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Sergio Perez: "Max hat einen tollen Job für mich gemacht"

Nach dem teaminternen Krach in Brasilien sind die Wogen geglättet. Im Qualifying zum GP von Abu Dhabi verhalf der Weltmeister dem Mexikaner zu Rang zwei.

Sergio Perez: Foto: © getty

Die Wogen bei Red Bull Racing sind nach dem "Fiasko" in Brasilien geglättet, das Ziel ist klar: Sergio Perez im letzten Formel-1-Rennen der Saison zum zweiten WM-Platz zu verhelfen.

Im Qualifying zum Grand Prix von Abu Dhabi (Sonntag, 14 Uhr im LIVE-Ticker >>>) wurde mit den Startplätzen eins und zwei bereits die halbe Miete erreicht. Weltmeister Max Verstappen wird vor seinem mexikanischen Teamkollegen in die 55 Runden auf dem Yas Marina Circuit gehen.

Perez' schärfster Widersacher Charles Leclerc, der in der Weltmeisterschaft dank der größeren Anzahl an Rennsiegen vor dem punktegleichen Red-Bull-Fahrer liegt, startet "nur" von Rang drei in den Grand Prix.

Verstappen spendierte "einen schönen Windschatten"

Obwohl er in Q3 "nicht den letzten Schritt" gemacht habe, strahlte Perez nach dem Qualifying. "Ein guter Startplatz. Es ist toll, die erste Startreihe klargemacht zu haben. Max hat auch einen tollen Job für mich gemacht, wir haben als Team stark zusammengearbeitet", betont der 32-Jährige den gestärkten Zusammenhalt im Team.

Der Mexikaner konnte auf die Unterstützung des Niederländers bauen, der ihm in Sektor zwei auf den langen Geraden "einen schönen Windschatten" spendierte. So holte Perez die entscheidenden Hundertstel gegen Leclerc heraus.

"Jetzt freue ich mich auf das morgige Rennen, denn das ist der Tag, an dem es wirklich zählt. Hoffentlich können wir ein starkes Rennen haben, es wird sehr interessant", steigt beim Mexikaner bereits die Anspannung.

"Wir wollen, dass Checo den zweiten Platz holt"

Während es für Perez um den zweiten WM-Platz geht, will Verstappen ein unglaubliches Jahr mit dem 15. Saisonsieg krönen.

Im Qualifying sei es für ihn ein "Auf und Ab" gewesen. "Es ging recht gut los, aber Q2 war etwas chaotischer. Ich weiß nicht warum, aber ich habe nicht wirklich Grip gehabt. Q3 hat sich alles wieder etwas normaler angefühlt", meint der 25-Jährige, der zwei Schreckmomente überstehen musste.

Zu Beginn des letzten Quali-Abschnitts gab es erst Probleme an seinem RB18, "das Auto schaltete sich vor dem ersten Run aus. Wir mussten also alles neu starten", so Verstappen. Später hatte er in Kurve 1 einen Rutscher, der ihm wertvolle Zeit kostete, "trotzdem war die Runde gut genug und ich bin glücklich, dass beide Autos in der ersten Reihe stehen."

Natürlich wolle er nun das Rennen gewinnen, "aber wir wollen auch, dass Checo in der WM den zweiten Platz holt", lässt Verstappen durchblicken, ganz im Gegensatz zu Interlagos seinem Teamkollegen Hilfe zu leisten, sofern er diese benötigen wird.

Mit einem lockeren Rennen rechnet er jedoch nicht, "ich erwarte einen großen Kampf", glaubt der Niederländer, dass die Ferraris nochmal alles geben werden.

Marko: "Alte Rangordnung wieder hergestellt"

Zufrieden mit der Qualifying-Leistung war auch Helmut Marko. Zurecht, immerhin bilden zum ersten Mal seit Mexiko 2018 zwei Red Bulls die erste Startreihe.

"Erster und Zweiter waren wir schon lange nicht", freut sich der Grazer im "ServusTV"-Interview. Speziell nach dem turbulenten Wochenende in Brasilien sei es gut, "dass wir wieder die alte Rangordnung hergestellt haben."

"Und was uns noch mehr ermutigt, sind die Longruns, wo wir von der Tyre-Degradation und all dem besser waren als Ferrari", so Marko. Er hoffe, dass dem auch im Rennen der Fall sein wird. Doch er weiß: "Rennen ist wieder was anderes, der Start muss gelingen."

Außerdem rechnet der 79-Jährige neben Ferrari auch wieder mit den im Qualifying schwächelnden Mercedes. Lewis Hamilton und George Russell mussten sich mit Respektabstand mit den Plätzen fünf und sechs begnügen.

Leclerc: "Red Bull war einfach stärker"

Während bei Red Bull Racing also alles eitel Wonne war, war für "Qualifying-König" Leclerc nicht mehr als Platz drei möglich.

"Kurve sechs und sieben hätte ich besser nehmen können", hadert der Monegasse, "aber wir verdienen diesen Platz, Red Bull war einfach stärker", muss er neidlos anerkennen. Trotzdem sieht sich der 25-Jährige in einer "guten Startposition" und erwartet sich "einen engen Kampf mit Checo."

Dafür wird es auch die Hilfe von Carlos Sainz brauchen, der seinem Teamkollegen keinen Windschatten leistete. Ferrari-Rennleiter Laurent Mekies begründet dies damit, dass man dadurch in den kurvenreichen Sektionen zu viel Zeit verloren hätte.

Im Rennen würde Ferrari aber alles tun, "um Charles den zweiten Platz zu sichern", so Mekies. Leclerc ergänzt: "Auch wir können mit Carlos zusammenarbeiten, werden versuchen, das Beste für das Team herauszuholen." Man wisse aber, "dass Red Bull am Sonntag immer stärker ist."

Deshalb werde es schwierig werden, "aber wir werden alles geben und hoffentlich in der Fahrer- und Konstrukteurs-WM den zweiten Platz holen."


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