Formel-1-Budgetdeckel - kann der funktionieren?

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Jetzt sind sie also da, die neuen Regeln, die die Formel 1 ab 2021 wieder zur besten Show auf diesem Planeten machen sollen.

Dass nicht alle spontan applaudieren, war vorhersehbar. Dass die kaum veränderten Bestimmungen zu den Hybrid-Antrieben Mercedes und Ferrari besser gefallen als anderen, war genauso klar wie die Skepsis von Red Bull an der Beschneidung der Aerodynamik - niemand gibt gern bisherige Vorteile auf.

Ob die Show durch vereinfachte Autos wirklich besser wird, ob es auf einmal leicht ist, zu überholen, und kein Fahrer mehr über Abtriebsverlust in der "dirty air" des Vordermannes jammert, bleibt abzuwarten.

Eine Budget-Grenze mit Ausnahmen

Doch was die größte Skepsis auslöst, ist wohl die erstmalige Einführung des Budgets caps, also einer Ausgaben-Obergrenze, mit 175 Millionen Dollar pro Team und Jahr - auf der Basis von 21 Rennen (plus/minus eine Million pro Rennen bei mehr oder weniger als 21).

Darin gibt es aber etliche Ausnahmen wie Marketing-Ausgaben, Fahrer-Gagen und Gehälter der drei Top-Angestellten. Teams können dafür "üben" - und bis Mitte 2020 die Ausgaben von 2019 freiwillig einreichen, bis März 2021 die von 2020.

Bis 31. März 2022 müssen die Ausgaben von 2021 verpflichtend - mit Strafen bei Regelbruch bis zum WM-Ausschluss - mitgeteilt werden. Die "kleineren" (=finanzschwachen) Team forderten die Deckelung schon lang, die "großen" waren immer dagegen.

Einige Ausnahmen machen es schwer

Was fällt nun tatsächlich in den Budget cap und wer kontrolliert das Ganze wie? Schickt die FIA routinierte Finanzbeamte getarnt in die Teamzentralen? Werden Spione angeheuert, die die Gegner anschwärzen?

Nehmen wir das Beispiel technische Entwicklung. Die vier Motoren-Mersteller haben es da einfach: Sie transferieren übermäßige Kosten in die R&D-Abteilungen ("Research and Development", Forschung und Entwicklung) der Serienproduktion, schon ist das Kostenproblem umgangen. Oder Red Bull: Was wird von Red Bull Technologies dem einen Team Red Bull Racing oder dem anderen, dann Alphatauri (bisher Toro Rosso), zugeordnet?

Eine Vorahnung?

Die Lachnummer dabei ist die Ausklammerung der Fahrer-Gagen und der Entlohnung der drei bestbezahlten Angestellten.

Aber vielleicht hat Lando Norris, der aktuelle Benjamin im Fahrerfeld, die Zukunft im Sparmodus schon geahnt, als er mit EasyJet zum Italien-GP nach Mailand flog, also mit den Touristen im Billigflieger. Oder Sebastian Vettel, der allen Ernstes behauptete, er mache sich Gedanken zum Klima und sei deswegen mit der Bahn aus der Schweizer Heimat nach Monza gefahren... Die Privatflieger von Teamchefs und Fahrerstars fallen offenbar dann doch nicht ins Budget-Limit.

Man stelle sich nur Vergleichbares im, sagen wir einmal, Fußball vor: Der SC Freiburg will eine Budgetgrenze einführen, die Bayern München allein mit fünf Stars erreicht. Oder Ähnliches in der Premier League, wenn Watford Manchester City "beschneiden" wollte.

Na das wäre ein Spaß!

Textquelle: © LAOLA1.at

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