Pole! Lewis Hamilton legt in Katar vor

Pole! Lewis Hamilton legt in Katar vor Foto: © getty
 

Lewis Hamilton legt den Grundstein für den nächsten Schritt seiner WM-Aufholjagd: Der Brite fährt im Qualifying für den erstmalig ausgetragenen Grand Prix von Katar am Losail International Circuit zu seiner 102. Pole Position.

Der Mercedes-Pilot verweist WM-Konkurrent Max Verstappen (Red Bull/+0,455) und seinen Teamkollegen Valtteri Bottas (+0,651) auf die Startplätze zwei und drei. Weil Pierre Gasly (AlphaTauri/4.) gegen Ende von Q3 einen Reifenplatzer erleidet, können die meisten Piloten ihren letzten Angriff aber nicht vollenden - daraus resultiert auch der große Vorsprung Hamiltons.

Die Top Ten werden von Fernando Alonso (Alpine), Lando Norris (McLaren), Carlos Sainz (Ferrari), Yuki Tsunoda (AlphaTauri), Esteban Ocon (Alpine) und Sebastian Vettel (Aston Martin) komplettiert.

Trotz des zweiten Startplatzes von Verstappen setzt es auch eine Enttäuschung für Red Bull Racing: Sergio Perez scheitert in Q2 und kommt nicht über Startplatz elf hinaus. Mit Charles Leclerc (13.) und Daniel Ricciardo (14.) starten auch ein Ferrari und ein McLaren fernab der Spitzengruppe.

Das Nachtrennen in der Nähe von Doha startet am Sonntag um 15:00 Uhr (LIVE-Ticker>>>). Verstappens WM-Vorsprung beträgt drei Rennen vor dem Ende 14 WM-Punkte auf Hamilton.

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Rennen wird ab 2023 dauerhaft dabei sein

Im Norden Dohas findet genau ein Jahr vor Beginn der Fußball-WM erstmals ein Formel-1-Rennen statt. Die Strecke ist kurzfristig für Melbourne eingesprungen. Ab 2023 gehört das wegen der angespannten Menschenrechtssituation umstrittene Katar für mindestens zehn Jahre dauerhaft zum Rennkalender.

Der Kampf um den Fahrer-WM-Titel könnte in Katar also bereits eine Vorentscheidung und zwei Wochen später nach der Premiere in Saudi-Arabien (5.12.) sogar der Titelträger schon vor dem finalen Rennen am 12. Dezember in Abu Dhabi fest stehen. Für Hamilton wäre es der achte (Rekord), für Verstappen der erste WM-Titel.

Während zwischen den Fahrern großteils gesunde Konkurrenz herrscht, wird der Ton hinter den Kulissen immer rauer. Mercedes hat ein Verstappen-Manöver in Brasilien beeinsprucht um klarzustellen, was im Finish des Titelkampfes erlaubt ist. Der Niederländer hatte in Sao Paulo dem überholenden Hamilton keinen Platz gelassen und beide waren von der Strecke abgekommen. "Damit ist nun klar, was ab jetzt erlaubt ist", stellte Mercedes-Teamchef Toto Wolff klar, nachdem der Einspruch von den Stewarts nicht weiterverfolgt wurde.

Kampf der WM-Teams bei "Mixed-Martial-Arts" angekommen

Mittlerweile droht Red Bull seinerseits mit einem Protest gegen den Heckflügel der Mercedes, der dem Auto angeblich zu verdächtig hohem Topspeed verhilft. "Wir lehnen uns aber erst dann hinaus, wenn wir handfeste Beweise haben", ließ Berater Helmut Marko offen, ob tatsächlich der Flügel oder doch der neue Motor Hamilton zuletzt so schnell gemacht hat. Ein Protest sei "das allerletzte Mittel", sagte der Österreicher. Landsmann Wolff meinte: "Wir fahren die Ellenbogen aus, weil es die Regeln nun erlauben. Volle Attacke."

Richtig schlechte Stimmung ist aber zwischen Wolff und Red Bull Teamchef Christian Horner, das war bei der FIA-Pressekonferenz in Katar unüberhörbar. "Es gibt keine Beziehung. Es ist ein Wettbewerb. Jeder folgt seinen eigenen Interessen", stellte dort Horner klar. Dann wurde der Engländer sogar persönlich: "Es ist das erste Mal, dass Mercedes wirklich gefordert ist. Und es ist spannend, wie die Leute reagieren, wenn sie unter Druck stehen, wenn sie herausgefordert werden."

Er habe auf privater Ebene weit mehr Drucksituation als die derzeitige auszustehen gehabt, hielt dem Wolff entgegen. Und während Horner meinte, dass dies nun der intensivste politische Titelkampf, in dem man sich bisher befunden habe, sei, stellte Wolff klar, dass die Handschuhe herunten sind. "Was als Olympisches Boxen begonnen hat, ist zum Profi-Boxen geworden und jetzt sind wir bei Mixed-Martial-Arts angekommen."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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