Marquez wehrt sich gegen Rossi-Vorwürfe

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Nach der Wutrede von Valentino Rossi infolge des von Marc Marquez verursachten Crashs beim Chaos-GP von Argentinien setzt sich der Weltmeister zur Wehr.

"Gegen Valentino habe ich meiner Meinung nach nichts Verrücktes gemacht", sagt Marquez. "Die Streckenbedingungen waren einfach schwierig, das hat man auch bei den Zwischenfällen von Zarco und Pedrosa oder Petrucci und Aleix gesehen. An dieser Stelle war die Ideallinie trocken, aber ich bin beim Überholen auf einen nassen Fleck gekommen, das Vorderrad hat blockiert und ich musste von der Bremse. Deshalb ist es zum Kontakt gekommen. Ich habe noch versucht die Kurve zu bekommen, aber er ist gestürzt", erklärt der Honda-Pilot.

Marquez: "Wenn Valentino das glaubt, täuscht er sich"

Den Vorwürfen von Rossi, Marquez würde seine Manöver absichtlich so fahren, dass seine Gegner zu Sturz kommen, entgegnet der Spanier: "Ich habe nichts absichtlich gemacht. In meiner gesamten Karriere bin ich nie mit einem Fahrer kollidiert in der Hoffnung, dass er zu Sturz kommt. Wenn Valentino das glaubt, dann täuscht er sich. Ich habe immer versucht, das zu vermeiden. Manchmal sind Überholmanöver sauberer, manchmal härter. Diesmal war das einfach eine Konsequenz der Streckenbedingungen. Ich bin ein Rennen bei 100 Prozent gefahren und wollte so viel Boden wie möglich gut machen. Die Verhältnisse waren schwierig."

Marquez zeigt sich aber zumindest teilweise einsichtig, eine kleine Spitze gegen Rossi kann er sich aber nicht verkneifen. "Valentino war auch einmal 25 Jahre alt so wie ich. Daran sollte man sich erinnern. Seine Aussagen kümmern mich nicht. Ich konzentriere mich nur auf mich, ich weiß was passiert ist. Es wurden Fehler gemacht, so viel ist klar. Einige davon von mir, andere von der Rennleitung."

Marquez versteht Strafe nicht

Damit spielt Marquez auf eine seiner insgesamt drei Strafen beim Rennen in Argentinien an. Der Weltmeister würgte gleich am Start den Motor seiner Honda ab und musste seine Startposition verlassen. Danach fuhr er verbotenerweise gegen die Fahrtrichtung zurück auf seine Position, wofür er eine Durchfahrtsstrafe kassierte.

"Es dürfte ein Elektronikproblem gewesen sein. So etwas ist bislang noch nie passiert. Ich habe dann versucht das Motorrad schnellstmöglich wieder zu starten, um den Start nicht zu sehr zu verzögern. Es ist wieder angesprungen, aber ich wusste nicht, was ich jetzt machen muss. Wenn der Motor aus ist, ist es klar, dass du an die Box musst, aber er lief ja wieder. Es war dann ein Marshall bei mir und ich habe ihn gefragt, was ich machen muss. Er wusste es aber anscheinend selbst nicht. Ich habe dann einen zweiten Marshall gesehen, der mir mit einer 'Daumen hoch'-Geste signalisiert hat, dass ich wieder in die Startaufstellung fahren kann. Das habe ich gemacht. Deshalb verstehe ich auch nicht, warum ich die Ride-Through-Strafe bekommen habe, wenn mir doch signalisiert wurde, dass es okay war", erklärt Marquez.

Honda-Teamchef: "Es war ein Rennunfall"

Für Honda-Teamchef Alberto Puig war der Zwischenfall vor dem Start eine Schlüsselszene: "Das war der Ausgangspunkt für ein nicht sehr gutes Rennen." Auch Puig weist wie Marquez auf die Streckenverhältnisse hin: "Uns tut leid, was passiert ist, aber ich denke nicht, dass der Fahrer außer Kontrolle war. Es war ein Rennunfall, die Strecke war rutschig und knifflig. Natürlich verstehe ich auch Valentino und Yamaha, sie sind sauer und nicht glücklich. Aber jedem von uns ist das schon passiert."

Deshalb habe er auch Verständnis dafür, dass Marquez nach dem Rennen beim Versuch sich zu entschuldigen aus der Yamaha-Box geschmissen wurde. "Wir hoffen, dass sie es verstehen können und unsere Entschuldigung akzeptieren. Auch wenn wir glauben, dass es kein wirklicher Fehler des Fahrers war."

Marquez meint: "Ich habe mich bei Valentino gleich entschuldigt und wollte das später noch einmal in der Box machen. Er wollte das aber nicht. Das muss ich respektieren."

Textquelle: © LAOLA1.at

MotoGP: Crutchlow gewinnt Chaos-Rennen in Argentinien

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