Teamchef? Sportchef? Weiter keine klaren Fronten

Teamchef? Sportchef? Weiter keine klaren Fronten Foto: © GEPA
 

Der 4:2-Erfolg gegen Israel hat der unter Druck geratenen sportlichen Führung des ÖFB eine Verschnaufpause gebracht.

Klare Fronten, etwa in der Teamchef-Frage, will man beim Fußballbund jedoch auch nach diesem Match nicht schaffen.

Ein Bekenntnis, dass Franco Foda Österreich auch beim WM-Playoff im März coachen wird, gab es schon nach dem Match von Präsident Gerhard Milletich nicht.

Auch Sportdirektor Peter Schöttel kann selbiges am Tag nach dem Sieg nicht abgeben.

"An der Situation hat sich nichts verändert. Wir werden nach diesem Lehrgang über diesen Lehrgang sprechen, über das ganze Jahr, über die Leistungen der Mannschaft, über die Probleme, die wir hatten. Das wird ganz normal nach dem zweiten Länderspiel mit ein paar Tagen Abstand passieren", erläutert der 54-Jährige.

Das Bild eines Länderspiel-Jahres mit einer echten Höhe und mehreren Tiefen ist naturgemäß erst nach dem abschließenden WM-Qualifikations-Match gegen die Republik Moldau am Montag komplett.

Zu welchen - auch personellen - Schlüssen man im ÖFB bei dieser Jahres-Analyse kommt, wird jedoch ohnehin auf mehreren Ebenen spannend.

Fodas Momentum

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)


Fodas Vertrag läuft bis zum WM-Playoff. Sollte nach Israel auch Moldawien geschlagen werden, würde dies Argumente liefern, den Deutschen trotz der enttäuschenden WM-Qualifikation im Amt zu belassen.

Schließlich ist die Qualifikation für das Großereignis weiterhin möglich, und Foda glaubt unverändert fest daran. Qualifiziert sich das ÖFB-Team tatsächlich durch die Nations-League-Hintertür für die WM, verlängert sich der Vertrag des 55-Jährigen bis zum Turnier in Katar zum Jahresende 2022.

Der Partie am Montag kommt also durchaus die gewichtige Bedeutung zu, ob das ÖFB-Team nachlegen und Foda somit das Momentum wieder vermehrt auf seine Seite bringen kann.

Spekulationen? Schöttel reagiert gelassen

Dies ist jedoch nur ein Teil des Personal-Puzzles im ÖFB. Denn neben den vielen Fragezeichen um den Teamchef lässt sich auch eines hinter die Personalie des Sportdirektors setzen.

"Wenn über handelnde Personen diskutiert wird, ist das ja legitim."

Peter Schöttel

So wurde zuletzt Thomas Janeschitz als möglicher Nachfolger von Schöttel genannt. Entschließt sich der ÖFB tatsächlich für einen neuen Weg in der sportlichen Leitung, würde dies logischerweise auch eine komplett neue Dynamik in die Teamchef-Frage bringen - und zwar unabhängig des Ausgangs des Duells mit Moldau.

Schöttel, der über eine unbefristete Anstellung beim ÖFB verfügt, reagiert auf die Spekulationen rund um seine Person betont gelassen:

"Wenn über handelnde Personen diskutiert wird, ist das ja legitim. Ich kenne mein Aufgabengebiet. Die Mitbetreuung des A-Teams ist eine davon. Ich versuche, die Dinge einfach so zu machen, das es zum Nutzen des Verbandes ist."

Zwei längere Gespräche mit Milletich

Noch nicht so recht berechenbar ist, wie konservativ oder eben nicht Milletich seine Rolle in diesen Personalfragen anlegt, sprich ob für ihn Kontinuität das Gebot der Stunde bleibt oder ob mit ihm als neuen ÖFB-Boss die sportliche Führung komplett neu aufgestellt werden soll.

Wie der Austausch zwischen Präsident und Sportdirektor bisher läuft?

Schöttel: "Ich hatte zwei längere Gespräche mit ihm, das letzte in der vergangenen Woche. Der Präsident war mit Generalsekretär Hollerer von Donnerstag bis Samstag in der Früh bei der Mannschaft, da hat er sich auch vorgestellt. Nach dem Spiel hat es keinen Austausch gegeben."

Der Wiener geht jedoch davon aus, dass Milletich zufrieden war: "Ich habe ihn im Fernsehen gesehen und es schon so interpretiert, dass er zufrieden war."

Nicht die totale Euphorie

Das war nach dem Befreiungsschlag auch der Sportchef: "Ich habe mich gefreut, weil die Mannschaft mutig und sehr spielfreudig war, wesentlich mehr Tore hätte schießen können. Sie konnte zwei Mal Rückstände zu unseren Gunsten umdrehen. Das war in Ordnung, es waren die ersten drei Punkte und am Montag müssen die nächsten her."

Denn allzu lange aufhalten will man sich mit dem Erfolgserlebnis gegen Israel nicht: "Es herrscht jetzt nicht totale Euphorie bei uns über dieses Spiel. Wir haben gesagt, wir sind besser als Israel, und das müssen wir mit dem Ergebnis sichtbar machen. Das ist gelungen."

Gelingt selbiges gegen Moldau nicht, würde dies die anstehende Jahres-Analyse für die sportliche Leitung nicht gerade angenehmer machen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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