Ich habe gespürt, dass Johann dicht hinter mir ist, also habe ich versucht, besonders spät zu bremsen, denn ich wusste, dass er sonst einen Angriff probieren würde. Davor hatte ich Angst", beschreibt Marquez die Szene. "Ich habe das Vorderrad verloren, aber am Hinterrad hatte ich noch Grip. Ich weiß, dass ich bei dieser Konstellation das Motorrad noch abfangen kann. Ich habe mir dann einfach geschworen, das Bike nicht loszulassen, vollkommen egal ob wir zusammen im Kies landen oder sogar in die Mauer einschlagen. Dann habe ich mit voller Kraft Ellbogen und Knie eingesetzt. Ich glaube aber, dass mir dieser Save nur gelungen ist, weil ich aufgrund der Wichtigkeit des Rennens diese besondere Spannung in mir hatte."

Konkurrent Andrea Dovizioso hatte eine Runde später weniger Glück und flog aus dem Rennen, womit Marquez' Weltmeister-Titel fix war. 

Der Beinahe-Sturz von Marc Marquez im Video:


Im Alter von erst 24 Jahren hat Marquez nun bereits vier WM-Titel in der Motorrad-Königsklasse MotoGP gewonnen. In Summe ist es sogar schon die sechste WM-Krone für den Katalanen, der auch in der 125er- und Moto2-Klasse Champion war. Seit dem ersten WM-Triumph 2010 in der kleinsten WM-Kategorie blieb das Wunderkind mit der Bilderbuch-Karriere nur in seiner ersten Moto2-Saison (2011) und zuletzt 2015 in der MotoGP ohne Titel. Damit ist Marquez nicht nur der jüngste Motorrad-Pilot mit sechs WM-Titeln, sondern auch der jüngste Vierfach-Champ der Königsklasse in der 69-jährigen Geschichte der Straßen-WM.

Schon 102-mal stand der Mann mit der Startnummer 93 seit seinem GP-Debüt als 15-Jähriger im Jahr 2008 auf dem Podest, wobei er sich 61-mal als Sieger feiern lassen durfte. Dafür, dass Marquez erst 168 Rennen (90 in der MotoGP/35 Siege/63 Podestplätze; 32 in der Moto2/16/25; 46 in der Klasse bis 125 ccm/10/14) bestritten hat, sind auch dies historische Leistungen.

 

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Textquelle: © LAOLA1.at

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