Langstrecken-Finale: Habsburg mit Titelchancen

Langstrecken-Finale: Habsburg mit Titelchancen Foto: © GEPA
 

Was im Vorjahr die Formel 1 pandemiebedingt durchzog – zwei Rennen auf dem Bahrain Circuit (allerdings in unterschiedlicher Konfiguration) innerhalb von acht Tagen, praktiziert heuer auch das World Endurance Championship.

Die Langstrecken-WM fährt Samstag (30. Oktober) das Sechsstunden-Rennen als Ersatz für die abgesagten Sechs Stunden von Fuji und am 6. November das Finale über acht Stunden (mit mehr Punkten). Daher ist in der WM noch viel möglich.

Für die beiden Österreicher ist die Ausgangslage unterschiedlich: Während Porsche-Werkfahrer Richard Lietz kaum mehr Chancen auf den offiziellen Fahrer-WM-Titel der GT-Klassen hat, kann Ferdinand Habsburg die Trophy für die LMP2-Piloten noch gewinnen. Der gebürtige Salzburger mit Wohnsitz Wien hat mit 88 Punkten gemeinsam mit seinen WRT-Kollegen Robin Frijns und Charles Milesi nur einen Zähler Rückstand auf das Trio Sean Galael/Stoffel Vandoorne/Tom Blomqvist im JOTA-Oreca, die aber die Pole position eroberten.

Das WRT-Team startet nur von Rang sieben (mit 1,1 Sek. Rückstand auf die JOTA-Mannschaft im Qualifying) ins Rennen, das Habsburg genießen will: "Wir hatten einen guten Lauf in der WM bisher und wollen im Finale das Beste herausholen." In der ersten Saison im WEC fielen Habsburg & Co. im Heimrennen des belgischen Teams von Vincent Vosse in Spa zwar aus, wurden aber in Portimao und Monza jeweils Zweite und triumphierten im Finish-Drama von Le Mans – samt doppelten Punkten für den 24-Stunden-Marathon.

Lietz kündigt volle Attacke an

Der Ybbsitzer Lietz hat gemeinsam mit Porsche-Kollege Gianmaria Bruni 49 Punkte Rückstand auf das führende Ferrari-Duo Alessandro Pier-Guidi/James Calado, das nur durch das zweite Porsche-Team Kévin Estre/Neel Jani (12 Zähler zurück) gefährdet wird. Für Unmut beim Ferrari-Topteam AF Corse sorgte eine Neubewertung des BoP (Ausgleichsgewicht), das die Italiener "zu einer rein defensiven Taktik" (nach eigener Aussage) zwingt.

Lietz/Bruni verpassten Freitag die "Pole" unter den GT-Boliden nur um 0,03 Sekunden in der GT-Klasse. "Es sind zwar zwei Rennen am gleichen Schauplatz, aber doch bezüglich der Charakteristik sehr verschieden. Die abweichenden Startzeiten und Distanzen erfordern speziell angepasste Strategien. Wir haben in puncto Meisterschaft nicht viel zu verlieren und werden voll attackieren. Hoffentlich kehrt das notwendige Rennglück endlich mal wieder auf unsere Seite zurück", erklärte der Niederösterreicher, der sein 15. Jahr als Porsche-Werkfahrer erfolgreich abschließen will.

Toyota-Crews kämpfen bei Hypercars um den Gesamtsieg

In der Topkategorie der Hypercars – von denen in Bahrain nur die beiden Toyota und die eine Alpine am Start sein werden – geht es bei den Piloten nur zwischen den Toyota-Crews um den Gesamtsieg, in dem derzeit die Titelverteidiger Kamui Kobayashi/Mike Conway/José Maria López mit 120 Punkten knapp die Nase vor Sébastien Buemi/Kazuki Nakajima/Brendon Hartley (111) vorn haben. Letztere holten die beste Startposition vor den WM-Leadern (0,4 Sek. zurück), das dritte Hypercar von Alpine mit Lapierre/Vaxivière/Negrao hatte eine Sekunde Rückstand.

14 Tage in der Wüste von Bahrain verschafft nicht nur den WEC-Teams einen verlängerten Sommer, sondern auch den Salzburger Brüdern Lechner, die nach dem Tod ihres Vaters vor fast elf Monaten den Porsche Cup Mittelost allein organisieren. "Wir erwarten ein Rekordfeld. Die Vorbereitung lief seit Monaten und war aufwendig", sagen die Brüder, die – wie es ihr Vater war - in Bahrain schon bestens vernetzt sind.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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