Fußballstadien am Weg zu digitalen Arenen

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Konstant gutes Internet wünschen sich viele Fußballfans in den modernen Stadien von heute. Bei einem großen sportlichen Ereignis, das vielleicht sogar Geschichte schreiben wird, werden nämlich gerne Erinnerungsfotos geschossen und anschließend mit Freunden im Internet geteilt. Das Ganze klappt aber natürlich nur, wenn ein stabiles, schnelles und sicheres WLAN oder LTE im Stadion vorhanden ist, das einen Upload der Bilder ermöglicht

Netzqualität lässt in deutschen Fußballstadien noch zu wünschen übrig

Fußballerisch spielt die Bundesliga auch im internationalen Vergleich ganz weit vorne mit. Doch schaut man sich an, inwieweit die Vereine mit dem digitalen Fortschritt Schritt halten können, sieht es gemäß sparhandy.de düster aus – insbesondere beim Internet innerhalb der Stadien. Dabei könnte man meinen, dass gerade dort, wo sich jede Woche viele zehntausende Fans versammeln, eigentlich das beste Netz bestehen müsste. Dafür, dass Fans auch während des Schauens eines Fußballspiels im Stadion nicht auf den Zugang zum Internet verzichten möchten, gibt es viele Gründe:

  • Nicht immer ist das Fußballspiel so interessant, wie es eigentlich sein sollte
  • Im Internet lassen sich interessante Hintergrundinformationen recherchieren
  • Es bietet sich die Möglichkeit, Bilder und Neuigkeiten in sozialen Medien zu posten

In der Bundesliga haben gerade einmal acht der insgesamt 18 Vereine ein stabiles WLAN im Stadion. Somit ist man bei der Mehrheit der Clubs darauf angewiesen, dass der Empfang für das mobile Internet ausreichend gut ausfällt. Daran dass es in der Mehrheit der Arenen kein stadionweites WLAN gibt, ist dabei nicht einmal unbedingt mangelhaftes Know-how Schuld. Vielmehr sperren sich manche Vereine auch aktiv dagegen, dieses anzubieten und stellen es stattdessen nur für Vertreter der Medien zur Verfügung oder in den VIP-Logen.

In acht Fußballstadien gibt es schon jetzt WLAN für die Zuschauer

Für die Zuschauer eines Fußballspiels ist das Vorhandensein von WLAN mittlerweile ein Qualitätskriterium.
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Der andere Grund, der in vielen Fällen gegen den konstanten WLAN-Ausbau in den deutschen Fußballstadien spricht, sind die hohen Kosten. Nicht jeder Verein kann und möchte entsprechende Summen investieren, wenngleich es die Fans den Clubs natürlich danken würden. Die nachstehende Tabelle gibt Aufschluss darüber, in welchen Arenen schon WLAN für Zuschauer vorhanden ist:

Verein Stadion
FC Bayern München Allianz Arena
Bayer 04 Leverkusen BayArena
Borussia Dortmund Signal Iduna Park
FC Schalke 04 Veltins Arena
HSV Hamburg Volksparkstadion
VfL Wolfsburg Volkswagen Arena
1. FC Köln RheinEnergie Stadion
1. FSV Mainz 05 Opel-Arena

Abgesehen davon, dass die Zuschauer auf das WLAN zugreifen können, haben in diesen Arenen auch die Pressevertreter Zugriff auf das World Wide Web. Bei der Opel-Arena sieht es allerdings so aus, dass das WLAN für Zuschauer nur in den Aufenthaltsbereichen unter anderem in der Promenade zur Verfügung steht. Abgesehen davon gibt es auch diverse weitere Besonderheiten in den Stadien. So ist im Stadion von Köln der Zugriff auf vier Stunden begrenzt und in der Arena von Leverkusen beispielsweise benötigt man einen Log-In-Zugang. Zu den wenigen Stadien, die sich bereits aktiv gegen den WLAN-Ausbau entschieden haben, gehört die HDI-Arena in Hannover.

Qualität des mobilen Netzes im Stadion hängt auch vom Provider ab

Ist kein WLAN vorhanden, wollen die meisten Zuschauer zumindest ein gutes mobiles Netz haben.
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Da, wie bereits gesehen, in der Mehrheit der Arenen kein WLAN-Zugang für Zuschauer besteht, ist in diesen Stadien natürlich umso mehr von Wichtigkeit, wie gut der mobile Empfang ausfällt. Hier muss konstatiert werden, dass er von zweierlei Parametern abhängig ist:

  1. Abschirmung durch das Stadion
  2. Netzausbau des Providers

Momentan sieht es so aus, dass vor allem der Anbieter O2 die Stadien am besten mit LTE versorgen kann. Allerdings kommt es schon einmal zu Problemen und einer Verlangsamung der Geschwindigkeiten, wenn mehrere zehntausend Leute gleichzeitig versuchen, sich in das mobile Netz einzuwählen. Die hohe Auslastung während der Zeit der Fußballspiele hängt aber nicht nur damit zusammen, dass in deutsche Stadien heutzutage über 80.000 Menschen hineinpassen, sondern auch praktisch jeder ein Smartphone besitzt. In Deutschland gibt es drei bzw. vier große Anbieter für Telekommunikation:

  1. Telekom
  2. Vodafone
  3. O2/E-Plus

O2 respektive E-Plus können dabei in allen Bundesliga-Stadien einen sehr guten LTE-Empfang bieten, mit Ausnahme der Opel-Arena in Mainz und dem Signal Iduna Park in Dortmund, wo der Empfang jeweils nur das Prädikat „gut“ ernten kann. Gegenüber den Schwachstellen, die insbesondere das Vodafone LTE-Netz in den Arenen offenbart, ist das jedoch kaum zu kritisieren.

Zukunft sieht einen intensiven Ausbau der gesamten Netzabdeckung vor

Ein Beispiel dafür, wie die Erschließung neuer Technologien optimalerweise zu funktionieren hat, ist die Kölner Lanxess-Arena. Hier werden Veranstaltungen aller Art ausgetragen und bei kaum einer von ihnen verzichten Zuschauer freiwillig auf das Internet. Da die Halle kesselförmig angeordnet ist, ist es hier jedoch eine außerordentliche Herausforderung, das World Wide Web in alle Bereiche zu bringen. Seit mehr als zehn Jahren hat die Lanxess-Arena nach einer passenden Lösung gesucht und sie nun gefunden. „Free Me“ heißt passenderweise das Unternehmen, das ab sofort den kostenlosen Internetzugang im Foyer und auf dem Platz vor der Arena zur Verfügung stellt. Voraussetzung ist hierfür lediglich Folgendes:

  • Maximal 2000 Nutzer gleichzeitig
  • Akzeptanz der Allgemeinen Geschäftsbedingungen
  • Nach einem Werbespot steht der Zugang

Während in der Lanxess Arena im kommenden Jahr überall freies WLAN existieren soll, wird jedoch auch die gesamte Netzabdeckung der erwähnten Provider in den nächsten Jahren immer weitere Fortschritte machen. Das ist auch bitter nötig, denn gerade die ländlichen Bereiche, in denen allerdings keine großen Stadien stehen, haben hier laut technikkram.net noch deutliche Defizite. Optimierungspotenzial besteht aber auch in Sachen Elastizität des Netzes, wenn viele Zugriffe parallel stattfinden.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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