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Verstappen schimpft gegen sein Team Red Bull

Verstappen schimpft gegen sein Team Red Bull Foto: © getty

Max Verstappen und Sebastian Vettel hatten beim Großen Preis von Spanien nicht nur mit den eigenen Boliden und den Reifen zu kämpfen, auch die Kommunikation mit den jeweiligen Teams hat nicht sonderlich gut funktioniert.

Der Niederländer schimpft im Vorlauf zu seinem ersten Boxstopp in Runde 22 wie ein Rohrspatz über den Boxenfunk mit dem eigenen Team - die Welt hört belustigt zu.

Der Red-Bull-Pilot hatte sich mehrfach vulgär darüber beschwert, dass sein Team nicht schon früher den notwendigen Reifenwechsel durchführen wollte.

"Rückenwind? Ist mir egal. Reifen... Ich habe nichts mehr übrig", so Verstappen in einer seiner milderen Äußerungen.

Konzentration auf das eigene Rennen

Der 22-jährige Verstappen schimpfte vor dem Boxenstopp: "Wollt ihr, dass ich mich noch einmal wiederhole? Der beschissene Reifen ist tot!", gab der Niederländer zum Besten. Die kühle Antwort des Renningenieurs darauf: "Das musst du nicht wiederholen, Max."

Die Red-Bull-Taktiker wollten mit ihrer Hinhalte-Taktik verhindern, dass Verstappen nach dem Boxenstopp im Verkehr festhängt - ein Umstand, der dem Hitzkopf wohl gleichgültig gewesen ist.

"Ich verliere so viel Zeit. Wen interessiert es, ob ich ihm im Verkehr herauskomme? Ich überhole sie locker". Das Team hatte letztendlich Erbarmen mit dem neunfachen Rennsieger und wechselte die alten weichen Reifen gegen einen Satz Mediums.

"Ich habe bereits drei oder vier Runden davor gesagt, dass meine Reifen durch sind", sagt Verstappen nach dem Rennen. "Ich hatte Angst, dass Bottas den Undercut setzt. Ich hatte das Gefühl, dass sie mir nicht zuhören würden. Aber dann bin ich mein eigenes Rennen gefahren. Ich musste wirklich nur ein Auge auf meine Reifen haben."

Marko: "Strategie muss Verstappen schon uns überlassen"

Weniger amüsiert war Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko über die Vorgehensweise seines Piloten.

"Die Strategie muss er schon uns überlassen. Wir haben genauer gesehen, wie weit der Reifen heruntergefahren ist. Wir wussten, dass er teilweise am Limit ist", sagt der Grazer im Interview mit "Sky".

"Das ist halt das Temperament, das manchmal mit Max durchgeht. Ist halt dumm, wenn das alles on air ist."

Einigkeit herrscht zwischen den beiden, was die Zufriedenheit über das Ergebnis betrifft. Verstappen und Marko sprechen beide vom maximal möglichen Ergebnis.

"Es war gut, zwischen die Mercedes zu kommen. Ich hatte nicht die Pace wie Lewis, bin aber mit dem zweiten Platz zufrieden. Es war wichtig beim Start vor Valtteri zu kommen, danach habe ich einfach versucht mein Tempo zu gehen", so Verstappen.

Auch Vettel irritiert

Nicht sonderlich viel besser erging es Sebastian Vettel. Der vierfache Weltmeister konnte mit Rang sieben zwar sein zweitbestes Ergebnis der Saison einfahren, die Ferrari-Crew bekleckerte sich bei der Kommunikation mit dem Heppenheimer aber nicht mit Ruhm.

Vettel absolvierte das Rennen mit einer Ein-Stopp-Strategie, stand zwischenzeitlich sogar auf Rang fünf. Dem Deutschen wurde gesagt, dass er im zweiten Stint pushen solle. Kurz darauf gab es die Ansage an Vettel, dass er auf dem aktuellen Reifensatz durchfahren solle. Der 33-Jährige hatte sich bei seinem Team zwischenzeitlich erkundigt und keine Antwort erhalten.

Auch Vettel ließ als Reaktion darauf ein Schimpfwort fallen, verrät im "Sky"-Interview nach dem Rennen "aufgekratzt" gewesen zu sein. Das Missverständis habe am Rennausgang allerdings nicht viel geändert, hält Vettel fest.

"Ich glaube, heute war ein schwieriges Rennen. Wir haben viel Risiko genommen, hatten aber auch nichts zu verlieren", so der Ferrari-Pilot, der es im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Charles Leclerc immerhin ins Ziel geschafft hat. Trostpreis für Vettel: Die Fans haben ihn zum Fahrer des Tages gekürt.

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