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Wolf glaubt an Nachhaltigkeit im Motorsport

Wolf glaubt an Nachhaltigkeit im Motorsport Foto: © gepa

Nach zwei Pandemiejahren steht die Formel 1 in Spielberg vor einer fulminanten Rückkehr zur "Normalität".

Erstmals werden von Freitag bis Sonntag bis zu 300.000 Besucher auf dem Red Bull Ring erwartet. Geschäftsführer Erich Wolf ist überzeugt, dass dieser Boom nachhaltig und nicht nur pandemiebedingt ist. "Weil die Formel 1 nicht nur eine gute Show, sondern auch tollen, hervorragenden Sport liefert", ist der ehemalige Bundesheer-Offizier überzeugt.

Der 72-jährige Wolf war einst Air Chief der österreichischen Luftstreitkräfte sowie General Manager des Red Bull Air Race und ist seit dem Vorjahr für die Rennstrecke im steirischen Murtal zuständig. "Wir haben sehr bald am Vorverkauf erkannt, dass es für heuer einen großen Zuschauer-Zuspruch gibt", berichtet Wolf in seinem Büro an der Strecke im APA-Gespräch. Er gehe davon aus, dass die Restkarten für Freitag und Samstag auch noch verkauft werden.

Beste Unterhaltung garantiert

Die zwei Pandemie-Jahre seien eine Riesen-Herausforderung auch für den Ring gewesen. "Diese haben wir aber gemeistert. Jetzt ist die Vorfreude riesig", blickt Wolf dem Saison-Höhepunkt am Wochenende zuversichtlich entgegen. Die Begeisterung von Fahrern und Besuchern sei gut erklärbar, sagt Wolf.

"Es ist eine der schönsten Rennstrecken der Welt, die man noch dazu praktisch von jedem Punkt einsehen kann. Dazu haben wir die schönsten Bedingungen auch von der Landschaft her. Hier sind nicht nur die Fahrer, sondern alle Besucher begeistert."

Erfreut ist Wolf auch über die erstmalige Austragung eines Sprintrennens am Samstag. "Damit haben wir jeden Tag eine sportlich wertvolles Ereignis zu bieten. Und der Sprint kann ja sogar weltmeisterschaftsentscheidend sein."

Aber auch rund um den Rennsport wird den Besuchern in Spielberg wie immer enorm viel geboten. Zudem soll ein zweites Fan-Areal neben dem Haupteingang für Entzerrung der vielen Fans sorgen. Dazu kommen Styrian Green Carpet, Interaktionen mit den Piloten, Air Displays und die Rückkehr der Legenden-Parade, bei der etwa Mathias Lauda den 1974er-Ferrari 312B3 seines Vaters Niki pilotieren wird.


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Das Zusammenspiel von Nachhaltigkeit und Motorsport

Zuletzt hatte Sebastian Vettel in Silverstone ebenfalls eine Ausfahrt in einem alten, allerdings mit CO2-neutralem Kraftstoff angetriebenen Williams unternommen. Die Formel 1 will bekanntlich bis 2030 CO2-neutral sein und dabei speziell in Zeiten der Energieknappheit, in der die Sinnhaftigkeit von Motorsport mehr denn je hinterfragt wird, zur Lokomotive technischer Erneuerung werden.

"Man hat bei FOM und FIA einen hohen Anspruch an Nachhaltigkeit. Das teilen wir natürlich, gehen es hundertprozentig mit und leben es am Ring seit Jahren", verweist Wolf auf die eigenen Bemühungen hinsichtlich Energieverbrauch, Müllentsorgung und Recycling, die bald zu einer Zertifizierung punkto Nachhaltigkeit führen soll.

Besonders stolz ist man deshalb auf den mobilen Merchandising-Shop, dessen Strom mit einem Wasserstoff-Aggregat erzeugt wird.

Damit kann Motorsport auch weiterhin mit halbwegs gutem Gewissen betrieben werden. "Natürlich ist der Betrieb einer Motorsport-Rennstrecke für die Allgemeinheit nicht lebensnotwendig", ist Wolf bewusst. "Aber der Mensch braucht auch Unterhaltung auf hohem Niveau, die können wir bieten.

Wir wollen innovativ sein mit dem Zweck, etwas zur allgemeinen Nachhaltigkeit beizutragen. Die Formel 1 kann da eine Lokomotive sein, weil sie die Speerspitze ist und medial im Vordergrund steht."

Anrainer profitieren vom Ring

Man spürt jedenfalls mittlerweile, dass nach anfänglich viel Verunsicherung und Kritik der Red Bull Ring längst akzeptiert und in der Region angekommen ist. "Wir halten uns zu hundert Prozent an die behördlichen Vorgaben. Lärmpegel und Betriebszeiten sind noch nie überschritten worden", sagt Wolf.

"Wir leben in Harmonie mit der Stadtverwaltung und den Anrainern." Viele Gespräche, vor allem auch mit Kritikern, hätten klargemacht, dass der wirtschaftliche Nutzen und das, was Eigentümer Dietrich Mateschitz in der einstigen Krisen-Region bewegt hat, mittlerweile positiv aufgenommen werde, betonte Wolf.

Somit wurde der Ring mittlerweile auch um ein Enduro- und Trial-Gelände oberhalb des Schönberghofs erweitert und der sanfte Ausbauplan sieht nicht nur eine Hackschnitzel-Heizung, sondern auch eine permanente Kart-Strecke vor. Man will damit am Ring zur Nachwuchs-Förderung auf vier Rädern beitragen, wie man es schon bei der FIM MiniGP Austria Series für 10- bis 14-Jährige tut.

MotoGP fährt bis 2025 im Murtal

Die MotoGP, das zweite große Standbein der Strecke, fährt zumindest bis 2025 am Ring. Punkto Formel 1, der wichtigsten Serie im Portfolio der Strecke, gibt es hingegen keine öffentliche Festlegung. "Wir haben einen aufrechten Vertag mit der Formel-1-Organisation", ließ sich Wolf lediglich entlocken.

Man sei auch mit dem Vorverkauf für das MotoGP-Rennen im kommenden August zufrieden und zuversichtlich, auch ohne Valentino Rossi auf die gleiche Besucherzahl wie im Vorjahr zu kommen.

Dazu komme die neue Schikane. Gebaut worden war diese bekanntlich nach mehreren spektakulären Unfällen. "Sie wird viel Spannung bringen, ein Highlight für das Renngeschehen und in Zukunft auch verkaufsfördernd sein", ist Wolf überzeugt. Gut eingesehen werden kann die neue Variante vor Kurve 3 vor allem von der dortigen Tribüne, die zuvor bei der Formel 1 besonders spektakulär ist. Man sitzt dort bis zu 26 Meter über dem Boden.

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