Hamilton-Crash: Mercedes wirft Ferrari Absicht vor

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Der Frust steht Mercedes nach dem Grand Prix von Großbritannien ins Gesicht geschrieben.

Zwar holte Lewis Hamilton nach dem Ausfall in Österreich vor einer Woche als Zweiter wieder WM-Punkte, durch den Unfall mit Kimi Räikkönen in Runde eins konnte der Pole-Setter aber am Ende nicht mehr um den Sieg kämpfen.

So holte Sebastian Vettel seinen vierten Saisonsieg und hat nun acht Punkte Vorsprung auf den regierenden Weltmeister. "Das war eine interessante Taktik von ihnen", meint ein sichtlich sauer wirkender Hamilton am Podium.

War es also ein absichtlicher Unfall von Räikkönen, um seinem Teamkollegen im WM-Kampf zu helfen? Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff schließt das nicht aus.

Wolff: "Ist es Absicht oder Inkompetenz?"

"In Le Castellet wurden wir schon am Start rausgeworfen (Vettel gegen Bottas, Anm.), jetzt erneut. Da haben wir sehr viele Konstrukteurs-Punkte verloren. Um es in den Worten von James Allison (Mercedes-Technikchef, Anm.) zu sagen: Glaubst du ist es Absicht oder Inkompetenz? Dieses Urteil müssen wir uns erst bilden", so der Wiener gegenüber "Sky Sports F1".

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"Es kann passieren, aber wenn das innerhalb von drei Rennen zweimal passiert, dann hört sich's für mich auf mit lustig. Da müssen wir überlegen, was wir machen", sagt Wolff im ORF.

Arrivabene kontert: "Er sollte sich schämen!"

Als Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene auf "Sky Italia" darauf angesprochen wird, schießt er scharf: "Wenn er (Allison, Anm.) das wirklich gesagt hat, sollte er sich schämen. Er hat viele Jahre bei Ferrari gearbeitet. Wir sind hier in England und sie wollen uns beibringen, wie man ein Gentleman ist, aber er sollte der erste sein, der etwas dazulernt."

"Und inkompetent? Wer? Kimi? Wie kann er sich erlauben zu beurteilen, was ein Fahrer im Auto tut. Ich akzeptiere alles von Jacques Villeneuve (Experte bei Sky, Anm.) aber von diesem Typen nicht", so Arrivabene.

Während Vettel in Frankreich mit fünf Strafsekunden bedacht wurde, bekam Räikkönen in Silverstone zehn Sekunden aufgebrummt. Wolff ist mit dem Strafmaß nicht happy: "Wenn jemand einen abschießt, sind sich normalerweise alle einig, dann sollte er weit hinten enden." Der "Iceman" fuhr am Ende auf Platz drei.

Vettel: "Absicht? Blödsinn!"

Vettel reagiert auf den Vorwurf, dass sein Team Mercedes absichtlich aus den Rennen schießen würde, ebenfalls gereizt. "Warum? So etwas kann passieren. Es ist Blödsinn, das als Absicht abzustempeln. Ich hätte auf jeden Fall Probleme damit, jemanden so präzise aus dem Rennen zu nehmen", sagt der Deutsche.

"In Frankreich habe ich meinen Frontflügel verloren und mein Rennen zerstört. Es kann schnell gehen und dir gelingt ein brillantes Manöver, genauso schnell ist aber auch ein Unfall passiert", so Vettel, der es "unnötig" findet, sich überhaupt mit Absicht in diesem Zusammenhang äußern zu müssen.

Räikkönen schlägt in dieselbe Kerbe: "Die Dinge passieren eben. Es ist schon komisch, dass man uns jetzt dafür beschuldigt, es absichtlich zu machen. Meine Vorderräder haben blockiert, unglücklicherweise haben wir uns berührt und beide den Preis dafür bezahlt. Es ist viel zu einfach, nach den letzten Rennen zu sagen, dass wir so etwas gegen Mercedes machen. Wir wurden auch schon hart getroffen. So läuft es eben manchmal."


Textquelle: © LAOLA1.at

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