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Norwegischer Verband lehnt WM-Boykott ab

Foto: © GEPA

Norwegen wird die Weltmeisterschaft in Katar im kommenden Jahr nicht boykottieren. Das entscheidet die Versammlung des norwegischen Fußballverbandes (NFF) bei einer Sondersitzung am Sonntag.

368 der Stimmberechtigten votieren für die Empfehlung des Vorstandes, die Mannschaft um Erling Haaland im Fall einer Qualifikation trotz Menschenrechtsbedenken nach Katar zu schicken. 121 waren dagegen.

Ein Boykott sei kein geeignetes Mittel, um Veränderungen in Katar herbeizuführen, hat Verbandschef Terje Svendsen bereits im Vorfeld argumentiert. Damit geht eine lange und emotionale Debatte zu Ende. Das war auch bei der Anhörung am Sonntag der Fall. Mehrere Stunden lang haben sowohl Boykottbefürworter als auch Boykottgegner das Wort, bevor es zur Abstimmung kommt.

 

Im Frühjahr hatten mehrere norwegische Erstliga-Clubs einen Boykott gefordert, das Nationalteam um Stürmerstar Haaland wies mit T-Shirt-Aktionen während der WM-Qualifikation auf die Menschenrechtslage in Katar hin.

Im Mai hatte auch ein extra eingesetzter Katar-Ausschuss seine Einschätzung präsentiert, dass Norwegens Nationalmannschaft die WM im Falle eine Qualifikation nicht boykottieren sollte. Eine Ausschussmehrheit war der Ansicht, dass ein Dialog mit Forderungen und Druck am effektivsten sei, um die Menschenrechtslage sowie die Rechte von Arbeitern in dem reichen Emirat zu verbessern.

Im Mai hatte sich bereits nach einem Sonderausschuss auch die NFF-Spitze gegen einen WM-Boykott ausgesprochen. Nach Verbandsangaben hätte ein Startverzicht Einkommensverluste von rund 205 Millionen Kronen (19,93 Mio. Euro) für den norwegischen Fußball bedeutet.

Die Fußball-WM 2022 war 2010 an Katar vergeben worden. Das Emirat steht international wegen der Ausbeutung von Gastarbeitern in der Kritik. Nach Recherchen des "Guardian" sind in den vergangenen zehn Jahren mehr als 6.500 Arbeiter aus fünf asiatischen Ländern in Katar gestorben. Die dortige Regierung erklärte, sie habe die Lage der Arbeiter in den vergangenen Jahren mit Reformen deutlich verbessert.

Textquelle: © LAOLA1.at