ÖFB-Frauen feiern in Luxemburg Schützenfest

ÖFB-Frauen feiern in Luxemburg Schützenfest Foto: © GEPA
 

Das österreichische Frauen-Nationalteam feiert in der WM-Qualifikation beim 8:0-Kantersieg über Luxemburg ein veritables Schützenfest.

SKN-Angreiferin Stefanie Enzinger schreibt dabei ÖFB-Geschichte: Die 31-Jährige ist mit ihren drei Toren die erste ÖFB-Teamspielerin, die einen lupenreinen Hattrick schnürt (16., 17., 23.).

Bei ihrem ersten Tor schiebt Enzinger der luxemburgischen Torfrau ein Gurkerl. Beim zweiten Treffer profitiert die Angreiferin davon, dass ihr eine Luxemburgerin den Ball im Strafraum serviert. Das dritte Tor ist kurios: Sarah Zadrazil zieht aus der Distanz ab, beim Versuch den Ball zu halten, prallt das Spielgerät auf den Rücken von Torfrau Schlime, Enzinger staubt daraufhin ab.

In der 27. Minute erzielt Nicole Billa ihren ersten Treffer: Die Hoffenheim-Angreiferin dreht den Ball nach einer Flanke per Kopf Richtung Tor, Verteidigerin Dos Santos und Schlime kommen sich an der Torlinie in die Quere, Billa staubt selbst zum Pausenstand von 4:0 ab.

Barbara Dunst eröffnet den Torreigen in der zweiten Halbzeit: Nach einem Einwurf von der rechten Seite legt Carina Wenninger ins Strafraumzentrum ab, wo Dunst einschiebt (48.). In der 60. Minute trifft Marie-Therese Höbinger nach einer Flanke von Billa per Kopf, eine Minute später trifft die Assistgeberin nach mustergültigem Pass von Zadarzil.

Die Bayern-Kickerin erzielt in der 68. Minute noch den Treffer zum 8:0. Dos Santos klärt eine Flanke von rechts, Höbinger legt vor dem Strafraum ab, die anrauschende Zadrazil versenkt den Ball im Netz.

Einziger Wermutstropfen: Virginia Kirchberger wird in der neunten Minute an der Mittellinie abgeräumt und muss nach mehreren Minuten Behandlungspause per Trage vom Spielfeld gebracht werden. Es besteht der Verdacht auf Beinbruch.

Die Mannschaft von Irene Fuhrmann bessert das Torverhältnis deutlich auf, dieses macht in der WM-Qualifikation aktuell den Unterschied aus: Österreich ist in Gruppe D mit 13 Punkten vor den punktgleichen Nordirinnen Zweiter. Die makellosen Tabellenführerinnen aus England lassen das ÖFB-Team am heutigen Tag beinahe zahm aussehen. Die "Three Lionesses" watschen Lettland 20:0 (!) ab.

Die Gruppensiegerinnen fahren direkt zur WM 2023 in Australien und Luxemburg, die Gruppenzweiten müssen ins Playoff.

Fuhrmann-Kritik an Schiedsrichterin

"Die Verletzung von Kirchberger ist sehr bitter. Ich muss dem Team ein Kompliment aussprechen, es hat es sehr schnell abhaken können und die richtige Antwort gegeben mit schnellen Toren. Das 8:0 geht in der Höhe absolut in Ordnung", resümierte ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann. Nicht gut zu sprechen war sie auf die griechische Schiedsrichterin Andromachi Tsiofliki - nicht nur wegen dem Foul an Kirchberger. "Sie hat es uns nicht einfach gemacht. Der Gegner hat auf Zeitspiel gesetzt und ist teilweise sehr unfair in die Zweikämpfe gegangen. Ich denke, dass man da unsere Spielerinnen mehr schützen muss."

Fuhrmann entschied sich für eine größere Rotation. So fehlten in der Startformation im Vergleich zum 0:1 in Sunderland am Samstag nicht nur die aus privaten Gründen vorzeitig abgereiste Sarah Puntigam, sondern auch Stammtorfrau Manuela Zinsberger, Laura Wienroither, Katharina Naschenweng und Maria Plattner. Mit der Hereinnahme von Enzinger ging ein Schachzug auf. Die 31-jährige Stürmerin traf nach der Kirchberger-Verletzungspause innerhalb von weniger als zehn Minuten dreimal. "Ich freue mich natürlich über jedes Tor, dass mir einmal drei gelingen, freut mich noch mehr. Wichtig ist aber, dass wir den Sieg heimgebracht haben", sagte Enzinger.

Ein noch höherer Sieg wurde es auch deshalb nicht, da ein Kopfballtor von Carina Wenninger (71.) wohl zu Unrecht wegen eines Foulspiels nicht anerkannt wurde. Trotzdem wurde der höchste Sieg in der Verbandsgeschichte auf fremdem Boden eingefahren. Die Bestmarke hatte man erst kürzlich beim 8:1 in Lettland aufgestellt. Der allgemeine Rekordsieg ist weiter ein 11:0 (zweimal) gegen Armenien in der WM-Quali 2003. ÖFB-Torfrau Jasmin Pal musste über 90 Minuten keinen einzigen Ball halten. Noch deutlicher ging das Parallelspiel aus, England fertigte Lettland in Doncaster mit einem schier unglaublichen 20:0 (8:0) ab. Nordirland hatte bereits am Montag 9:0 gegen Nordmazedonien gewonnen und liegt nur aufgrund der um einen Treffer schlechteren Tordifferenz hinter Österreich. Am 8. April 2022 treffen die beiden Teams bei der Quali-Fortsetzung in Österreich aufeinander.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

KOMMENTARE..