Ramazan Özcan tritt aus dem Nationalteam zurück

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Knalleffekt im ÖFB-Team! Ramazan Özcan erklärt einen Tag vor der Kaderbekantgabe für die Länderspiele gegen Moldawien und Finnland seinen sofortigen Rücktritt aus der Nationalmannschaft.

Ausschlaggebend sind familiäre Gründe.

"Aus privaten Gründen ist es für mich nun an der Zeit zurückzutreten und den Fokus auf meine Familie zu richten", erklärt der 32-Jährige.

"Rambo" bestritt zehn Länderspiele für Österreich und avancierte zuletzt in Abwesenheit des verletzten Robert Almer zur Nummer eins.

Zwei EURO-Teilnahmen als Highlights

"Ich bin sehr stolz, neun Jahre Teil des Nationalteams gewesen zu sein. Dabei zählen nicht nur die Teilnahme an der EURO 2008 und der EURO 2016 zu den ganz speziellen Highlights meiner Teamkarriere, sondern auch die sportliche Entwicklung der Mannschaft in den vergangenen Jahren. Ich möchte mich bei den Spielern, als auch beim Trainer- und Betreuerteam und beim ÖFB für ihren Einsatz und die schöne Zeit bedanken. Für die laufende WM-Qualifikation wünsche ich den Jungs alles Gute und drücke fest die Daumen", lässt der Legionär bei Bayer Leverkusen via ÖFB-Aussendung ausrichten.

Teamchef Marcel Koller akzeptiert den Abschied: "Der Rücktritt von Rambo ist schade, aber diese Entscheidung gilt es zu respektieren. Er war ein wichtiger Teil im ÖFB-Team, hat im Training immer das Maximum abgerufen, Vollgas gegeben und offen seine Meinung vertreten. Ich danke Rambo für den Einsatz, er hat seine Sache sehr gut gemacht. Ich wünsche ihm und seiner Familie alles Gute für die Zukunft."

"Ich habe Rambo in meiner Zeit als U21-Teamchef 2003 erstmals zum Team geholt. Von diesem Kennenlernen bis zu seinem letzten Länderspiel hat er in jeder Trainingseinheit und in jedem Spiel immer alles gegeben. Auf solche Nationalspieler können wir stolz sein. Und dafür danke ich ihm", lässt ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner wissen.

Lukse neue Nummer eins?

Der völlig überraschende Entschluss des gebürtigen Vorarlbergers - noch dazu so kurz vor einem WM-Qualifikations-Spiel - verschärft das Torhüter-Dilemma im ÖFB-Team. Wer im Duell mit Moldawien am 24. März die Nummer eins ist, erscheint damit vorerst offen.

Erster Kandidat ist Andreas Lukse, der im November beim 0:0 im Test gegen die Slowakei sein ÖFB-Debüt gefeiert hat. Der 29-Jährige verpasste die letzten drei Meisterschafts-Runden aufgrund muskulärer Probleme, soll dem SCR Altach jedoch am kommenden Wochenende in Ried wieder zur Verfügung stehen.

Heinz Lindner verlor nach der EURO seinen ÖFB-Kaderplatz zwischenzeitlich an Lukse. Ende Jänner bestritt er seine ersten beiden Bundesliga-Partien für Eintracht Frankfurt.

Die etatmäßige Nummer eins Almer ist nach einem Kreuzbandriss weiterhin rekonvaleszent.

Zudem darf man mit Spannung erwarten, welchen Keeper Koller als neue Nummer drei in den Kreis des Nationalteams befördert.

Länderspiel-Karriere unter keinem guten Stern

Özcans Länderspiel-Karriere wiederum stand bisweilen unter keinem günstigen Stern. Schon bei seinem Debüt im August 2008 beim 2:2 gegen Italien unterlief ihm ein folgenschwerer Schnitzer.

Bis zu seinem nächsten Auftritt für Österreich musste er bis in den Mai 2014 warten. In der Koller-Ära kletterte Özcan in der Torhüter-Hackordnung jedoch Schritt für Schritt nach oben und etablierte sich als Nummer zwei.

Wenn er die Gelegenheit bekam, sein Können auf dem Feld zu zeigen, schlich sich jedoch der eine oder andere Fehler ein, wie etwa jener bei der 1:2-Niederlage im Test gegen die Türkei vor einem Jahr.

Bei der 3:2-Pleite in Serbien stand der Deutschland-Legionär erstmals von Beginn an in einem Pflichtspiel im ÖFB-Tor. Es sollte sein vorletztes Länderspiel gewesen sein. Das letzte ging im November beim 0:1 gegen Irland über die Bühne.

Als amtierende und noch relativ frisch gebackene Nummer eins der ÖFB-Elf den Rücken zu kehren, ist zumindest ein bemerkenswerter Entschluss.

Alle ÖFB-Teamgoalies mit 10 oder mehr Länderspielen:

Rang Spieler Länderspiele
1. Friedl Koncilia 84
2. Franz Wohlfahrt 59
3. Michael Konsel 43
4. Walter Zeman 41
Klaus Lindenberger 41
6. Kurt Schmied 38
7. Alexander Manninger 33
Robert Almer 33
9. Peter Platzer 31
10. Gernot Fraydl 27
11. Jürgen Macho 26
12. Helge Payer 20
Rudi Hiden 20
14. Karl Ostrizek 17
15. Herbert Rettensteiner 15
16. Thomas Mandl 13
Rudolf Aigner 13
Roman Pichler 13
Wilhelm Harreither 13
20. Rudolf Szanwald 12
Otto Konrad 12
22. Josef Kaltenbrunner 11
23. Christian Gratzei 10
Bruno Engelmeier 10
Ramazan Özcan 10
Textquelle: © LAOLA1.at

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