Keine Schwarzmalerei: ÖFB-Team nicht in Depression

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Dass ÖFB-Teamchef Marcel Koller etwas gereizt auf den Begriff "Zweckoptimismus" reagiert, wenn es um die Quali-Chancen für die WM 2018 geht, wissen wir seit dem 1:1 in Irland.

Auch seine Schützlinge haben die Reise nach Russland trotz des Remis in Dublin noch nicht aufgegeben.

"Wir brauchen auch nicht immer alles schwarzmalen und in Depression verfallen. Die Chancen sind immer noch da", betont Zlatko Junuzovic.

Auch Kapitän Julian Baumgartlinger beharrt auf die aufrechte Qualifikations-Möglichkeit: "Wenn wir alles gewinnen, dann geht es sich rechnerisch aus. Man sieht, wie eng die Gruppe ist. So lange es möglich ist, gibt es überhaupt keinen Grund, schon etwas abzuschließen."

Die Highlights der Partie:

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Die vergebene Chance

Von Realitätsbeugung kann man natürlich noch nicht sprechen, aber so verkehrt ist das Wort Zweckoptimismus vermutlich nicht. Denn Fakt ist: Durch den späten Ausgleich in Irland hat Österreich die große Chance vergeben, der unumstrittene Sieger dieses Spieltags der Gruppe D zu sein.

Die beiden Parallel-Partien endeten Unentschieden, vor allem haben sich mit Serbien und Wales (ebenfalls 1:1) die beiden größten Konkurrenten neben Irland gegenseitig die Punkte weggenommen.

So hat sich an der Tabellensituation im Prinzip nichts geändert - mit der Ausnahme, dass nun ein Spiel weniger auf dem Programm steht, und dies ist gleichzeitig eine Gelegenheit weniger, voll zu punkten.

"Es ist enttäuschend, dass wir den Sieg nicht geschafft haben. Andererseits hätten wir in den letzten Minuten auch verlieren können. Ich bin mir nicht sicher, ob ein englischer Schiedsrichter das vermeintliche 2:1 der Iren abgepfiffen hätte", muss Sebastian Prödl eingestehen.

Das Ergebnis-Problem

Eine Niederlage wäre bekanntlich der absolute Super-GAU im Hinblick auf die Qualifikations-Wahrscheinlichkeit gewesen. So dominieren nach dem Schlusspfiff im Aviva Stadum die gemischten Gefühle - mit klarem Überhang zur Enttäuschung.

"Die einzige Botschaft, die wir jetzt rausschicken können, ist, dass wir uns weder aufgeben noch für den nächsten Sommer einen Urlaub planen, sondern dass wir immer noch im Rennen sind."

Sebastian Prödl

Prödl: "Wir wissen nicht ganz genau, wo wir nach diesem Spiel stehen, die Emotionen sind schwer einzuschätzen, um ehrlich zu sein. Die einzige Botschaft, die wir jetzt rausschicken können, ist, dass wir uns weder aufgeben noch für den nächsten Sommer einen Urlaub planen, sondern dass wir immer noch im Rennen sind. Die anderen müssen erst einmal alles gewinnen."

"Ich habe auch in Dublin wieder keine bessere Mannschaft als Österreich in dieser Gruppe gesehen, deswegen können sich Serbien und Wales darauf einstellen, dass Österreich um diesen Startplatz kämpfen wird", verspricht der Watford-Legionär.

Dass sich die "Boys in Green" den Ausgleich verdient haben, gibt Prödl unumwunden zu. Verdient oder unverdient sind jedoch in Tabellen-Kalkulationen mehr als vernachlässigbare Kategorien, letztlich zählen Punkte - egal wie. In Dublin hat Österreich die nächsten beiden liegen gelassen - in Sachen unnötiger Punktverlust bekanntlich keine Premiere im Laufe dieser Qualifikations-Kampagne.

"Wir haben aktuell in der Gruppe ein Problem mit den Ergebnissen. Das erkennen wir alle, das ist leider der Fußball", moniert Prödl, "wir haben zu Hause gegen die Iren 0:1 verloren, in Serbien haben wir 2:3 verloren, obwohl wir eigentlich zig Torchancen hatten, dafür haben wir drei Konter gekriegt. Wir sind bei den Ergebnissen nicht da, wo wir hin wollen, und das schwächt uns im Moment auf alle Fälle."

Alaba kann Tiefschläge abschütteln

Schon bei der EURO lautete - im Nachhinein - die Analyse, dass es beim Auftakt gegen Ungarn besser gewesen wäre, den Punkt zu sichern, nachdem man gemerkt hat, dass es nicht nach Wunsch läuft, und nicht mit Gewalt den Sieg anzustreben. Jeweils Unentschieden statt der Niederlagen zu Hause gegen Irland und in Serbien würden die Tabelle nun auch erfreulicher aussehen lassen. Positiv gedacht: Vielleicht ist der Punkt in Dublin am Ende ja auch noch mehr wert, als es sich derzeit anfühlt.

Im Moment kann man nur von zwei verlorenen Punkten sprechen - eine weitere Enttäuschung, mit welcher das Nationalteam umgehen muss. David Alaba versichert, dass er solche Tiefschläge relativ schnell abschüttelt, auch der Bayern-Star pocht weiterhin auf die Russland-Chance:

"Ich bin jetzt schon ein bisschen länger in der Fußball-Szene, habe in den letzten Jahren schon viel Erfahrung gesammelt. Das ist Fußball. Wir sind trotzdem eine Mannschaft, die immer an sich glaubt. Wir wollen zur WM fahren, und so lange das Ziel nicht weg ist, werden wir das verfolgen."

Der 24-Jährige glaubt, dass Österreich die verbleibenden vier Spiele in Wales, gegen Georgien und Serbien beziehungsweise in Moldawien gewinnen kann: "Das Potenzial haben wir auf jeden Fall, das sehen wir jeden Tag in den Trainingseinheiten, phasenweise sehen wir es auch in unseren Spielen."

Mit Angriffsmodus in den Herbst

Im Herbst wird phasenweise nicht reichen. Schon in Wales gilt es, das volle Potenzial auszuschöpfen, sonst wird das erhofft heiße Quali-Finish gleich nach dem ersten Versuch lauwarm bis kühl.

Dass der eine oder andere diesmal verletzte oder gesperrte Spieler zurückkehren wird, ist wichtig - allen voran auf die Power von Marko Arnautovic sollte dann wieder Verlass sein.

"Wir nehmen uns jedes Spiel einzeln vor. Im Herbst haben wir wahrscheinlich wieder den kompletten Kader zur Verfügung, keiner ist gesperrt und hoffentlich auch niemand verletzt. Dann wird man sehen, welche Breite wir im Kader haben. Denn wenn man die Leistungen der Jungs, die diesmal reingerückt sind, sieht, rückt viel nach, und mit den diesmal Gesperrten und Verletzten haben wir noch sehr viel Qualität daheim. Das lässt uns optimistisch sein, weil wir dann wirklich aus dem Vollen schöpfen können", meint Baumgartlinger.

Das Versprechen des Kapitäns: "Wir starten im Angriffsmodus in den Herbst."

Der bittere Ausgleich:

Die besten Bilder vom WM-Quali-Spiel Irland gegen Österreich!

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