Moment des Gegentors: Der gleiche erste Gedanke

 

Im Moment des Tors der Färöer wurden im Happel-Stadion ebenso ungläubige wie wissende Blicke ausgetauscht.

So nach dem Motto: Da-war-doch-mal-was-bitte-nicht-schon-wieder!

Fußball-Österreich dürfte es während der TV-Übertragung nicht anders gegangen sein. Auch nicht dem ÖFB-Teamchef.

"Ich habe dasselbe gedacht: Das darf doch nicht wahr sein!", gesteht Franco Foda, "aber mein Puls ging nicht in die Höhe, denn es war noch genügend Zeit, um das Spiel zu drehen. Aber ich glaube, wir hatten alle den gleichen ersten Gedanken in diesem Spiel."

Geschichte wiederholt sich nicht immer, das Nationalteam drehte die Partie noch während der ersten Halbzeit und durfte sich letztlich über einen soliden 3:1-Pflichtsieg freuen.

Dass dieser trotz allem gelingen sollte, ahnte Foda schon zum Zeitpunkt des Rückstands: "Als Trainer hat man oft so ein Gefühl, wie die Mannschaft begonnen hat. Da hat man das Gefühl, dass man trotz des Rückstands an die Mannschaft glaubt, und sie auch in der Lage ist, das Spiel zu drehen. Das hat sie dann auch sofort gezeigt. Sie hat sofort mit Nachdruck auf den Ausgleich gespielt, der dann der Dosenöffner war, dass die Spieler noch mehr Vertrauen haben."

Das Ziel vor diesem Match war logischerweise ein frühes Tor. "In Führung zu gehen, ist sehr oft wichtig. Aber nach einem Rückstand Mentalität zu zeigen und an sich zu glauben, ist auch wichtig", so der Deutsche.

Kein Panik-Modus

Diese Partie wird wohl weder lange im Gedächtnis bleiben, noch - bis auf die drei Punkte natürlich - allzu viele allzu positive Erkenntnisse hinterlassen.

Die Reaktion auf den Rückstand steht jedoch fraglos auf der Haben-Seite. Es soll schon vorgekommen sein, dass solche Treffer eines Underdogs den klaren Favoriten noch zusätzlich gelähmt haben.

"Es war wichtig, dass die Mannschaft klar geblieben ist. Sie wurde nicht hektisch, wir haben einfach noch mehr das Tempo erhöht. Wir haben über die Flügel gespielt, wie es unser Plan war. Dort wollten wir Überzahl herstellen, dadurch konnten wir auch viele Tormöglichkeiten kreieren", so der Teamchef.

Die Mannschaft habe schon beim November-Lehrgang gegen Norwegen und Nordirland gezeigt, dass sie nach Rückständen in der Lage ist, ruhig weiterzuspielen und an sich zu glauben.

Kein guter Tag in Sachen Tordifferenz

"Mir ist jedoch lieber, wir geraten nicht in Rückstand, sondern gehen in Führung", moniert Foda, für den der Treffer der Färöer "ein klares Foul" war.

"In der Pause haben wir besprochen, dass wir das Tempo hochhalten und unbedingt noch das vierte oder fünfte Tor erzielen wollen. Wir hatten hundertprozentige Tormöglichkeiten, die wir nicht genutzt haben. Das ist das Einzige, was man kritisieren kann, dass wir vielleicht zwei, drei Tore zu wenig erzielt haben."

Franco Foda

So abgebrüht die Reaktion mit den drei Treffern in der Endphase der ersten Halbzeit war, so klar muss man dem ÖFB-Team den Vorwurf machen, dass man nach der Pause nicht nachgelegt hat.

In einem Wettbewerb, in dem bei Punktegleichheit die Tordifferenz und nicht das direkte Duell zählt, kann man es als fahrlässig bezeichnen, diverse Chancen auf einen möglichen Kantersieg liegen zu lassen - noch dazu, wenn der mutmaßliche Hauptkonkurrent Dänemark am selben Spieltag ein 8:0-Schützenfest gegen Moldawien gelingt.

"In der Pause haben wir besprochen, dass wir das Tempo hochhalten und unbedingt noch das vierte oder fünfte Tor erzielen wollen. Wir hatten hundertprozentige Tormöglichkeiten, die wir nicht genutzt haben. Das ist das Einzige, was man kritisieren kann, dass wir vielleicht zwei, drei Tore zu wenig erzielt haben", findet Foda.

Beunruhigende Topform der Dänen?

Rückschlüsse auf den Showdown gegen die Dänen am Mittwoch lasse das Kräftemessen mit den Insel-Kickern kaum zu.

"Jedes Spiel ist anders, jedes Spiel hat seine eigene Geschichte", erklärt der Teamchef und verspricht: "Es ist zwar unter Ausschluss der Öffentlichkeit, trotzdem ist es etwas anderes, wenn du zu Hause spielst. Gerade hier in diesem Stadion werden wir alles unternehmen, um diese drei Punkte hier zu behalten."

Dänemark hat mit dem Sieg in Israel und dem Torfestival gegen Moldawien einen optimalen Start in die Qualifikation erwischt und hat am Mittwoch die Chance, mit einem Sieg den möglicherweise härtesten Konkurrenten schon um fünf Punkte zu distanzieren.

Ob Foda die Topform der Dänen beunruhigt? "Beunruhigt mich nicht, weil wir auch eine Mannschaft mit viel Qualität haben. Am Mittwoch wartet ein ganz anderes Spiel, auf das wir uns gut und intensiv vorbereiten. Ich habe ja zwei, drei Spieler geschont, am Ende auch noch ein paar Wechsel vorgenommen, um dem einen oder anderen Spieler zumindest eine kleine Pause zu gönnen, damit wir am Mittwoch topfit sind. Es wird sicher ein intensives Spiel werden. Klar, das ist eine große Herausforderung, aber wir sind bereit."

Foda: "Jetzt müssen wir nachlegen"

Die Situation in der Gruppe bewertet der Teamchef nach zwei Spieltagen wiefolgt: "Ich habe ja gesagt, die Gruppe ist ausgeglichen. Dänemark, wir, Schottland und Israel - ohne den Respekt gegenüber den anderen Mannschaften zu verlieren, aber es werden diese vier Mannschaften sein, die die ersten Plätze unter sich ausspielen werden."

Nachsatz: "Wir sind mit vier Punkten reingestartet, jetzt müssen wir einfach gegen Dänemark nachlegen."


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