Hier ist Red-Bull-Bashing unangebracht

Aufmacherbild
 

Alle waren sie da.

Trainer Oscar, Sportchef Christoph Freund, Geschäftsführer Stephan Reiter, Red-Bull-Fußball-Architekt Ralf Rangnick. Und auch Dietrich Mateschitz, der „Big Boss“.

Kein Wunder: Red Bull Salzburg hat sich vor geraumer Zeit als Ausbildungsklub deklariert und das Standing des Nachwuchses lässt sich an dieser Zahl hochrangiger Anwesender unter den 3027 Zuschauern am Dienstagabend in der Red-Bull-Arena ablesen.

Und sie alle wurden auch nicht enttäuscht: Das war Fußball für Österreich.

Mit einem fulminanten 5:0 fertigte die U19 des FC Red Bull Salzburg die Alterskollegen von Paris St. Germain im Achtelfinale der Youth League ab. War der Aufstieg gegen Manchester City bereits ein Ausrufezeichen, so darf dieser Erfolg als Statement bezeichnet werden, das europaweit für Aufsehen sorgt – zumindest in der Nachwuchs-Branche.

Die Experten sind von diesen Erfolgen aber ohnehin nicht überrascht.


Darum gewinnt Salzburg die Youth League:


Darf die eine oder andere Vorgehensweise im Profi-Bereich (z.B. Zeitpunkte von Transfers mit Leipzig oder das Thema Meisterstern) durchaus kritisiert werden, sollte punkto Arbeit im Jugendbereich mit Lob nicht gespart werden. Da ist auch das übliche Red-Bull-Bashing fehl am Platz. Nicht nur, weil gegen PSG sieben von 14 eingesetzten Spielern für den ÖFB spielberechtigt sind. Wie der Vorjahresfinalist an die Wand gespielt wurde, zeugt von der großartigen Arbeit in der Salzburger Fußball- und Eishockey-Akademie, die im September 2014 eröffnet wurde und höchstprofessionelle Bedingungen vorweist. „Der Weg ist deshalb noch lange nicht zu Ende. Er hat gerade erst begonnen“, sagte Mateschitz anlässlich der Eröffnung vor zweieinhalb Jahren. „Es ist eines jener Projekte, das mich besonders bewegt. Vom ersten Gedanken an war es unser Ziel, etwas Außergewöhnliches entstehen zu lassen. Für ebenso außergewöhnliche Eishockey- und Fußball-Talente. Und für die Zukunft.“ Die hier getätigten Investitionen sind alles, aber nicht selbstverständlich.

Und nicht nur Red Bull wird von diesen Resultaten profitieren. Akademie-Absolventen wie Konrad Laimer oder Xaver Schlager werden mit der Zeit unweigerlich Thema für das Nationalteam. In der U21 bildeten sie bereits das Herz im EM-Playoff gegen Spanien. Nicht jeder Spieler wird den Sprung zu den Profis in Salzburg schaffen, aber bei anderen Klubs in der Bundesliga oder in der Ersten Liga unterkommen. Nikola Dovedan (auch bei der Austria ausgebildet) spielte im Herbst in Altach groß auf, Raphael Dwamena brachte Austria Lustenau nach seinen 18 Toren im Herbst viel und wichtiges Geld durch seinen Wechsel in die Schweiz.

Die Anzahl von Red Bull ausgebildeter Spieler, die hierzulande auf sich aufmerksam machen, wird sich noch steigern. Denn die 2012 von Rangnick installierte deutsche Fußball-Schule in Salzburg funktioniert zwar schon, greift aber logischerweise noch mehr mit den Jahren, die vor uns liegen. Ralf Rangnick warf damals personell wie systemtechnisch alles über den Haufen – im Nachwuchs mit Erfolg. Ernst Tanner ist seit 2012 Nachwuchs-Chef, im selben Jahr kam Jochen Sauer als Geschäftsführer zum Klub. Der hat nun einen neuen Job und wird die Verwaltung des Nachwuchs-Leistungszentrums des FC Bayern übernehmen. Alleine das sagt viel aus. Die Münchner sind hier bekanntlich weit zurück, ein gewisser David Alaba war der letzte, der es aus dem Nachwuchs nachhaltig zu den Profis schaffte.

Salzburg befindet sich hingegen auf der Überholspur im Jugend-Fußball. Während die Bayern in der Gruppenphase der Youth League ausschieden, steht Salzburg im Viertelfinale. Und auch wenn Salzburg sehr viel Wert auf Team-Systematik (Gegenpressing) legt, werden die Akademie-Absolventen mit ihrer Ausbildung auch anderswo ihren Weg gehen. Die aktuellen Sensationen geben auch der Konkurrenz innerhalb der Landesgrenzen Antrieb. Der Weg stimmt aber ohnehin, wie selbst Youth-League-Trainer Marco Rose im LAOLA1-Interview lobte: „Wenn wir gegen andere Akademien spielen, sehe ich, wie sich das Niveau entwickelt hat. Es gibt keine Spiele, in denen wir im Vorbeigehen Siege einfahren.“ International hat Salzburg am Dienstag den Vorjahresfinalisten PSG im Vorbeigehen geschlagen. Das sind Erfolge, die ganz Fußball-Österreich erfreuen dürfen.

Textquelle: © LAOLA1.at

RB Leipzig droht Verbot für die Champions League

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare