Vorsichtiger Optimismus bei Red Bull Racing

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Bei Red Bull Racing weiß derzeit noch niemand, wohin die Reise in dieser Formel-1-Saison (Sonntag, ab 7:10 Uhr im LIVE-Ticker) gehen wird.

"Wir hatten einen guten Winter", sagt Daniel Ricciardo am Donnerstag in Melbourne, während sein Teamkollege Max Verstappen leise Zweifel äußerte. Minimalziel ist ein besseres Ergebnis beim Auftakt-Grand-Prix als im vergangenen Jahr. Da war Verstappens fünfter Platz das Höchste der Gefühle.

Ricciardo hatte es 2017 beim Australien-Rennen wegen eines technischen Gebrechens gar nicht erst zur Startaufstellung geschafft.

"Nicht zu starten letztes Jahr hat überhaupt keinen Spaß gemacht", erzählt der Lokalmatador, der sich während des Abspielens der australischen Hymne in der Garage befand, wo noch am Auto herumgeschraubt wurde.

In der 29. Runde stellte er seinen Boliden schließlich ab, Grund war ein Problem mit dem Benzindruck. Diesmal soll es anders werden.

Riccardo: Abstand ist kleiner geworden

"Ich denke, wir sind noch immer die drei Topteams - Mercedes, Ferrari und wir. Hoffentlich werden wir innerhalb dieser Gruppe weit vorne sein und die Chance haben, auf dem Podium zu stehen", meinte Ricciardo in Hinblick auf Sonntag.

Würden es im besten Fall beide Red-Bull-Autos auf das Podest schaffen, wäre das eine starke Ansage gegenüber der Konkurrenz, fügte er hinzu.

Laut Ricciardo ist Mercedes auf den meisten Strecken noch immer vor Ferrari und Red Bull, wenngleich der Abstand kleiner geworden ist. Wer von den zwei Verfolgern schneller ist, werde sich erst zeigen. "Ich denke, wir sind eng beisammen. Ich könnte nicht sagen, ob wir eine Zehntelsekunde schneller sind oder sie", wollte sich Ricciardo nicht festlegen.

Verstappen glaubt an "schmerzhaften" Auftakt in Australien

Verstappen mahnte hingegen zur Vorsicht. "Ehrlich gesagt, bin ich ziemlich neutral", bekundete der Niederländer. "Ich könnte jetzt viele Geschichten erzählen, aber gleichzeitig weiß ich es nicht, weil wir noch nicht einmal eine Trainingssession gefahren sind. Wir müssen abwarten. Es gibt noch eine Menge Fragen."

Der 20-Jährige räumte ein, dass Australien nicht das stärkste Rennen von Red Bull sein werde.

"Mein persönliches Gefühl sagt mir, dass wir ein ziemlich starkes Auto haben. Aber wir müssen abwarten und schauen, wie gut unser Paket auf den Geraden hier insgesamt ist. Es wird definitiv etwas schmerzhaft sein hier", befand Verstappen angesichts der temporären Rennstrecke im Albert Park.

Red Bull war mit dem RB14 etwa eine Woche früher fertig, als dies bei den direkten Vorgängern der Fall war. Daher habe man kleine Probleme heuer auch schon früher erkannt und dementsprechend ausmerzen können, erklärte Ricciardo.

"Das Team war ein bisschen proaktiver dieses Jahr und weniger darauf aus, alles bis zur letzten Minute auszureizen", sagte der fünfmalige Grand-Prix-Sieger. Er gab sich überzeugt, dass der schon fast traditionell schwache Start diesmal nicht vorkommen werde.

Vettel bietet Ricciardo Platz bei Ferrari an

Nicht bis zur letzten Minute warten möchte Ricciardo hinsichtlich seiner Zukunftsentscheidung. Der aktuelle Vertrag des Mannes mit dem ansteckenden Grinsen läuft bis Ende dieses Jahres - für welches Team er 2019 fährt, steht noch in den Sternen.

Ricciardo bekräftigte aber, dass er auch nichts überstürzen wolle und sich nicht zu einer vorschnellen Entscheidung zwingen lassen werde. "Fragt mich in sechs Monaten", warf er in Melbourne den Journalisten zu.

Der Westaustralier, für den im Juli auch schon das 30. Lebensjahr anbricht, ließ sich entlocken, dass sein nächster Vertrag ein ganz wichtiger für ihn sein werde. Red Bull zu verlassen, wäre zwar ein riskanter Schritt, doch vielleicht sei die Zeit dafür reif.

"Ich bin mir sicher, er wird einen Sitz finden", meinte Sebastian Vettel, der 2014 bei Red Bull im Stallduell mit Ricciardo kein Land gesehen hatte. "Aber wir kommen, glaube ich, gut miteinander aus. Daher würde es mich nicht stören, wenn wir in der Zukunft wieder zusammenfinden würden."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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