Neue Zuversicht bei Red Bull vor Spielberg

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Mit dem ersten Sieg seit Oktober 2016 in Malaysia hat Red Bull Racing in der Formel-1-WM neue Hoffnung geschöpft.

"Wer hätte das gedacht?", fragte sich nicht nur Motorsport-Berater Helmut Marko nach dem kuriosen Grand Prix von Aserbaidschan, in dem bis zur Hälfte fast keine Runde ohne Zwischenfälle verlief.

Dass aber nicht Pechvogel Verstappen von Platz fünf aus, sondern der nach Startplatz zehn bis auf Rang 17 zurück gefallene Ricciardo am Ende ganz oben stand, war bezeichnend.

VIDEO: So bereiten sich Ricciardo und Verstappen auf Spielberg vor

Motorenstrecke in Österreich wird problematisch

Ob Red Bull tatsächlich in der Lage ist, noch vor der Sommerpause aus dem Zweikampf zwischen Mercedes und Ferrari einen Dreikampf zu machen, wurde aber auch in Baku nicht klar. Unter normalen Umständen und aus eigener Kraft zu gewinnen, dürfte nach wie vor schwierig sein. Speziell auf der Motorenstrecke in Spielberg, einem Stop-and-Go-Kurs.

Zudem hatte vor Baku Motorenlieferant Renault mit der Mitteilung geschockt, dass man in diesem Jahr doch keinen nennenswerten PS-Schub mehr liefern werde. Ein neues Motorenmapping und ein kleiner Flügel brachten dennoch zwei Zehntel. Zudem ist bei RBR das Problem mit dem eigenen Windkanal mittlerweile bekannt, wenn auch nicht behoben.

"Es ist kein Geheimnis, dass wir nach wie vor drastisch weniger PS haben als Mercedes und Ferrari. Aber das Chassis unseres Autos ist seit dem Saisonbeginn um eine ganze Sekunde schneller geworden", lobte Marko den RB13.

Marko nun deutlich positiver gestimmt

Ricciardo musste in Baku am Ende gar nicht mehr mit voller Leistung fahren, um nach drei dritten Plätzen in Folge nun sogar zu gewinnen. Damit überholte der Australier Kimi Räikkönen und ist neuer WM-Vierter.

"Ich bin ein ziemlicher Glückspilz. Alle meine Siege kamen unter verrückten Umständen zustande", konnte der Australier nach dem Rennen nicht aufhören zu grinsen. "Ich habe schon im Auto gekichert wie ein Schulbub", gestand der nun fünffache GP-Sieger, der auf dem Podium auch dem Sensationsdritten Lance Stroll einen "Shoey" verordnete und Champagner aus dem verschwitzten Rennschuh trank.

Nun geht es für Red Bull Racing zum großen Heimauftritt am 9. Juli in Spielberg. Es ist irgendwie ein Angstrennen, dennoch hat Verstappen dort im Vorjahr Platz zwei geschafft. Marko gab sich deshalb auch vorsichtig zuversichtlich. "Wir rücken ständig näher und gehen deutlich positiver gestimmt als noch vor vier Wochen in das Österreich-Rennen", verriet der Grazer.

Schließt Renault die Lücke noch heuer?

Auch langfristig stehen die Zeichen beim vierfachen Weltmeisterteam auf Fortschritt. "Wenn bei Renault nochmals solche Kleinigkeiten kommen, sollte die Lücke zu den zwei vor uns noch heuer zu schließen zu sein", ist Marko überzeugt, Mercedes und Ferrari bald wieder fordern zu können.

Das hört vor allem Verstappen gerne. Der 19-jährige Niederländer wird wegen seiner aktuellen Ausfallsserie immer ungeduldiger, will er doch möglichst in der Direttissima zum ersten WM-Titel.

So buhlt der ehrgeizige Junior angeblich im Hintergrund bereits um den womöglich frei werdenden Platz von Räikkönen bei Ferrari. Bei Red Bull verweist man aber auf wasserdichte Langzeitverträge mit den Piloten sowie fehlende Ausstiegsklauseln.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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