Hamilton: "Vettel ist nicht mehr Nummer 1"

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Während sich die Formel 1 in Suzuka auf Samstag vorbereitet, wo zwar nicht gefahren wird, aber die Auswirkungen von Taifun "Hagibis" voll zu spüren sein werden, scheinen Performance-Hoch und innerer Frieden bei Ferrari ebenfalls vom Winde verweht.

Neben den Scharmützeln rund um die Russland-Strategie lässt das Abschneiden in den freien Trainings zum Grand Prix von Japan (So., ab 7:10 Uhr im LIVE-Ticker) nicht darauf hoffen, Mercedes noch in die WM-Suppe spucken zu können - und sei es nur zur Verzögerung der silbernen Feierlichkeiten.

Beim amtierenden Weltmeister-Team, das an diesem Wochenende Fahrer- und Konstrukteurs-Titel bereits fixieren kann, betrachtet man die Geschehnisse innerhalb der Scuderia interessiert: "Die haben da drüben eine interessante Dynamik", stellt Lewis Hamilton fest.

Der Engländer kennt sich seit seinem stall-internen Duell mit Nico Rosberg mit solchen Dingen bestens aus und stichelt in Japan munter drauflos. "Seb war die Nummer eins. Jetzt ganz klar nicht mehr", meint der Brite unmissverständlich. "Von der Energie und der Perspektive her versucht man Charles nach oben zu bringen", ist der wohl bald sechsfache Formel-1-Weltmeister überzeugt.

"Immer wenn zwei Alphatiere um Positionen kämpfen, birgt das innerhalb des Teams das Potenzial für eine Rivalität und Eskalation", meint auch der leiderfahrene Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Binotto muss Mediator spielen

Auch im Vorfeld des Suzuka-Rennens war der Konflikt zwischen den beiden Ferrari-Piloten Thema. Managen muss das Neo-Teamchef Mattia Binotto. Der Italiener mit dem Wuschelkopf und der dickumrandeten Harry-Potter-Brille bleibt aber auch in Japan gelassen. Er habe nach Sotschi "positive, konstruktive, ehrliche, faire und transparente" Diskussionen mit seinen Piloten geführt.

Vettel und Leclerc bezeugen diese Gespräche mit ihrem Boss. Die Aussagen des 32-jährigen Deutschen und seines elf Jahre jüngeren Herausforderers aus Monaco legen jedoch nahe, dass es jeweils separate Sitzungen gab. Aber keine Dreierrunde.

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Die Zukunft Binottos bei Ferrari entscheidet sich nicht zuletzt in seiner Moderation der Fahrerrivalität. Quasi die ganze Motorsportnation Italien erwartet endlich wieder einen Titel.

Ferrari kennt Binotto, der als Sohn italienischer Eltern in Lausanne geboren wurde, in- und auswendig. Nach dem Studium an der Universität Modena und Reggio Emilia stieg er bei der Scuderia ein. Für kein anderes Unternehmen hat Binotto seitdem gearbeitet.

Er halte "alles zusammen, bewahre im Team die Ruhe", lobte ihn einmal Vettel. Zudem erinnere der 49-Jährige jeden daran, "wohin man gemeinsam gehen will, wohin man gehen muss". Sofern nicht ein Formel-1-Wunder passiert, wird aber Ferrari auch in diesem Jahr keinen Titel holen.

Für "ganz vorn" wird es in Suzuka eng bei Ferrari

Dass es in Suzuka nicht einmal zu einem weiteren Teil-Erfolg wie etwa in Belgien, Italien und Singapur reichen könnte, lässt das Abschneiden am Freitag vermuten. Im ersten freien Training fehlte rund eine Sekunde auf Mercedes, in der zweiten Session war sogar Max Verstappen im Red Bull vor den Scuderia-Autos zu finden. Bei Ferrari wird aber beteuert, performance-mäßig fast am Anschlag zu sein.

"Mercedes war heute überraschend stark. Wir können uns vielleicht noch ein bisschen steigern, aber für ganz vorne wird es wohl eng", so Vettel.

Überrascht war auch Leclerc, der die Balance des Autos eigentlich gut fand, aber "uns fehlt einfach der Speed". Eine negative Überraschung, denn nach den letzten Vorstellungen erwartete man auch für Japan eine ansprechende Vorstellung.

Hinter Mercedes würde sich Ferrari sogar um den Status als zweite Kraft streiten müssen. "Der Longrun sah nicht gut aus. Speziell mit wenig Sprit scheint uns die Pace zu fehlen", moniert Leclerc.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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