„Keiner weiß, wo das nächste Rennen sein wird“

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Der Schock kam plötzlich und doch nicht unerwartet.

Der Schweizer Bundesrat (d. i. die Regierung) untersagte Freitagfrüh als Vorkehrung gegen die Verbreitung von Covid-19 (Coronavirus-Erkrankung) alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern bis 15. März.

Betroffen sind davon Fußballspiele, Konzerte, Kongresse – und als ein besonders krasser „Fall“ der Genfer Automobilsalon, bei dem allein am Pressetag (3. März) an die 6000 Medienvertreter aus aller Welt erwartet worden wären. Eishockey soll vor leeren Rängen gespielt werden.

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, wann das Schweizer Durchgreifen auch in anderen Ländern angewandt wird. Im Motorsport ist damit der Beginn der Formel-1-Saison – 15. März Melbourne, 22. März Bahrain, 5. April Hanoi – höchst fraglich geworden, nachdem der GP von China bereits verschoben wurde.

Auf dem Catalunya-Kurs nahe Barcelona gingen am Freitag die Testfahrten zu Ende – und die Krisensitzungen der Teammanager mit Verband (FIA) und Promotor (Liberty) weiter.

Wie kommt der F1-Zirkus nach Melbourne?

Die Frage ist nicht mehr, ob die australischen Behörden das Auftaktrennen zulassen werden – was sie im Moment noch bestätigen -, sondern: Wie kommt der F1-Zirkus samt ausländischen Fans überhaupt nach Melbourne? Flugverbindungen sind mittlerweile ausgedünnt oder gestrichen, Einreise via Hong Kong oder Singapur könnten die australischen Behörden demnächst untersagen.

Wegen zahlreicher eingeschleppter Virusfälle aus dem Iran hat Bahrain seit drei Tagen alle Flüge aus Dubai untersagt – via Dubai würde ein Großteil der F1-Community anreisen (wollen). Ausgenommen vielleicht die Privatjets der Teambosse….

In Bahrain wurden kürzlich italienische Staatsbürger, die zu den Tests der Formel 2 und 3 einreisen wollten, stundenlang am Flughafen festgehalten und durchgecheckt – das waren ein paar Dutzend, aber bei Tausenden, was dann?

Formel-E in Italien wackelt

Die Formel E fährt Samstag ihr fünftes Saisonrennen in Marrakesh, einer noch „unbefleckten“ Region. Doch der nächste Lauf ist für 4. April in Rom angesetzt – in jenem Land, das in Europa die meisten Infektionsfälle aufweist. Vielleicht findet das Rennen statt, aber wie läuft dann die Heimkehr von Besuchern/Teilnehmern dort in ihren Ländern?

In Marrakesh heißt es hinter vorgehaltenen Händen, der E-Prix von Rom sei bereits abgesagt. Eine Sprecherin sagt dazu: „Ich kann das nicht bestätigen. Aber ich kann sagen: Wir wissen nicht, wo das nächste Rennen stattfinden wird.“

Ein theoretisches Szenario, das real werden kann: Eine Großveranstaltung findet doch statt, und dann müssen alle in Quarantäne. Einen Fahrer hat es bereits „erwischt“: Der dänische Renault-Junior Christian Lundgaard (18) trainierte mit Kollegen auf Teneriffa – wo nach dem Ausbruch des Virus in einem Hotel strenge Maßnahmen verfügt wurden und er in 14-tägige Quarantäne musste. Damit versäumt er den F2-Test in Bahrain vom 1. bis 3. März.

Es könnte noch mehr Sportler als den Nachwuchspiloten treffen.

Was in der Sportwelt noch die Runde macht: Neben den Olympischen Spielen in Tokio (ab 24. 7.) sei auch die Durchführung der über ganz Europa verstreuten Fußball-EM gefährdet. Außer es wird bis dahin alles wieder gut….

Textquelle: © LAOLA1.at

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