Maximilian Kofler: Austrias next MotoGP-Star?

Aufmacherbild Foto: © Kofler
 

20 Jahre ist es her, dass ein Österreicher bei einem Motorrad-WM-Lauf in Österreich am Start gestanden ist. Vier Jahre ist es her, dass zuletzt ein Österreicher an einem Motorrad-WM-Lauf teilgenommen hat.

Ein 16-Jähriger beendet diese Durstrecken nun: Maximilian Kofler.

Der Teenager aus Attnang-Puchheim startet mit einer Wildcard beim Grand Prix von Österreich in der Moto3-Klasse.

"Es ist etwas besonderes", sagt Kofler. "Das Wichtigste ist, diese Chance zu nutzen, um möglichst viel von den anderen Fahrern zu lernen und natürlich vor Heim-Publikum eine gute Show abzuliefern."

Vater Klaus, der früher selbst Rennfahrer war und das Team betreibt, war vom Vorhaben seines Sprösslings anfangs wenig begeistert. „Ich war gegen einen Start in der WM, weil ich mir Sorgen machte, dass man ihn verheizt“, erklärt er gegenüber den „OÖN“.

„Hier sind die besten 30 am Start, innerhalb von zwei Sekunden liegen 12 bis 13 Fahrer", erklärt er seine anfängliche Skepsis. "Aber Max hat sich gut entwickelt. Und eine Wildcard bekommt man auch nur nach entsprechenden Leistungen."

Kofler will den nächsten Schritt machen

Wenn Maximilan Kofler nicht gerade am Red Bull Ring seine Runden dreht, fährt er in der italienischen CIV-Moto3-Meisterschaft, wo er beachtliche Leistungen zeigt. Aktuell liegt der Oberösterreicher auf Platz zehn der Gesamtwertung.

Koflers bisherige Erfolgsbilanz kann sich sehen lassen: 2013 und 2014 wurde er österreichischer Staatsmeister in der Supermoto-Jugend, 2015 holte er den deutschen Meistertitel. Im Vorjahr reichte es in Deutschland in einer höheren Klasse zum Vizemeister. Zudem stand er 2016 im ADAC Northern European Cup vier Mal auf dem Podest.

Im kommenden Jahr will Kofler den nächsten Schritt machen und im noch hochklassigeren spanischen Championat antreten, um zusätzliche Lernkilometer zu sammeln und sich für weitere WM-Einsätze zu empfehlen. "Wenn es sinnvoll weitergehen soll, müssen wir nächstes Jahr nach Spanien", sagt Vater Klaus.

Vater klagt: "Stehen alleine da"

Mit fünf Jahren saß Maximilian, dessen jüngerer Bruder Andreas in Spielberg im ADAC Junior Cup startet, das erste Mal auf einer Maschine.

Seit über zehn investiert die Familie Kofler viel Zeit und vor allem Geld in die Karriere des 16-Jährigen. "Wir stehen alleine da, müssen alles selbst bezahlen und uns um alles selbst kümmern", erklärt Vater Klaus.

"Trainingsmöglichkeiten gibt es wegen des Lärms nur punktuell. Es ist mühsam, man kämpft gegen Windmühlen."



Er beklagt das Fehlen eines entsprechenden Verbandes in Österreich und damit auch das Ausbleiben von Fördermitteln. "Bei uns gilt Motorsport nicht als Sport, das ist das Grundübel", beklagt Klaus Kofler.

Auch die für das Lukrieren von Sponsoren wichtige mediale Präsenz sei kaum vorhanden. "Dabei haben wir schon zehn Jahre hinter uns. Maximilian ist Staatsmeister, deutscher Meister. Aber wenn alles nur mit Fußball angefüllt wird, will jeder Sponsor natürlich dort auf das Leiberl", kritisiert Kofler Senior.

Wie ein Nigerianer auf der Streif

Hoffnung mache, dass Sportminister Hans-Peter Doskozil das Dilemma offenbar kenne und auch Abhilfe versprochen habe, betont Kofler. "Aber im Prinzip ist das was wir tun so, wie wenn ein Spanier oder Nigerianer zum Skifahren anfängt und dann gleich auf die Streif muss."

Dementsprechend realistisch schätzt man im Hause Kofler die Chancen von Maximilan bei seinem Debüt in der Motorrad-WM ein.

"Er wird sich hinten dran hängen und schauen, ohne allzu großen Rückstand ins Ziel zu kommen. Es geht vor allem darum, Erfahrung zu sammeln. Alles andere wäre unrealistisch", so Papa Kofler.

Egal, welches Ergebnis am Ende auf der Anzeigetafel steht: Dass wieder ein Österreicher in der Motorrad-WM am Start steht, ist ein Erfolg für alle Beteiligten.

Textquelle: © LAOLA1.at

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