Crash-GP in Mugello: "Wollt ihr uns umbringen?!"

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Die Formel-1-Premiere in Mugello hatte es in sich!

Zahlreiche, teils heftige Crashs, zwei Rote Flaggen, drei Starts und viele Ausfälle prägten das Rennen in Mugello. Erst nach rund zweieinhalb Stunden wurde Lewis Hamilton als Sieger abgewunken (Renn-Bericht >>>).

Für den größten Aufreger sorgte der Safety-Car-Restart, der gleich vier Fahrer auf einmal eliminierte.

Los ging es bereits beim Originalstart, bei dem der von Platz drei losgefahrene Max Verstappen ohne Elektro-Power nicht vom Fleck kam und schon in Kurve zwei unfreiwilliger Beteiligter eines Mittelfeld-Scharmützels wurde. Der Red Bull des WM-Dritten wurde ins Kiesbett gestoßen, der Niederländer fiel wie Monza-Sensationssieger Pierre Gasly (Alpha Tauri) damit früh aus.

Verstappen nach Defekt sauer: "Das ist einfach nicht normal" >>>

Vettel gibt Bottas Mitschuld am Massencrash

Beim Restart in Runde acht krachte es im hinteren Teil des Feldes erneut und diesmal angsteinflößend. So knallte etwa der Alfa von Antonio Giovinazzi mit voller Wucht auf den McLaren von Carlos Sainz jr., womit auch der Monze-Zweite draußen war.

Dass der zudiesem Zeitpunkt führende Bottas beim Neustart viel Tempo herausgenommen und mit dem Beschleunigen seines Mercedes sehr lange gewartet hatte, verursachte mancherorts Kritik. "Wollen ihr uns alle umbringen?", fragte etwa ein erhitzter Haas-Pilot Romain Grosjean.

Sein Haas-Teamkollege Kevin Magnussen, der ebenso in den Crash verwickelt war wie Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo), Nicholas Latifi (Williams) und Carlos Sainz (McLaren), erklärte: "Mein Gefühl ist, dass jemand gebremst hat in der Hoffnung, dann Schwung zu holen. Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen. Aber plötzlich haben die Fahrer vor mir Vollgas gegeben - und das für mehrere Sekunden. Dann haben sie gebremst, ich habe versucht zu bremsen und alle hinter mir haben versucht, zu bremsen. Dann konnte jemand nicht mehr reagieren. Das sollten wir in Zukunft vermeiden."

In diese Kerbe schlug auch Sainz: "Vielleicht muss man das System des Restarts grundsätzlich überdenken", so der Spanier, der den Unfall als "beängstigend" beschrieb. "Wir hatten an diesem Punkt 290 bis 300 km/h drauf, weil wahrscheinlich alle vor mir dachten, dass es losgeht. Wir gaben alle Vollgas, bis jemand bemerkt, dass das Rennen noch gar nicht wieder lief. Das müssen wir uns auf jeden Fall ansehen."

Sebastian Vettel sah derweilen in Bottas einen Mitschuldigen am Crash, weil er das Feld einbremste: "Es ist einfach unnötig. Als Spitzenreiter muss man sich über solche Dinge im Klaren sein. Wenn man warten will, sollte man lange warten und dann Gas geben, aber kein Stop-and-Go machen. Es ist wie auf der Autobahn. Fünf, zehn Fahrzeuge hinter einem gibt es dann höchstwahrscheinlich einen Unfall. Zum Glück sind alle unverletzt geblieben."

Der Massencrash im VIDEO:

Bottas sieht Schuld bei FIA: "Sie wollen die Show verbessern"

Bottas wollte die Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen und sieht die Schuld am Unfall nicht bei sich. "Ja, ich bin spät aufs Gas. Aber ich bin immer mit konstanter Geschwindigkeit gefahren", verteidigt er sich gegenüber "Motorsport-Magazin.com". Dass er das Tempo erst so spät anzog, hatte auch einen Grund: "Das Safety Car hat die Lichter so spät ausgemacht", so Bottas.

Der Finne stellt die FIA infrage: "Sie wollen die Show verbessern", vermutet Bottas. Sieger Lewis Hamilton pflichtet seinem Teamkollegen bei: "Valtteri hat überhaupt nichts falsch gemacht. Aber sie schalten die Lichter immer später und später aus. Damit riskieren sie so etwas. Es war heute nicht besonders sicher und man konnte es kommen sehen."

Textquelle: © LAOLA1.at

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