Presse: "Ohrfeige" für Vettel in Kanada

Aufmacherbild Foto: © getty
 

Der Grand Prix von Kanada sorgt auch am Tag danach für viele Diskussionen.

Im Mittelpunkt steht natürlich die Zeitstrafe gegen Sebastian Vettel, die Lewis Hamilton letztlich den Sieg bescherte.

"Vettel, der von Anfang bis Ende führte, kassierte von den Rennkommissaren eine Ohrfeige in Form einer Strafe", titelt etwa die englische "Sun". "Was für ein Spott für Vettel", findet die italienische "La Repubblica".

Der schweizer "Tages-Anzeiger" meint hingegen: "Es mag aus Vettels Sicht ein überaus frustrierender Tag gewesen sein. Es mag auch eine harte Strafe gewesen sein, die ihn da ereilte. Doch letztlich bleibt wie schon oft festzuhalten: Hätte er diesen Fehler nicht gemacht, er hätte das Rennen gewonnen."

Die Pressestimmen zum Kanada-GP:

GROSSBRITANNIEN:

"The Guardian": "Lewis Hamilton holte den Sieg für Mercedes, aber erst nach einem Zwischenfall, der Vettel tobend zurückließ, enttäuscht und verwirrt darüber, wie die Entscheidung gegen ihn gefallen war. Er und Ferrari hatten das Rennen in der Hand, aber der Sieg wurde ihnen genommen, und das Finale verkam fast zur Pantomime, was allen beteiligten Fahrern, nicht zuletzt Hamilton, wenig Freude bereitete."

"Daily Telegraph": "Der Zorn der Hölle konnte nicht größer sein als der des verschmähten viermaligen Weltmeisters. Er tobte nicht nur über die aus seiner Sicht ungerechte Bestrafung, sondern ging auch prompt in den Parc ferme zurück und vertauschte die Nummern eins und zwei, um klarzustellen, dass Hamiltons Triumph unrechtmäßig war."

"The Sun": "Vettel, der von Anfang bis Ende führte, kassierte von den Rennkommissaren eine Ohrfeige in Form einer Strafe, nachdem Hamilton ihn zu einem Fehler gezwungen hatte."

"BBC Sport": "Vettel beschwerte sich, Hamilton hätte nach innen fahren können, aber das war eine unzutreffende Analyse der Situation, die sich da entwickelte. Trotzdem werden zweifellos viele das Gefühl haben, Vettel hätte damit durchkommen sollen und die Fahrer ihr Rennen fahren dürfen."

SPANIEN:

"AS": "Hamilton vermiest Vettel die Party aufgrund einer umstrittenen Entscheidung."

"Marca": "Vettel verschenkt einen Sieg, den er schon in der Tasche hatte."

"Sport": "Die FIA schenkt Hamilton den Sieg."

ITALIEN:

"La Repubblica": "Was für ein Spott für Vettel. Der englische Mercedes-Pilot Lewis Hamilton triumphiert in Kanada dank einer Strafe, die Sebastian Vettel den Sieg verwehrt hat. Ferrari muss somit den Termin für einen ersten Erfolg in einer Meisterschaft verschieben, die bereits vor der Sommerpause weitgehend entschieden zu sein scheint."

SCHWEIZ:

"Tages-Anzeiger": "Es mag aus Vettels Sicht ein überaus frustrierender Tag gewesen sein. Es mag auch eine harte Strafe gewesen sein, die ihn da ereilte. Doch letztlich bleibt wie schon oft festzuhalten: Hätte er diesen Fehler nicht gemacht, er hätte das Rennen gewonnen."

"Neue Zürcher Zeitung": "Womit der Ferrari-Fahrer Vettel erneut damit konfrontiert ist, unter Druck zu oft zu zerbrechen. (...) Was er getan hat, bleibt dennoch Verkehrsgefährdung, sie hat Hamilton eine Siegchance aus eigener Kraft genommen. Ferrari sollte sich einen weiteren Protest gut überlegen, denn es war eine Tatsachenentscheidung. Dafür gibt es Regeln, und eben keinen Freispruch."

DEUTSCHLAND:

"Bild": "Sechs Rennen dümpelte die Formel 1 durch die Saison 2019 - dann am Sonntag plötzlich der Kanada-Knall! Lewis Hamilton (34) gewinnt in Montreal, obwohl er im Rennen Zweiter wird. Doch er profitiert von einer höchst umstrittenen Strafe gegen Sebastian Vettel (31), dem fünf Sekunden aufgebrummt werden. Die reichen, damit er das Rennen verliert."

"Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Beim Rennfahren aber geht es um harte Positionskämpfe, um Attacken und Angriffe, bei denen Ausbremsmanöver im vorgegebenen Rahmen nicht nur erlaubt, sondern auch gewünscht sind. Insofern steckt in der Urteilsbegründung ein Schuss unfreiwilliger Ironie. Die bestrafte "gefährliche Rückkehr auf die Piste" war nicht gefährlich in den Augen der Piloten. Gefährlich ist vor allem die Konsequenz des Urteils - für den Geist der Formel 1."

"Süddeutsche Zeitung": "Die Strafe mochte hart gewesen sein. Aber sie war nachvollziehbar. Und es war auch so: Vettel hatte einen Fahrfehler begangen. Deshalb war er überhaupt über den Rasen gerollt."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

Marko Arnautovic: Der "herzensgute" ÖFB-Kapitän

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare