Bottas: "Ich will Weltmeister werden"

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"Scheiße, die Erleichterung war wirklich riesengroß", atmet Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach dem Sieg von Valtteri Bottas beim GP in Russland auf.

Auch dem Premieren-Sieger schien eine große Last von den Schultern gefallen zu sein. „Es hat lange gedauert, ich musste bis zum 81. Rennen auf meinen ersten Sieg warten. Aber das Warten hat sich gelohnt“, lacht der zurückhaltende Finne.

"Es wird eine Weile dauern, bis ich das verarbeitet habe. Normalerweise bin ich nicht sehr emotional. Aber als ich die finnische Nationalhymne gehört habe, war das schon etwas ganz Besonderes für mich. Es ist alles noch ganz surreal", gibt er zu.

Es macht fast den Anschein, der Sieg hätte ihn selbst überrascht. Dass Bottas in Russland am Ende ganz oben auf dem Podest stehen würde, war spätestens nach der Doppel-Pole von Ferrari nicht wirklich zu erwarten.

Lauda: Bottas ist "gefahren wie ein Gott"

Doch der 27-Jährige zeigte in seinem vierten GP für Mercedes seine Nervenstärke und sorgte bereits am Start für die Vorentscheidung. Er nutzte den Windschatten optimal aus und schob sich an Räikkönen und Vettel vorbei auf Platz eins.

Dabei gehörte der Start in der Vergangenheit nicht unbedingt zu Bottas‘ Stärken. "Wir sind im Jänner und Februar in der Fabrik alle meine Starts durchgegangen. Wir haben analysiert, welche Fehler gemacht wurden und wo man noch etwas verbessern konnte", verrät er gegenüber "Auto Motor und Sport".

"Er hat das Rennen am Start gewonnen", räumt selbst Vettel ein. "Und dann ist er einen super ersten Stint gefahren. Ich konnte nicht mithalten. Er war der Mann des Rennens."

Bottas sei "wie ein Gott gefahren" und war "die coolste Socke im Grid". "Das war eine unglaubliche Leistung", lobt auch Niki Lauda.

Bottas bat Mercedes um Funkstille

Dabei hatte Bottas mit Verkehr zu kämpfen und handelte sich 15 Runden vor Schluss einen Bremsplatten ein.

"Ich habe das Team um etwas Funkstille gebeten, um mich voll konzentrieren zu können", verrät Bottas nach einem seiner besten Rennen. Dass er sich irgendwann Grand-Prix-Sieger nennen darf, daran hatte er keine Zweifel.

"Wenn du nicht an deine Fähigkeiten glaubst, brauchst du gar nicht erst hier zu sein. Wenn du denkst, dass du nicht gewinnen kannst, dann solltest du zuhause bleiben", sagt Bottas. "Ich wusste, dass ich dieses Ergebnis erreichen kann. Ich habe immer an meine Fähigkeiten geglaubt. Aber dieser Erfolg bestätigt das nun ein für alle Mal."

Das ist Valtteri Bottas  
Geburtsdatum
  1. August 1989
Geburtsort Nastola, Finnland
Grand-Prix-Starts 81
Erstes Rennen GP von Australien 2013 (14.)
Beste Startposition
  1. (drei Mal)
Bestes Rennergebnis
  1. (ein Mal)
Bestes WM-Resultat
  1. (2014)

"Ich habe keine Selbstzweifel. Ich weiß, dass ich Rennen gewinnen kann", sagte Bottas schon bei seiner Vorstellung bei Mercedes.

Keine Gedanken an Stallorder

Nach vier Jahren bei Williams erfüllte sich vor dieser Saison sein Traum vom Sprung zum Weltmeister-Team. Den ersten Tiefschlag gab es jedoch schon im dritten Rennen in Bahrain vor zwei Wochen, als er seinen Teamkollegen Lewis Hamilton nach einer Stallorder vorbeiziehen lassen musste.

War der Sieg in Russland die Antwort darauf? "All die Fragen, all die Spekulationen über den Nummer-zwei-Status und so weiter spielen für mich keine Rolle", stellt Bottas klar.

Stattdessen hat er nun bewiesen, dass er die hohen Erwartungen bei Mercedes erfüllen kann. Es geht schließlich auch um seine Zukunft, sein Vertrag bei den Silberpfeilen läuft nur bis zum Ende des Jahres.

Eddie Jordan forderte bei den Sieger-Interviews deshalb gleich einen neuen Dreijahres-Vertrag für den Finnen. Auf diese Diskussion wollte sich Toto Wolff nicht einlassen, zeigt sich mit seinem Schützling aber mehr als zufrieden.

"Er hat den riskanten Schritt gemacht, Lewis Hamiltons Teamkollege zu werden und das Auto des amtierenden Weltmeisters zu übernehmen. Er hat bisher einen tollen Job gemacht, war einmal auf Pole und hat jetzt das Rennen gewonnen."

Bottas: "Ich will Weltmeister werden"

Doch das reicht Bottas nicht: „Ich bin überzeugt, dass ich aus diesem Sieg viel Selbstvertrauen ziehen werde. Das ist hoffentlich der erste von noch vielen weiteren Siegen.“

Sein Ziel sei klar: „Ich will Weltmeister werden, und ich werde weiter pushen.“ Eine unmissverständliche Kampfansage.

In der WM liegt Bottas nach dem vierten von 20 Rennen 23 Punkte hinter Vettel und zehn hinter Hamilton auf Rang drei (Hier geht's zum WM-Stand).

Sollte der Knoten beim Finnen nach seinem ersten Sieg geplatzt sein, könnte aus dem vorhergesagten Zweikampf um die WM ein Dreikampf werden.

Die Highlights von Tag zwei der Argentinien-Rallye im VIDEO:

Textquelle: © LAOLA1.at

Sebastian Vettel zu Mercedes? "Da wäre er plem-plem"

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