Berger gibt nicht auf: "DTM noch nicht am Ende"

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Als der zehnfache GP-Sieger Gerhard Berger 2017 Nachfolger des 30 Jahre amtierenden (damaligen) Wahl-Bregenzers Hans-Werner Aufrecht als Vorsitzender des DTM-Veranstalters ITR wurde, freute er sich über die „Rückkehr zu meinen Wurzeln, denn im Tourenwagen hat meine Karriere begonnen“.

Das war Mitte der 1980er-Jahre, als Berger bis 1986 parallel zu Formel 3 und sogar noch Formel 1 im Schnitzer-BMW unterwegs war.

Doch ohne Bergers Zutun kam für das Deutsche Tourenwagen Masters ein Rückschlag nach dem anderen.

Zuerst verkündete kurz nach Bergers Amtsantritt sein Wiener Freund Toto Wolff als Mercedes-Sportchef den Ausstieg des Sterns aus der DTM Ende 2018 wegen der Konzentration auf Formel 1 und die Elektroserie Formel E.

Ausstiege von Mercedes, Aston Martin und Audi

Doch ein Zweimarken-Bewerb mit Audi und BMW blieb dem Tiroler und den Fans erspart, weil kurzfristig das Schweizer Team R-Motorsport mit Aston-Martin-Lizenz die Saison 2019 wieder zum Dreikampf machte – und nach überschaubarem Erfolg und hohen Kosten Ende des Jahres wieder ausstieg.

Und dann kam heuer nicht nur die Corona-Pandemie, sondern auch der angekündigte Ausstieg von Audi Ende 2020 – wiederum mit der Formel E als Grund für eine neue Motorsport-Ausrichtung im Konzern-Sinn.

Nun also beginnt am Wochenende in Spa-Francorchamps eine Saison mit Audi und BMW und der Frage, wie es 2021 weitergehen soll. Berger gibt sich auch dabei als Kämpfer – und will noch nicht vom Ende der beliebtesten Tourenwagenserie Europas sprechen.

LAOLA1: Hat die DTM eine Zukunft nach 2020?

Gerhard Berger: Es wird sehr schwierig, aber ich bin zuversichtlich, eine Lösung zu finden. Es geht ja nicht nur um die Plattform Tourenwagensport in Deutschland und darüber hinaus, sondern um die vielen Fans und um Hunderte Arbeitsplätze. Darum muss man kämpfen.

LAOLA1: Welche Möglichkeiten siehst Du?

Berger: Eine Serie mit Profis und Amateuren mit verschiedenen Lizenzgraden wie im GT Masters schließe ich aus. Die DTM wird eine Meisterschaft für Profis bleiben. Mit welchen Autos, ist noch offen. Wir arbeiten daran.

LAOLA1:Gibt es News bezüglich der Kooperation mit den japanischen Herstellern Nissan, Honda und Lexus, die ja in deren Super-GT-Meisterschaft nach fast identischem Reglement fahren?

Berger: Da tut sich leider im Moment nichts mehr.

LAOLA1:Glaubst Du heuer noch an Rennen mit Zuschauern?

Berger: Wir beginnen jetzt in Spa und auf dem Lausitzring mit Geisterrennen. Aber ich hoffe, schon ab September wenigstens eine begrenzte Anzahl Fans mit Abstandsregeln auf den Tribünen zu haben.

LAOLA1: Wird es eine DTM-Rückkehr nach Österreich geben, wenn die DTM 2021 weiterbesteht?

Berger: Wenn die Salzburgring-Manager sagen, sie investieren wegen der ungewissen DTM-Zukunft nicht in den Streckenumbau, so muss ich sagen: Sie haben auch bei noch sicherer Zukunft nichts gemacht, sondern nur versprochen. Aber die Rückkehr auf den Red Bull Ring wollen wir versuchen. Da wird es neue Verhandlungen geben.

LAOLA1: Zu Deinen Landsleuten, die heuer stärker denn je mit drei Fahrern vertreten sind. Wie siehst Du ihre Chancen?

Berger: Die haben alle, Luki (Lucas Auer, BMW), Philipp (Eng, BMW) und Ferdinand (Habsburg, Audi), das Potenzial, groß aufzuzeigen. Ich traue ihnen viel zu.

LAOLA1: Bei den Testfahrten glänzten ja vor allem Habsburg mit Bestzeiten und Eng mit Spitzenplätzen…

Berger: Das gibt sicher Selbstvertrauen. Aber Testzeiten sind immer mit Vorsicht zu genießen. Das wissen alle.

LAOLA1: Wer sind Deine Titelfavoriten?

Berger: An René Rast im Audi und Marco Wittmann im BMW vorbeizukommen wird für den Rest wohl schwierig. Bei Rast, der ja im August die Doppelbelastung mit sechs Formel-E-Rennen in Berlin hat, weiß man nicht wie sich die auswirkt….

LAOLA1: Und wie wird sie sich Deiner Meinung nach auswirken?

Berger: (Lacht) Er darf halt nicht wie in der FE fahren, wo früh gebremst und spät beschleunigt wird. In der DTM gewinnt, wer am spätesten bremst und am frühesten am Gas ist….

Textquelle: © LAOLA1.at

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