Red Bull Racing freut sich über "Optimum"

Red Bull Racing freut sich über Foto: © getty
 

Platz zwei, Platz drei und die Fahrer-WM-Führung zurückerlangt: Viel besser hätte das Grand-Prix-Wochenende in der Türkei für Red Bull Racing nicht laufen können.

In der weißen Sonderlackierung, die Motorenlieferant Honda zu Ehren einmalig ausgepackt wurde, fuhr Max Verstappen mit seinem zweiten Rang wieder zur WM-Führung. Sergio Perez hat als Dritter wertvolle Punkte in der Konstrukteurswertung geholt und, noch wichtiger, Verstappens WM-Konkurrenten Lewis Hamilton hinter sich gelassen und damit den Grundstein dafür gelegt, dass der Niederländer als WM-Führender in den Grand Prix der USA gehen kann.

Man habe in der Türkei das Optimum herausgeholt, sagt Red Bulls Motorsport-Berater Helmut Marko nach dem Rennen bei "Servus TV".

"Wir haben nie etwas riskiert, sind die Sache immer langsam angegangen. Checo (Perez, Anm.) ist ein fantastisches Rennen gefahren. Die WM-Führung ist auch wieder bei uns. Wir sind sehr zufrieden", bilanziert der Steirer.

Lob für Perez

Das gesamte Rennen über herrschten regnerische Verhältnisse in Istanbul, Reifen-Management stand für alle Fahrer an der Spitze der Agenda.

"Das Hauptproblem war der linke Vorderreifen, Temperatur, Graining, wie viel Gummi noch drauf ist, wie weit der schon durch war. Die Fahrer sind permanent informiert worden und sind super darauf eingegangenen, indem sie ihr Fahrverhalten, ohne Zeit zu verlieren, darauf eingestellt haben", lobt Marko sein Fahrerduo.

Aufgrund der Bedingungen bezeichnet Red-Bull-Teamboss Christian Horner den Renn-Sonntag als "ganz schwierigen Tag". "Die Ingenieure haben am Freitag und Samstag mit dem Set-Up einen super Job gemacht. Die Mercedes waren an diesem Wochenende sehr stark. Platz zwei und drei und die Führung in der Fahrer-Wertung wieder zu holen, das ist für uns ein positiver Tag", so der Engländer.

Sergio Perez erntet nach dem Türkei-Grand-Prix Extralob von seinen Vorgesetzten, vor allem für sein Duell mit Lewis Hamilton. "Hamilton hat ihn eigentlich in die Boxengasse geschickt. Er hat dann super zurückgekämpft", freut sich Marko.

"Das ist genau das, was wir brauchen. Er ist ein sehr starkes Rennen gefahren heute. Speziell in der Situation mit Lewis konnte man sehen, er war da ganz entschlossen. Das war ein entscheidender Moment für uns im Rennen. Ich bin sehr zufrieden mit seiner Leistung", so Horner.

Diese Worte sind sicherlich Balsam auf die Seele des Mexikaners. Zwar hat Perez in Aserbaidschan gewinnen können, darüber hinaus stehen aber nur zwei dritte Plätze zu Buche.

Fahrer orten Geschwindigkeits-Problem

Max Verstappen und Sergio Perez sind mit dem Wochenende zwar zufrieden, die Renn-Pace der Red Bulls ließ für das Fahrer-Duo aber zu wünschen übrig.

"Es war ein schwieriges Wochenende, wir hatten eigentlich nicht die Pace, die wir haben wollten. Mit dem zweiten und dem dritten Platz haben wir das Maximum herausgeholt", sagt Verstappen, der mit dem Renn-Wochenende unterm Strich aber zufrieden ist.

"Es gab nie eine Runde, wo ich einfach pushen konnte. Man hat es bei Charles und Lewis gesehen, die sind mit den neuen Reifen gekommen, haben gepusht und der Reifen hat komplett abgebaut. Heute ging es darum, geduldig zu bleiben", bilanziert der Niederländer.

"Das war ein schwieriges Rennen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir die Pace hatten, um mit den Mercedes mitzuhalten. Das war unabhängig von nass oder trocken", resümiert Perez. "Zu Anfang des Rennens war ich sehr zufrieden mit dem Auto, aber die Bedingungen haben es dann schwierig gemacht. Ich hatte einen schönen Kampf mit Lewis. Am Ende hat das Team die richtige Strategie gefunden, es ist uns gelungen, ein gutes Ergebnis zu erzielen."

"Wir müssen Pace finden"

Den Geschwindigkeitsvorteil der Mercedes-Boliden gegenüber dem Red Bull streichen auch Marko und Horner heraus.

"Wir müssen uns was einfallen lassen. Mercedes ist auf den Geraden derartig schnell. Die sind, glaube ich, 15 km/h schneller gewesen. Das ist eigentlich, wenn du DRS verwendest. Das ist seit Silverstone so und nimmt immer mehr zu, diese Motorenüberlegenheit. Wir müssen unser Chassis noch mehr optimieren, damit wir das zumindest ansatzweise ausgleichen können", ortet Marko Handlungsbedarf für die nächsten zwei Wochen.

Auch Horner meint, dass bis zum Rennen in Austin noch etwas passieren müsse, vor allem da der Circuit of the Americas Hamilton liege. "Wir müssen sicherstellen, dass wir bis dahin noch Pace finden, denn die Mercedes waren an diesem Wochenende schon ein bisschen schneller als wir. Toll, dass wir die Punkte geholt haben, aber es ist so eng, es ist so knapp. Wir müssen weiter pushen", gibt Horner die Marschrichtung vor.

Max Verstappen freut sich aus kulinarischer Sicht schon auf das Rennen in Perez' Heimat Mexiko. "Zuerst muss ich ein paar Kilo abnehmen, damit ich mehr Steaks essen kann oder ein paar Tacos", scherzt der Niederländer.

"Nein, ich muss wirklich ganz leicht sein, wenn ich in diese beiden Rennen gehe, dann bin ich auch schnell. Mexiko wird auf jeden Fall ein gutes Rennen für uns, das Auto war da immer gut. In Austin kann es gut laufen, aber es ist ein Fragezeichen dabei", so Verstappen. Sein Teamkollege hofft generell auf Besserung.

"Ich hoffe, jetzt kommen bessere Rennen auf uns zu. Die letzten zwei, drei Rennen war Mercedes wirklich stark. Jetzt hoffe ich darauf, dass wir vielleicht die Oberhand gewinnen", so der Mexikaner.

Am 24. Oktober legt der Formel-1-Zirkus in Austin den nächsten Stopp ein, bevor es nach Mexiko und Brasilien geht.

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