Vettel nach Räikkönen-Pole sauer

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Zu früh gefreut!

Sebastian Vettel jubelte nach seiner Zieldurchfahrt bereits über die Pole Position in Monza, ehe ihm Teamkollege Kimi Räikkönen diese mit der schnellsten jemals gefahrenen Runde in der Formel 1 noch wegschnappte.

"Darüber reden wir später noch einmal", funkt Vettel merklich sauer an seine Crew. Bei der Pressekonferenz nach der Quali meint der Deutsche: "Ich war ganz klar nicht glücklich, aber ich sage nicht wieso."

An der Tatsache, dass Räikkönen bei seiner Pole-Runde von Vettels Windschatten profitierte, soll es laut dem aktuellen WM-Zweiten nicht liegen. "Wir haben eine Abmachung, dass das jedes Wochenende wechselt. Diesmal war Kimi der Hintere, so ist es einfach", erklärt Vettel.

Sicher ist, dass der 31-Jährige mit seiner eigenen schnellen Runde nicht zufrieden ist. "Ich habe in der ersten Schikane etwas Zeit verloren, in der zweiten auch, und in den Lesmos auch - also eigentlich überall", hadert Vettel. "Es war keine saubere Runde. Die anderen Runden waren eigentlich besser." Er hätte sogar noch "Glück gehabt, dass ich Zweiter statt Dritter geworden bin."

Räikkönen über Windschatten-Spielchen

Aber Vettel erkennt auch die Leistung seines Teamkollegen an. "Kimi hatte eine sehr, sehr gute Runde und hat fantastische Arbeit geleistet. Er war am Ende einfach schneller."

Räikkönen selbst analysiert das Qualifying nüchtern, glaubt nicht einen Vorteil durch den Windschatten. "Natürlich geht es viel um Spielchen, hier Erster zu werden und Windschatten zu bekommen und dies und das. Aber ich denke, dass es am Ende einfach ein ganzer Zug von Autos war", sagt Räikkönen. "Es war einfach genug. Das Auto lief gut."

Richtige Euphorie kommt beim "Iceman" nach seiner insgesamt 18. Karriere-Pole nur wenig auf, obwohl er erstmals in dieser Saison von Startplatz eins ins Rennen geht. "Es gibt keinen tolleren Ort, um die Pole zu holen, als hier bei unserem Heimrennen vor den Tifosi. Es ist toll für Sonntag, aber nur die halbe Miete."

Vettel: "Dann darf er auch gewinnen"

Ob Räikkönen trotz der Pole Position - wie schon so oft - zugunsten von Vettel im Rennen zurückstecken muss? Ferrari will von einer Stallorder zumindest nach außen hin nichts wissen.

"Wenn er von der Pole-Position losfährt, dann darf er auch gewinnen, denke ich", gibt sich Vettel fair. Der Deutsche kündigt aber auch einen Angriff gleich nach dem Start in Kurve eins an. "Du versuchst schließlich immer, vorbeizukommen, egal wer der Gegner ist. Natürlich müssen wir eine Berührung vermeiden, aber das ist Standard. Du kannst dir keine Kollision leisten, nie."

So sieht es natürlich auch Räikkönen: "Wir müssen vorsichtig miteinander umgehen. Aber ich sehe nicht, warum das etwas ändern sollte. Niemand geht absichtlich ein sinnloses Risiko ein, um einem anderen Piloten das Auto zu beschädigen."

Klar ist jedenfalls: Beide wollen gewinnen und werden für den Sieg kämpfen. Vettel: "Er will gewinnen, ich will gewinnen. Vor uns liegt ein langes Rennen. Ich hoffe, einer von uns beiden ist am Ende der Sieger."

Das Rennen am Sonntag beginnt um 15:10 Uhr. LIVE-Ticker >>>

Textquelle: © LAOLA1.at

Formel 1: Räikkönen-Pole beim GP von Italien in Monza

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