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Günther Steiner: Mazepin-Verbleib "wäre Selbstmord gewesen"

In seinem neu erschienenen Buch "Surviving to Drive" errinert sich der Haas-F1-Teamchef an die Trennung von Nikita Mazepin und Sponsor Uralkali.

Günther Steiner: Mazepin-Verbleib Foto: © getty

Haas-Teamchef Günther Steiner gibt in seinem neuen Buch "Driving to Survive" Einblicke in seine Erlebnisse aus der vergangenen Formel-1-Saison.

Der charismatische Südtiroler, der sich beim Buchtitel wohl auch an der fast gleichnamigen Netflix-Serie orientierte, durch die er zu einem der großen Fanlieblinge im Formel-1-Zirkus aufstieg, erinnert sich unter anderem an die Geschehnisse nach der Invasion Russlands in der Ukraine zu Beginn der Saison.

Haas war aufgrund seines umstrittenen "Paydrivers" Nikita Mazepin mitsamt Hauptsponsor Uralkali eng mit Russland verbunden, wodurch der Rennstall rasch handeln musste:

"Hätten wir Uralkali als Sponsor behalten und sie auf unserer Lackierung gehabt, wären wir von den Medien, den Fans und der FIA gekreuzigt werden. Es wäre Selbstmord gewesen", blickt Steiner auf die Entscheidung zurück, sich damals von Uralkali zu trennen.

Wenige Tage später war es dann logischerweise auch bei Mazepin soweit und der junge Fahrer wurde vor die Tür gesetzt: "Wir waren an einem Punkt angelangt, an dem unsere anderen Sponsoren Haas verlassen hätten, wenn wir jetzt nicht gehandelt hätten. Und wenn wir noch länger gewartet hätten, hätten wir am Ende gar keine Sponsoren mehr gehabt", schreibt der Südtiroler.

Fahrer-Anfragen bereits vor Entlassung

Das begehrte Formel-1-Cockpit, welches plötzlich so kurz vor der Saison frei wurde, rief laut Steiner gleich mehrere Piloten auf den Plan, sich persönlich beim Teamchef ins Gespräch zu bringen. Dabei hatte Haas die Mazepin-Trennung zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht offiziell verkündet, wie der 58-Jährige erzählt:

"Ich erhielt eine SMS von einem Fahrer, der ungenannt bleiben muss, der mich direkt fragte, ob ich Nikita rauswerfen würde. Und wenn ich das tue, könnte er dann mit mir sprechen? Ich denke mir: Was zur Hölle?"

Generell hätte sich Steiner mehr Unterstützung und eine Vorwegnahme der Entscheidung seitens der FIA gewünscht: "Wenn sie sagen, dass bei keinem Grand Prix russische Fahrer erlaubt sind, dann würde das mein Leben sehr erleichtern."

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