U21-EM: Besser als der Confed-Cup?

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Im Schatten des Confederations Cup findet derzeit in Polen die U21-Europameisterschaft statt.

Dabei hätte sich dieses Nachwuchs-Turnier mindestens die gleiche Aufmerksamkeit verdient wie die Generalprobe für die Weltmeisterschaft 2018.

Die Gruppenphase hatte bereits einige Highlights zu bieten und die beiden Halbfinal-Duelle England gegen Deutschland (Dienstag, 18 Uhr) und Spanien gegen Italien (Dienstag, 21 Uhr) versprechen ebenfalls viel Zündstoff.

Die Skandale

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Sportlich konnte sich die U21 Österreichs zwar nicht qualifizieren, beim Duell zwischen Italien und Deutschland war das ÖFB-Team dennoch in aller Munde. Einen Tag vor dem 35. Jahrestag der „Schande von Gijon“ (25. Juni) schienen die Teams mit einem 1:0-Sieg für die Squadra Azzurra zufrieden zu sein. Dieses Ergebnis sicherte beiden Mannschaften den Einzug ins Halbfinale, Italien als Gruppensieger, das DFB-Team als Bester von drei Gruppenzweiten.

„Ich bin unglaublich enttäuscht. Was die Deutschen und Italiener gezeigt haben, war eine Schande“, wetterte Slowakeis Teamchef Pavel Hapal nach dem Spiel. Seine Truppe musste wegen der um ein Tor schlechteren Tordifferenz als jene der Deutschen die Heimreise antreten. „Jetzt lasst mal die Kirche im Dorf. Dass man versucht, sicher zu spielen, ist, glaube ich, in den letzten fünf, sechs Minuten ganz normal“, hält DFB-Sportdirektor Horst Hrubesch entgegen.

Die Italiener waren es auch, die für den zweiten großen Aufreger bei der U21-EM gesorgt haben. Und zwar in Person von Tormann Gianluigi Donnarumma. Der Milan-Keeper will bekanntlich seinen Vertrag bei seinem Jugendklub nicht verlängern – sehr zum Ärger der Fans. Im Vorfeld des ersten Spiels der Italiener ließ man ihn das auch spüren: Beim Aufwärmen wurde Donnarumma mit falschen Dollar-Scheinen beworfen. Das Top-Talent lässt sich durch den ganzen Wirbel um seine Person jedoch nicht aus der Ruhe bringen und agiert bislang fehlerfrei.

Ebenfalls für Aufsehen sorgte die Schiedsrichterbesetzung bei der Partie zwischen Portugal und Mazedonien. Einen Sieg mit drei Toren Unterschied hätten die Iberer gebraucht, um die Slowakei als zwischenzeitlich besten Gruppenzweiten abzulösen und die Chance auf das Halbfinale am Leben zu halten. Letztlich reichte es nur zu einem 4:2-Erfolg. Pikant dabei: Der Referee der Partie, Ivan Kruzliak, ist Slowake. Einige umstrittene Entscheidungen haben für Ärger bei den Anhängern der Portugiesen gesorgt.

Die Stars

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Sieht man sich die Kader der vier Halbfinal-Teilnehmer Spanien, Deutschland, Italien und England an, könnte man wohl kurz ins Zweifeln kommen, ob es sich nicht doch um die A-Teams der jeweiligen Nationen handelt.

Bei den Spaniern stechen Saul Niguez von Atletico Madrid und Reals Marco Asensio aus dem starken Kollektiv heraus. Hinzu kommen noch Arsenals Hector Bellerin, Barcelonas Denis Suarez oder „Baskotelli“ Inaki Williams.

Auch Deutschlands Kader ist gespickt mit etablierten Bundesliga-Spielern. Dabei muss Trainer Stefan Kuntz Profis wie Niklas Süle, Matthias Ginter, Joshua Kimmich, Leon Goretzka oder Timo Werner dem A-Team für den Confed-Cup überlassen. Mit den beiden BVB-Neuzugängen Mo Dahoud und Maximilian Philipp, Neo-Bayern-Spieler Serge Gnabry oder Maximilian Arnold, der schon 160 Bundesliga-Spiele für Wolfsburg bestritten hat, mangelt es aber dennoch nicht an individueller Klasse.

Bei den Italienern baut man auf die Achse von Tormann Donnarumma, Abwehrchef Daniele Rugani (Juventus), Mittelfeldspieler Lorenzo Pellegrini (Sassuolo, steht vor Wechsel zur AS Roma), Flügelflitzer Federico Bernadeschi (Fiorentina) und Stürmer Andrea Petagna (Atalanta).

Die ganz großen Namen fehlen zwar bei England, doch mit 30-Millionen-Mann Jordan Pickford im Tor oder Shootingstar Tammy Abraham im Sturm haben auch die Briten ihre Männer für spielentscheidende Szenen.


Saul konnte sich auch schon mehrfach in La Liga mit Traumtoren auszeichnen:


Die Halbfinal-Partien

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England-Deutschland: Angesichts der individuellen Qualität sind die Deutschen hier zu favorisieren, doch die „Three Lions“ haben mit dem Titel bei der U20-Weltmeisterschaft Anfang des Monats Blut geleckt. „Können wir noch weiter kommen? Warum nicht? Wir werden jedem Team Probleme bereiten“, zeigt sich beispielsweise Demarai Gray, der im letzten Gruppenspiel gegen Gastgeber Polen (3:0) zum „Man of the Match“ gewählt wurde, selbstbewusst.

Deutschland-Teamchef Kuntz zeigt sich da wesentlich zurückhaltender, auch weil die Engländer wohl einen kleinen Vorteil haben: „Regeneration ist jetzt sehr wichtig, die Engländer haben zwei Tage mehr Pause.“

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Spanien-Italien: Dabei handelt es sich um die Neuauflage des Finales 2013, welches Spanien mit 4:2 gewinnen konnte. Auch dieses Jahr ist „La Furia Roja“ bei den Buchmachern Favorit auf den Turniersieg, doch Italien mit Teamchef Luigi Di Biagio zeigte nicht zuletzt beim 1:0-Sieg gegen Deutschland eine tolle Leistung.

„Italien spielt auf einem Top-Niveau und hat alles, um erfolgreich zu sein“, zeigt sich A-Teamchef Giampiero Ventura von den Youngsters beeindruckt. Spanien-Superstar Saul hält dagegen: „Die meisten Spieler unseres U21-Teams würden im A-Kader stehen, hätten sie eine andere Nationalität.“

Den Halbfinal-Spielen des Confederations Cup stehen diese Paarungen jedenfalls um nichts nach.

Textquelle: © LAOLA1.at

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