Warten vorbei! Leclerc holt seinen Premieren-Sieg

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Im dritten Anlauf von der Pole Position hat es endlich geklappt: Charles Leclerc holt beim Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps seinen ersten Sieg in der Formel 1!

Der Ferrari-Youngster liefert eine souveräne Vorstellung ab und führt das Podium vor den Mercedes von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas an. Sebastian Vettel muss sich vom zweiten Startplatz weg mit dem vierten Rang begnügen.

Max Verstappen (Red Bull) scheidet nach einer Kollision mit Kimi Räikkönen (Alfa Romeo) schon nach wenigen Metern aus. Neo-Red-Bull-Pilot Alex Albon kommt bei der Premiere als Fünfter ins Ziel, profitiert dabei aber vom Pech von Lando Norris (McLaren), der diesen Platz durch einen Ausfall eine Runde vor Schluss verliert.

Leclerc sorgt damit für den ersten Saisonsieg der Scuderia, Vettel wartet noch vergeblich auf einen vollen Erfolg. Immerhin darf sich der deutsche Vierfach-Weltmeister mit dem Extrapunkt für die schnellste Rennrunde trösten.

Als 108. Rennsieger in der Geschichte der Königsklasse schreibt Leclerc doppelt Geschichte, denn er ist auch der erste Monegasse, der auf dem obersten Podest eines Grand Prix steht.

Leclerc zeigt nach dem Rennen mit der Hand zum Himmel, um an seinen Freund Anthoine Hubert zu erinnern, der am Vortag bei einem Unfall im Formel-2-Rennen tödlich verunglückte. "Ich kann diesen Sieg nicht so genießen, wie ich gerne würde", sagt Leclerc.

Hamilton baut mit Platz zwei seine Führung in der WM auf Bottas aus. Eine Woche vor dem großen Ferrari-Heimrennen in Monza kommt der erste Saisonsieg für die Scuderia aber punktgenau.

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Verstappen schon am Start weg

Die vom Unfall geschockte Formel 1 reagiert in Belgien mit einer Trauerminute sowie Gedenk-Logos auf den Autos auf den Unfall von Nachwuchsfahrer Hubert. Weltmeister Hamilton bezeichnet Hubert sogar als "Held". Der 13. Saisonlauf wurde aber planmäßig gestartet. Man fahre ein Rennen mit schwerem Herzen, verlautet die Formel auf Twitter.

Mit beiden Ferraris zum 63. Mal in der ersten Startreihe geht es um 15:15 Uhr auf der mit sieben Kilometern längsten Saisonstrecke auch pünktlich los ins 13. Saisonrennen und dem ersten nach der Sommerpause.

Beim wie so oft in Spa turbulenten Start ist Max Verstappen der Pechvogel. Der 100 Kilometer von der belgischen Rennstrecke entfernt geborene Lokalmatador fabriziert zunächst schon wieder einen schlechten Start, in der ersten Kurve fährt ihm Kimi Räikkönen mit dem rechten Hinterreifen seines Alfas übers linke Vorderrad des Red Bull. Verstappen bezahle dies mit einem Lenkungsdefekt und kracht mit dem RB15 gleich nach Eau Rouge und kurz vor der Hubert-Unfallstelle in die Streckenbegrenzung.

Nach 21 Rennen in den Top-fünf geht damit eine große Serie des zweifachen Saisonsiegers Niederländers zu Ende. "Er hat mich nicht gesehen. Die Enttäuschung ist natürlich groß, aber nach gestern ist das egal", sagt Verstappen. Der mit Thai-Lizenz fahrende Alex Albon fährt in seinem ersten Rennen für RBR statt Toro Rosso dafür äußerst beherzt und von Platz 17 auf Rang 5.

Leclerc glaubt bis zum Schluss nicht dran

Leclerc findet schnell seinen Renn-Rhythmus und führt zunächst vor Vettel sowie den beiden Mercedes. In der 19. von 44 Rennrunden gibt es auf den Zuschauerrängen stehende Ovationen für den verunglückten Hubert, der die Nummer 19 auf dem Auto gehabt hat.

Vettel kommt in der 15. Runde als erster Ferrari zum Reifenwechsel an die Box. Der Deutsche ist danach zwar klar schneller, muss nach dem Befehl "Lass Charles vorbei" aber bald wieder zurückstecken und wird dann mit nachlassenden Reifen auch noch von den beiden Mercedes geschluckt. Wie vermutet, hilft die Ferrari-Power über die Renndistanz nicht so viel wie im Qualifying über eine Runde.

Hamilton holt in der 21. Runde neuen Gummi und kritisiert die seiner Meinung nach zu späte Entscheidung. In der Tat beginnt sein Schlussangriff auf den führenden Leclerc wohl einen Tick zu spät. Zwar kommt der Brite vor der letzten Runde bis auf 1,5 Sekunden an den Monegassen heran, wegen eines Unfalls von Antonio Giovinazzi im Alfa geht das Rennen aber unter Gelber Flagge zu Ende.

"Erst in der letzten Runde habe ich wirklich geglaubt, dass sich der Sieg ausgeht", gesteht Leclerc und fügte an: "Es war heute echt schwierig. Ich widme diesen Sieg Anthoine."

Hamilton wird am Ende zwar um eine Siegchance gebracht, ist aber auch mit Platz zwei zufrieden. "Ich bin echt froh über das Ergebnis, ein zweiter Platz ist solide", sagt der WM-Leader. "Ich habe bis zum Ende an den Sieg geglaubt. Aber ich bin auch glücklich für Charles."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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