Foda will Nationalteam gegen DFB "on fire" sehen

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Gradmesser, Prestige-Duell, Rivalität, das Duell des Teamchefs mit seinem Heimatland, eine weitere Chance für ÖFB-Spieler, sich im internen Konkurrenzkampf zu behaupten.

Das Nachbarschafts-Duell Österreich gegen Deutschland am Samstag in Klagenfurt (18 Uhr im LIVE-Ticker) hat viele Aspekte zu bieten.

Einen laut Franco Foda aber ganz bestimmt nicht: Ehrfurcht.

"Es ist doch ganz normal, dass du Hochachtung und auch Respekt vor so einer Mannschaft hast. Das ist aber auch schon alles", will Foda keinen falschen Respekt sehen und schwört seine Elf auf einen mutigen und entschlossenen Auftritt ein.


Nationalteam soll gegen Deutschland "on fire" sein

Auch auf eine mögliche Verletzungsgefahr für deutsche Spieler so kurz vor dem Beginn der WM in Russland wolle man beim ÖFB-Team keine Rücksicht nehmen.

"Gegen das vielleicht beste Nationalteam der Welt kann das aber nur funktionieren, wenn du am Limit bist, an die Grenze gehst. Jeder einzelne Spieler muss 100 Prozent abrufen. Wir müssen aggressiv sein, wir müssen bissig sein, wir müssen on fire sein!"

Franco Foda

"Wir werden 100 Prozent geben. Das habe ich den Spielern auch gesagt", betont Foda und bekräftigt, auch dieses Spiel gewinnen zu wollen:

"Gegen das vielleicht beste Nationalteam der Welt kann das aber nur funktionieren, wenn du am Limit bist, an die Grenze gehst. Jeder einzelne Spieler muss 100 Prozent abrufen. Wir müssen aggressiv sein, wir müssen bissig sein, wir müssen on fire sein! Wenn uns das gelingt und wir darüber hinaus auch noch unsere spielerischen Qualitäten auf den Platz bringen, werden wir ein gutes Länderspiel an den Tag legen. Davon bin ich überzeugt."

Auch Deutschland hat - kleine - Schwächen

Der 52-Jährige kündigt personelle Änderungen im Vergleich zum 1:0-Sieg gegen Russland an. Wen auch immer er letztlich auf das Feld schickt, für Foda kommt es darauf an, sich angesichts der Klasse des Gegners nicht schon von vornherein geschlagen zu geben.

"Deutschland hat Qualität, das brauchen wir nicht wegzudiskutieren. Wir haben der Mannschaft in der Videoanalyse gezeigt, welche Stärken sie haben, aber auch ihre Schwächen - jede Mannschaft hat Schwächen und die muss man versuchen, auszunutzen. Bei Deutschland sind es nicht viele Schwächen, aber kleine. Ich gehe davon aus, dass wir positiv an die Sache rangehen."

Welchen Schwächen konkret er ausgemacht hat, will der gebürtige Mainzer naturgemäß nicht verraten. Dass die DFB-Elf ohne die Star-Spieler Toni Kroos, Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng antritt, ist tendenziell kein Nachteil.

Salzburg als Vorbild

Man darf zudem gespannt sein, ob es der rot-weiß-roten Auswahl gelingt, das angesichts der aktuellen Siegesserie vorhandene Selbstvertrauen auf den Platz zu bekommen. Foda nennt diesbezüglich ein nationales Beispiel:

"Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft Selbstvertrauen hat. Wer hätte gedacht, dass Salzburg gegen Dortmund eine Runde weiterkommt? Man sieht immer wieder, dass Spieler an den Aufgaben wachsen und sich bei großen Herausforderungen noch mal steigern können, sich auch in einem Spiel nach vorne entwickeln können."

"Es ist wichtig, dass meine Mannschaft nicht überrascht ist, wenn wir in diesem Spiel vielleicht etwas weniger Ballbesitz haben. Aber das wird für uns kein Problem sein. Wichtig sind die entscheidenden Zonen, in denen es darum geht, Bälle zu erobern. Da müssen wir präsent sein. Dann gibt es im Spiel nach vorne immer Räume."

"Spiel nach vorne" ist auch aus dem taktischen Blickwinkel ein wichtiges Element. Gegen den Weltmeister ist jedoch nicht damit zu rechnen, dass Österreich das Spiel machen wird.

"Deutschland hat extrem gutes Positionsspiel. Ich weiß auch, wie Jogi Löw tickt, ich hatte ihn bei Stuttgart ja selbst als Trainer. Er legt viel Wert darauf, dass die Mannschaft Fußball spielt, von hinten raus über das Mittelfeld in die Spitze. Sie haben extrem hohe Qualität, sind sehr ballsicher und technisch versiert."

"Deswegen ist es auch wichtig, dass meine Mannschaft nicht überrascht ist, wenn wir in diesem Spiel vielleicht etwas weniger Ballbesitz haben, angesichts der individuellen Qualität bei Deutschland, den Ball sehr lange in den eigenen Reihen zirkulieren lassen zu können. Aber das wird für uns kein Problem sein. Wichtig sind die entscheidenden Zonen, in denen es darum geht, Bälle zu erobern. Da müssen wir präsent sein. Dann gibt es im Spiel nach vorne immer Räume. Wenn wir selbst im Ballbesitz sind, müssen wir versuchen, dass jeder den Ball fordert und wir ein gutes Positionsspiel an den Tag legen. Das Umschaltspiel wird wichtig sein", verdeutlicht Foda.

In der Nations League muss das ÖFB-Team da sein

Darin, was das Nationalteam im eigenen Ballbesitz anstellt, sieht der frühere Sturm-Coach somit auch den wichtigsten Faktor in diesem Spiel:

"Dass wir gegen den Ball kompakt sind, ist wichtig. Aber: Du kannst nicht über 90 Minuten nur verteidigen. Irgendwann musst du auch selbst Initiative im Spiel nach vorne ergreifen, sonst kannst du dich nicht erholen und bist nur am Hinterherlaufen. Das kostet Kraft und Energie. Deswegen wird wichtig: Was machen wir im Ballbesitz? Haben wir die Ruhe? Gegen Russland haben wir trotz des gegnerischen Pressings ruhig gespielt. Wir werden gut vorbereitet sein. Das ist das Wichtigste und gibt die nötige Selbstsicherheit."

Resultiert diese Selbstsicherheit der ÖFB-Kicker selbst gegen Deutschland in einem guten Ergebnis, wäre dies fraglos schön und auch für die Fans von großer Bedeutung. So schön auch für den Teamchef der fünfte Sieg im fünften Länderspiel seiner Ära wäre, Foda erinnert daran, dass sich sein Team noch in einer Testspiel-Phase befinde:

"Diese Serie ist für mich nicht wichtig. Entscheidend ist es dann, wenn es um etwas geht! Wenn wir in der Nations League und der EM-Quali spielen, dann müssen wir da sein."


PODCAST: DIE "PIEFKE-SAGER"

Rivalität? Vorurteile? Sprache? Was denken prominente Deutsche in Fußball-Österreich wirklich über den heimischen Fußball beziehungsweise das Land Österreich und seine (liebevollen) Eigenheiten? Wir haben in der 11. Ausgabe von LAOLA1 on Air - der Sport-Podcast bei Teamchef Franco Foda, Salzburg-Goalie Alexander Walke und dem zurückgetretenen Sturm-Kapitän Christian Schulz nachgefragt:


Textquelle: © LAOLA1.at

Bundesliga: 4 Trainerkandidaten bei Aufsteiger Hartberg

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare