NEWS

Ralf Rangnick optimistisch: "Richtig Feuer drin"

<a href='/de/daten/news/ralf-rangnick/' class='tag'>Ralf Rangnick</a> optimistisch: "Richtig Feuer drin" Foto: © GEPA

Ralf Rangnick reist mit überwiegend positiven Eindrücken aus dem Camp in Bad Tatzmannsdorf zu seinem Debüt als ÖFB-Teamchef in Kroatien (Fr., 20:45 Uhr im LIVE-Ticker).

"Ich bin selbst schon gespannt", erklärt der Deutsche bei der Abschluss-Pressekonferenz vor dem Auftakt in die UEFA Nations League, "die Eindrücke von der Mannschaft aus dem Training waren richtig gut, es war richtig Feuer drin. Wenn wir das auf den Platz bringen, freue ich mich umso mehr auf das Spiel."

In vielen seiner Erwartungen von der ÖFB-Truppe sei er bestätigt worden, etwa darin, dass es sich um eine "sehr wissbegierige und aufgeschlossene Gruppe" handeln würde.

Wie sehr der von ihm ersehnte Team-Spirit gelebt wird, überraschte Rangnick dann aber doch positiv:

"Wirklich auffällig war, wie viel Zeit die Jungs miteinander verbracht haben, und das ist ja nicht so selbstverständlich in einer Nationalmannschaft. Es verging kaum ein Tag, an dem man die Spieler nicht zusammen gesehen hat, wie sie Karten gespielt oder Kaffee getrunken haben. Wahrscheinlich war abends der eine oder andere auch noch in der Therme."

"Es macht keinen Sinn, am Ende einer Saison zwei Wochen in ein Trainingscamp zu gehen und gegen vier Mannschaften zu spielen, wenn du nicht gleichzeitig den Ehrgeiz hast, die Spiele erfolgreich zu bestreiten und zu gewinnen. Darum geht es im Fußball."

Ralf Rangnick

Die Grundvoraussetzung

Dieses Wir-Gefühl predigte der 63-Jährige von Anfang an, er hält es weiter für die Grundvoraussetzung:

"Eines ist klar: Wenn wir bessere Mannschaften schlagen wollen, müssen wir das mit irgendetwas kompensieren, und das geht im Mannschaftssport am ehesten über die strategische Herangehensweise, aber vor allem auch über die Energie, die aus der Gruppe kommt."

Nach diesen positiven Eindrücken ist Rangnick jedenfalls "voller Vorfreude". Es sei Zeit, dass es endlich losgeht.

Warum weniger mehr ist

Mit vier Trainingseinheiten unter Anleitung von Rangnick in den Beinen geht das ÖFB-Team in dieses Kräftemessen mit dem Vizeweltmeister.

Ursprünglich waren zwei Trainings mehr angesetzt, doch der Teamchef sah, dass die jeweiligen Vormittags-Termine fordernd genug waren.

"Im jetzigen Moment war weniger mehr, denn wichtig ist auch, dass wir genug Körner im Tank haben, um unsere Spielweise auf den Platz zu bringen", so Rangnick.

Keine Chance für Spione

Anders als bisher Usus hielt der bisherige Manchester-United-Coach das Abschlusstraining noch in der Heimat ab und folgt damit einer Gepflogenheit, die auf Klub-Ebene vor Europacup-Matches zunehmend verbreitet ist.

"Wenn es nur darum geht, sich ein bisschen zu bewegen, kannst du das auch jeweils im Stadion machen", erläutert der ÖFB-Chefcoach. Dass seine Einheiten eher keine reine Bewegungstherapie sind, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben.

Taktische Hintergründe möchte Rangnick jedoch weder unmittelbar nach einem Flug und schon gar nicht vor den Augen potenzieller Spione trainieren:

"Wenn du auswärts im dortigen Stadion trainierst, kannst du davon ausgehen, dass Leute das Training auch sehen werden. Wir haben ein ganz normales Abschlusstraining inklusive taktischer Inhalte, die für das Spiel wichtig sein werden, und Standards gemacht."

Es geht um Kontrolle

Binnen vier Tagen kann man kaum sämtliche Inhalte, die man sich vorstellt, einstudieren. Was Rangnick also in Osijek sehen möchte?

"Im Fußball geht es mir vor allem um Kontrolle. Wir wollen den Gang der Dinge selbst bestimmen und kontrollieren können - egal ob wir selbst den Ball haben oder der Gegner ihn hat. Wir wollen als Mannschaft wissen, was wir zu tun haben."

Gerade gegen spielstarke Gegner wie Kroatien, die selbst gerne den Ball haben, sei das doppelt wichtig:

"Wenn du so einer Mannschaft Zeit und Raum gibst und sie kicken lässt, wird es schwierig, selbst überhaupt in Ballbesitz zu kommen. Wir wollen aber schon auch selbst immer wieder in Ballbesitz sein und sie unter Druck setzen. Dass es über 90 Minuten möglich ist, glaube ich auch nicht. Aber es kommt ja darauf an, die richtigen Momente zu erwischen."

Die Erwartungshaltung

Die meisten Spieler seien dies so oder so ähnlich aus ihren Vereinen gewohnt. Auf welche Spieler er bei seinem Einstand setzen wird, ließ Rangnick - mit Ausnahme des Fehlens von David Alaba - völlig offen. Die Spieler sollen die Aufstellung als erstes erfahren.

Egal wer spielt, geht jedoch mit der Zielsetzung Sieg ins Spiel.

"Es macht keinen Sinn, am Ende einer Saison zwei Wochen in ein Trainingscamp zu gehen und gegen vier Mannschaften zu spielen, wenn du nicht gleichzeitig den Ehrgeiz hast, die Spiele erfolgreich zu bestreiten und zu gewinnen. Darum geht es im Fußball. Spaß und Freude hast du im Fußball immer nur dann, wenn du am Ende auch gewinnst."

Entsprechend locker sieht Rangnick auch das Thema Erwartungshaltung, nachdem er sich selbst bei seinen ersten öffentlichen Auftritten die Latte recht hoch gelegt hat:

"Egal wo du Trainer bist, hohe Erwartungen hast du immer. Es geht darum, mehr Spiele zu gewinnen, als zu verlieren. Das ist überall das Gleiche."

Kommentare