WM-Qualifikation: Eine Reise um den Globus

WM-Qualifikation: Eine Reise um den Globus Foto: © GEPA
 

Etwas mehr als eineinhalb Jahre vor ihrem Beginn wirft die Fußball-WM in Katar ihren Schatten bereits voraus. In Europa und der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone erfolgte Ende März der Auftakt in die Qualifikation, andere Erdteile sind da schon weiter fortgeschritten.

Die Corona-Pandemie lässt auch hier die Muskeln spielen: Verschiebungen, Absagen und Modus-Anpassungen stehen an der Tagesordnung. Der kontroverse Termin der Weltmeisterschaft zwischen November und Dezember 2022 könnte sich gerade hier als essentiell erweisen, haben die einzelnen Konföderationen im Vergleich zum traditionellen Sommer-Termin doch einige Monate mehr Zeit, um die Qualifikationen zu beenden.

LAOLA1 beleuchtet die Situation rund um den Globus und bringt Licht ins Qualifikations-Wirrwarr:

Afrika

In Afrika werden zur Ermittlung der fünf WM-Teilnehmer drei Qualifkations-Phasen absolviert. Für die Bestimmung der Teilnehmer an der ersten Runde wurde die Weltrangliste von Juli 2019 herangezogen. 26 der 54 Teilnehmer haben aufgrund ihrer Postion im Ranking ein Freilos in Runde zwei erhalten, der Rest duellierte sich in Hin- und Rückspiel um einen Platz in jener Phase.

Die erste Runde wurde bereits im September 2019 ausgetragen, als Covid-19 maximal eine Vorstellung in Katastrophenfilmen war. Dabei strich mit Burundi ein Teilnehmer am Afrika-Cup des selben Jahres überraschend gegen Tansania im Elfmeterschießen die Segel.

Auch die Komoren und Gambia, die erstmals sensationell die Qualifikation für den ins Jahr 2022 verschobenen Afrika-Cup schafften, flogen in der ersten Runde der WM-Quali raus.

Mo Salah und Co. warten noch auf den ersten Einsatz.
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In der zweiten Runde treffen die verbliebenen 40 Teams in zehn Gruppen zu je vier Nationen aufeinander. Nur die Gruppensieger qualifizieren sich für die letzte Phase, in der die zehn Mannschaften in einem Duell mit Hin- und Rückspiel aufeinandertreffen.

Afrika kann man aufgrund des Modus getrost als härteste Qualifikation der Welt einstufen. So wird aus Gruppe D Kamerun oder die Elfenbeinküste auf jeden Fall ausscheiden, in Gruppe G treffen Ghana und Südafrika aufeinander.

Die zweite Phase hätte bereits im März beginnen sollen, die Corona-Pandemie und die zum damaligen Zeitpunkt unterbrochene Qualifikation für den Afrika-Cup machten eine Verschiebung bis Ende Mai notwendig. Der letzte Spieltag soll am 12. Oktober über die Bühne gehen, die abschließenden K.o.-Duelle sollen mit 16. November 2021 beendet sein.

Asien

Das erste Qualifikationsspiel für die WM in Katar fand im Kontinent des Gastgebers statt. Am 6. Juni 2019 wurde die erste von drei Qualifikationsphasen durch einen 2:0-Sieg der Mongolei gegen Brunei eröffnet.

In der ersten Phase mussten die zwölf Teams mit dem geringsten Ranking in der Weltrangsliste in einem K.o.-Duell antreten, um die Teilnehmer für die zweite Runde zu bestimmen. Da in Asien die WM- und Asien-Cup-Qualifikation verschränkt abgehalten werden, mussten die sechs ausgeschiedenen Teams - zu denen Kapazunder wie Macau, Brunei und Pakistan gehörten - alle Hoffungen auf den prestigeträchten Kontinentalbewerb abschreiben. Stattdessen hätten diese Mannschaften mit einer Teilnahme am Solidarity Cup 2020 abgespeist werden sollen, der Corona ebenfalls zum Opfer fiel.

Die zweite Phase wird in acht Gruppen zu je fünf Mannschaften abgehalten, wobei sich die Gruppensieger über den Aufstieg in die letzte Gruppenphase und die fixe Asien-Cup-Teilnahme freuen dürfen. Dazu kommen noch die besten vier oder fünf Gruppenzweiten, abhängig vom Abschneiden Katars, das Gruppe E anführt, aber nicht an der dritten WM-Quali-Runde teilnehmen wird. Alle anderen Teams fahren zwar nicht zur WM, haben aber weiterhin die Chance, sich für den Asien Cup zu qualifizieren.

Die meisten Gruppen der zweiten WM-Quali-Phase stecken bei rund fünf absolvierten Spielen fest, da die Corona-Pandemie den asiatischen Fußball-Bewerben stark zugesetzt hat. Ähnlich wie die verspätet abgeschlossene Champions League werden die WM-Quali-Gruppen jeweils an einem zentralen Ort beendet. Gruppe A wird beispielsweise in China beendet, Gruppe E in Katar und Pool F in Japan. So kommt es zum etwas kuriosen Umstand, dass Nordkorea in Gruppe H nominelle Heimspiele in Südkorea bestreiten wird.

Japan jubelt über ein Tor beim 14:0 gegen die Mongolei.
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Während der März-Länderspielpause gab es nur drei Qualifikations-Spiele, wobei die Mongolei gleich zweimal im Einsatz war. Am 25. März unterlagen die Kicker des slowakischen Teamchefs Rastislav Božik in Duschanbe Tajikistan 0:3, fünf Tage später folgte bei einem nominellen Heimspiel im japanischen Chiba eine 0:14-Demontage gegen Japan.

Vergleichsweise ruhiger ließ es Saudi-Arabien mit einem 5:0-Sieg gegen Palästina angehen. Die unterlegenen Gastgeber verzichteten in Riyadh wohl wegen politischem Druck auf den einberufenen Torhüter Rami Hamadeh, der beim israelischen Klub Bnei Sakhnin unter Vertrag steht.

Weiter gehen soll es am 3. Juni mit den restlichen Spielen der siebenten Runde, am 15. Juni soll die zweite Phase mit dem letzten Spiel abgeschlossen sein. Am 2. September soll die dritte Phase, fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem ursprünglichen Termin, starten.

Europa

Anders als in anderen Erdteilen konnte die WM-Qualifikation in Europa pünktlich starten. Trotzdem musste auch die UEFA den Spielplan bis zum Turnier in Katar anpassen. Da die ins heurige Jahr verschobene Europameisterschaft zwischen 11. Juni und 11. Juli stattfindet, fallen die ursprünglichen WM-Quali-Termine am 4. bzw. 5. Juni und 7. bzw. 8. Juni weg.

Stattdessen fanden im März statt der üblichen zwei Qualifikationsspiele pro Länderspielpause drei statt, selbiges wird im September passieren. Im Oktober bzw. November 2021 wird es wieder je zwei Quali-Spiele pro Länderspielpause geben, mit dem Abschluss der Gruppenphase am 16. November.

Während in den meisten Gruppen die Favoriten das Sagen haben, gibt es in Gruppe J eine faustdicke Überraschung. Nach erst drei Spieltagen führt Armenien den Pool vor Nordmazedonien und Deutschland an. Das DFB-Team bezog gegen Österreichs EM-Gegner beim 1:2 in Duisburg eine historische Niederlage. Dass sich auch Rumänien und Island zu diesem Zeitpunkt hinter den Spitzenreitern befinden, war ebenso nicht zu erwarten.

Nordmazedoniens Team feiert Sensation in Deutschland.
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Armenien ist neben Italien, England und Dänemark eines von vier Teams, das jedes seiner drei WM-Qualifikationsspiele gewinnen konnte. Schweden und die Schweiz halten nach erst zwei absolvierten Spielen ebenfalls beim Punktemaximum.

Für das ÖFB-Team ist die Situation nach der verheerenden 0:4-Niederlage gegen Dänemark höchst prekär. Franco Fodas Truppe hält nach drei Spielen bei vier Punkten und einer Tordifferenz von -2, während die Dänen mit dem Punktemaximum von neun Zählern und einem Torverhältnis von +14 ohne Gegentor souverän die Gruppe F anführen. Zwischen dem Spitzenreiter und der ÖFB-Truppe auf Rang vier liegen Schottland und Israel. Die am 24. März 2022 beginnenden Qualifikations-Playoffs werden wohl das höchste der Gefühle für Österreichs Nationalteam sein.

Diese kann das ÖFB-Team über Platz zwei in der WM-Qualifiktions-Gruppe oder die Wertung der bestplatzierten Nations-League-Gruppensieger, die nicht in den Top Zwei des WM-Quali-Pools stehen, erreichen.

Europas WM-Qualifikation legt nun eine längere Pause ein. Weiter geht es erst nach der Europameisterschaft mit Spieltag vier am 1. bzw. 2. September.

Nord-, Mittelamerika & Karibik

In der CONCACAF-Zone begann mit den Länderspielen im März die WM-Qualifikation mit der ersten Runde des neuen Qualifikationsformats. Zwei von fünf Phasen wurden eliminiert, nach einer ersten Gruppenphase und K.o.-Duellen in der zweiten Runde, matchen sich in der letzten Gruppenphase acht Teams um drei fixe WM-Tickets und einen Platz im Interkontinental-Playoff.

Die Top-Teams der CONCACAF-Zone steigen anders als in der Vergangenheit erst in der letzten Gruppenphase ein. Costa Rica, Honduras, Jamaika, Mexiko und die USA werden ihre ersten Qualispiele erst Ende Mai bestreiten.

Bayern-Star Alphonso Davis mit Kanada auf Gruppensieg-Kurs.
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Nach zwei Spieltagen kristalisieren sich in den sechs Fünfer-Gruppen der ersten Runde bereits Favoriten heraus: Kanada liegt in Pool B punktgleich mit Suriname an der Spitze, die Cayman Inseln bezogen gegen Alphonso Davies und Co. eine 0:11-Schlappe. Panama ist in Gruppe D nach zwei Siegen der ebenfalls ohne Punktverlust führenden Dominikanischen Republik auf den Fersen, während sich Curacao und Guatemala den Sieg der Gruppe C untereinander ausmachen werden.

In der ersten Gruppenphase trifft jede Mannschaft nur einmal auf jedes andere Team, der Abschluss soll Anfang Juni erfolgen. Nur die Gruppensieger ziehen in die K.o.-Duelle der zweiten Runde ein, Spieltermine sind der 12. bzw. 15. Juni.

Nach 14 Spieltagen in der abschließenden Gruppenphase stehen spätestens Ende März 2022 die WM- und Playoff-Teilnehmer fest.

Ozeanien

Die Qualifikation der Ozeanien-Zone hat im Gegensatz zu den anderen Erdteilen noch gar nicht begonnen. Aus dem erwarteten Start im September 2020 wurde aufgrund der Corona-Pandemie nichts. Auch der geplante Termin im März 2021 konnte nicht eingehalten werden, als möglicher Zeitpunkt wird nun Jänner 2022 angepeilt.

Burnley-Angreifer Chris Wood muss sich mit Neuseeland noch gedulden.
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Unabhängig davon, wird der ozeanische Verband den Qualifikations-Modus ändern müssen, um rechtzeitig den Teilnehmer am Interkontinental-Playoff zu ermitteln - einen WM-Fixplatz gibt es für Ozeanien nicht. Normalerweise würden die elf Qualifikationsaspiranten in zwei Gruppen zu je fünf bzw. sechs Mannschaften jeweils zwei Aufsteiger in eine Finalphase ermitteln.

Im K.o.-Modus mit Hin- und Rückspiel würde daraufhin der Sieger der Qualifkation ermittelt werden, der im auf Juni 2022 verschobenen Interkontinental-Playoff das WM-Ticket ergattern könnte.

Südamerika

In Südamerika wurden schon im Oktober bzw. November 2020 die ersten vier von 18 Runden der WM-Qualifikation absolviert. Die Spiele der fünften bzw. sechsten Runde im März 2021 wurden Anfang März abgesagt, da Spieler wegen Reiserestriktionen möglicherweise in Quarantäne hätten müssen.

In der sechsten Runde hätte Brasilien Erzrivale Argentinien empfangen, dieses Duell findet nun wahrscheinlich im September oder Oktober statt.

Härteeinlagen hatten in Südamerika Ende März Pause.
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Nach vier absolvierten Runden nimmt Brasilien mit dem Punktemaximum die Tabellenspitze ein. Argentinien befindet sich als Zweiter mit zehn Zählern ebenfalls auf Qualifikationskurs, die "Albiceleste" scheinen sich die Zitterpartie der letzten WM-Qualifikation zu sparen.

Die Top vier nach 18 Runden fahren automatisch zur WM in Katar, während der Fünfte ins Interkontinental-Playoff muss.

Chile und Kolumbien stehen nach vier Spielen als Sechster bzw. Siebter aktuell ohne Ticket da, beiden Mannschaften bleibt aber noch genug Zeit.

Der nächste Spieltag ist für 3. Juni geplant, dabei soll unter anderem Argentinien auf Nachbar Chile treffen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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